Ballettdirektor Laurent Hilaire mit Carollina Bastos und António Casalinho nach der Premiere von TSCHAIKOWSKI-OUVERTÜREN Foto © Nicholas MacKay
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Tänzernews #4

Karrieren

•Beim Bayerischen Staatsballett wurden im Anschluss an die Premiere von Alexei Ratmanskys „Tschaikowski-Ouvertüren“ am 23. Dezember 2022 zwei Ensemblemitglieder aufgrund ihrer herausragenden Leistungen befördert: Corps-de-ballett-Mitglied Carollina Bastos tanzt fortan als Halbsolistin, Demi-Solist António Casalinho stieg mit nur 19 Jahren zum Solisten auf, als einer der jüngsten Tänzer in der Geschichte des Bayerischen Staatsballetts. „António Casalinho verfügt über eine ausgezeichnete Technik, eine große Bühnenpräsenz und ein sehr feines Gespür für eine differenzierte und intelligente Rollengestaltung. Er brilliert sowohl in klassischen Handlungsballetten, wie kürzlich als Mercutio in „Romeo und Julia“, als auch in neoklassischen oder modernen Werken von Alexei Ratmansky oder Marco Goecke. Seine Beförderung zum Solisten mit nur 19 Jahren ist mehr als verdient und ich bin sehr froh, ein solches Ausnahmetalent im Ensemble des Bayerischen Staatsballetts zu haben. Auch Carollina Bastos gelingt es, dank ihrer starken Bühnenpräsenz das ganze Potenzial der künstlerischen Ausdrucksform Ballett auszuloten und in ganz unterschiedlichen choreografischen Sprachen zu brillieren,” so Ballettdirektor Laurent Hilaire.

Semenzato Martino, Foto Roman Novitzky

•Beim Stuttgarter Ballett wurde der italienische Tänzer Martino Semenzato nach seiner hervorragenden Interpretation des Drosselmeiers in Edward Clugs „Der Nussknacker“ von Ballettintendant Tamas Detrich zum Halbsolisten befördert. Semenzato stammt aus Gavardo und wuchs in Venedig auf, wo er seine Ballettausbildung begann. Über die Ballettakademie der Wiener Staatsoper kam er 2015 an die Académie Princesse Grace in Monte Carlo, wo er 2018 seinen Abschluss machte, dann wurde er zunächst Eleve und später Corps-de-ballet-Tänzer in Stuttgart.

•Beim Ballett der Pariser Oper hat François Alu, der erst im April 2022 erst zum Etoile ernannt wurde, im November die Kompanie verlassen. Nach längeren Verhandlungen soll es zwischen ihm und dem Ballett eine neue, freie Zusammenarbeit bei Projekten verschiedenster Art geben. Alu arbeitet u.a. bei „Danse avec les stars”, der französischen Ausgabe der Sendung „Let’s dance“, als Juror. Der 28-jährige Tänzer studierte in Paris an der hauseigenen Ballettschule und tanzt seit 2010 in der Kompanie.

•Beim Königlich Schwedischen Ballett ist die Brasilianerin Luiza Lopes im November 2022 zur Ersten Solistin ernannt worden, beim Norwegischen Nationalballett der spanisch-kubanische Tänzer Ricardo Castellanos zum Ersten Solisten.

•Als erster chinesischstämmiger Tänzer wurde Chun Wai Chan beim New York City Ballet zum Principal Dancer befördert, bereits im Mai 2022. Er wurde in Guangdong geboren und studierte in China, bevor er als Finalist des Prix de Lausanne 2010 mit einem Stipendium zum Houston Ballet II kam. Vom Houston Ballet, wo er 2017 zum Principal ernannt wurde, kam er 2021 als Solist zum NYCB. Jared Angel, Principal Dancer beim New York City Ballet, gibt im Februar seine Abschiedsvorstellung als Ivan in “Der Feuervogel” von George Balanchine und Jerome Robbins. Danach wird er Ballettmeister beim Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen. Angel gehört seit 1996 zur Kompanie, 2005 wurde er zum Ersten Solisten ernannt.

•Beim San Francisco Ballet beendet der langjährige Principal Dancer Tiit Helimets am 11. Februar seine Karriere mit einer Abschiedsvorstellung in einem modernen Abend. Der aus Estland gebürtige, beliebte Tänzer gehört seit 2005 zur Kompanie und wird ihr weiter als Charaktertänzer erhalten bleiben. Helimets tanzte zunächst beim Nationalballett in Estland, wo er innerhalb eines halben Jahres zum Ersten Solisten aufstieg, 1999 ging er zum Birmingham Royal Ballet und wurde dort ebenfalls Erster Solist. 2005 wechselte Helimets nach San Franciso und tanzte auch dort alle großen Klassikerrollen, sehr viele Balanchine-Ballette und moderne Werke.

