Demis Volpi „Giselle“: Elisabeth Vincenti (Giselle), Charlotte Kragh (Bathilde), Ensemble Ballett am Rhein © Daniel Senzek Foto: Daniel Senzek
EXKLUSIV+Performance

Metapher des Unbeschreiblichen: „Giselle“-Inszenierungen im Vergleich

von Vesna Mlakar

“Was ist Giselle?” – Diese Frage, die Théophile Gautier einst dem Dichter Heinrich Heine gestellt hat, ist – trotz ihrer Veröffentlichung in einem offenen Brief – eine rhetorische. Und so gab der Romancier, Librettist und Kritiker von La Presse sich gleich selbst eine Antwort: „Giselle, das ist Carlotta Grisi, ein reizendes, blauäugiges Mädchen, mit einem hübschen, naiven Lächeln und flinken Bewegungen, eine Italienerin, die einer Deutschen zum Verwechseln ähnlich sieht …“

Fast 170 Jahre sind seitdem vergangen. Die von Grisi erstmals getanzte Partie der Giselle gilt längst als Mark- und Prüfstein einer jeden Ballerina. Unzählige Versionen dieses klassisch-romantischen Glanzstücks sind im Repertoire fast aller großen Kompanien verankert. Zunehmend trauen sich aber auch zeitgenössisch ausgerichtete kleinere Ensembles die Auseinandersetzung mit dem Stoff zu – klassisch anmutend oder umgekrempelt modern. Das Sujet mag auf den ersten Blick simpel erscheinen, da einst inhaltlich bloß à la mode, psychologisch eindimensional konzipiert wurde es keineswegs.

Deutschen Oper am Rhein, Giselle” von Demis Volpi
Bayerisches Staatsballett, “Giselle” von Peter Wright
Münchner Gärtnerplatztheater, “Giselle” von Karl Alfred Schreiner


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