American Ballet Theatre dancer Lupe Serrano, 1966. (Photo by Jack Mitchell/Legacy.com

•Am 18. Januar starb in New York die chilenische Ballerina Lupe Serrano, sie wurde 92 Jahre alt. Sie wurde in Mexico ausgebildet und tanzte zunächst beim Ballet Folklorico de Mexico, 1951 wurde sie in New York Mitglied des Ballet Russe de Monte Carlo. Von 1953 bis 1971 war Serrano Erste Solistin beim American Ballet Theatre, wo sie mit vielen Choreografen der damaligen Zeit zusammenarbeitete und zur Primaballerina der Kompanie aufstieg. Sie war die erste lateinamerikanische Solistin des ABT und wurde zum Vorbild für viele Generationen. Serrano tanzte alle großen Klassiker und gastierte auf der ganzen Welt. Nach Beendigung ihrer Tänzerkarriere wurde sie Pädagogin und unterrichtete an mehreren Akademien, u.a. an der Juilliard School. Sie gab bis ins hohe Alter Workshops beim ABT und war als Ballettmeisterin tätig. Auch ihre Tochter Veronica Lynn wurde Solistin beim ABT.

•Der britische Balletttänzer Ruan Crighton ist bei dem Flugzeugabsturz in Nepal am 15. Januar ums Leben gekommen, er wurde 34 Jahre alt. Nach seiner Ausbildung an der Central School of Ballet in London tanzte er beim Slowakischen und dann beim Finnischen Nationalballett. Zuletzt studierte er Physiotherapie in Amsterdam.

Preise und Auszeichnungen

•Die britische Royal Academy of Dance (RAD) hat ihre höchste Auszeichnung, den Queen Elizabeth II Coronation Award, an den Tänzer, Choreografen, Direktor und Schauspieler Michail Baryschnikow (74) verliehen. Er wurde am 16. November von der Queen Consort Camilla im Buckingham Palace überreicht.

•Im Rahmen eines Gastspiels des Hamburg Ballett im Teatro La Fenice in Venedig wurde John Neumeier am 18. Januar der renommierte italienische Musikpreis „Una vita nella musica 2023“ überreicht. Die Auszeichnung wurde 1979 von Bruno Tosi ins Leben gerufen, um die bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Musikszene zu ehren. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen Arthur Rubinstein, Yehudi Menuhin, Leonard Bernstein, Claudio Abbado, Carla Fracci, Zubin Mehta und Daniel Barenboim. Es ist eine besondere Ehrung für John Neumeier, als Choreograf den „Una vita nella musica“-Preis zu erhalten. Der Preis wird von der Fondazione Teatro La Fenice organisiert und von einem wissenschaftlichen Komitee begleitet.

•Der Bayerische Kunstförderpreis 2022 ging an Nikolaos Doede, langjähriges Mitglied des Ballett-Ensembles am Staatstheater Augsburg. Er erhält die mit 6000 Euro dotierte Auszeichnung in der Sparte „Darstellende Kunst“. Der Amerikaner ist dem Augsburger Publikum nicht nur als Tänzer bekannt, sondern auch als Choreograf, Sänger, Musiker, Komponist, Fotograf und Filmemacher. Er studierte in Los Angeles und ging dann an die Ballettschule des Hamburg Balletts. Von 2011 bis 2015 tanzte er in Kiel, dann in Hagen unter Ricardo Fernando; mit dem Choreografen setzte er seine Zusammenarbeit seit 2017 am Ballett des Staatstheater Augsburg fort.

Ciro Mansilla, Foto Kulturreferat des Argentinischen Generalkonsulats

•Ciro Ernesto Mansilla, Solist beim Stuttgarter Ballett, erhielt durch das argentinische Generalkonsulat die Auszeichnung „Marca País: Argentinier auf der Welt“ verliehen. Durch den Marca País werden Personen gewürdigt, die sich durch ihre tägliche Arbeit oder einen positiven Beitrag an ihrem Wirkungsort auszeichnen und so zur Konsolidierung der bilateralen Beziehungen, zum Image und zur Sichtbarkeit Argentiniens im Ausland beitragen. Mansilla besuchte die Ballettschule des Teatro Colón in Buenos Aires und trat 2012 sein erstes Engagement beim Metropolitan Ballet of Buenos Aires an, dann tanzte er von 2014 bis 2018 beim Nationalballet Uruguay SODRE, u.a. unter der Leitung von Julio Bocca. In der Spielzeit 2018/19 wurde Ciro Ernesto Mansilla Mitglied des Stuttgarter Balletts und kurz darauf zum Solisten ernannt.

•Das Pina-Bausch-Zentrum in Wuppertal erhält für die Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie eine Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes. Sie wird über den neuen Nachhaltigkeitsfonds der Kulturstiftung des Bundes mit 140.000 Euro gefördert. Mit „Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte“ unterstützt die Kulturstiftung Kultureinrichtungen bei klimaneutralen Produktionsformen und neue Ästhetiken einer ökologischen Nachhaltigkeit.