Leni Riefenstahl (1935) Quelle: Wikipedia
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Längst fällige Entscheidungen

Manchmal scheint wirklich der Zufall Regie zu führen. Im Editorial für unserem „Dance for You Magazine“ 122 hatten wir, zwar in anderem Zusammenhang, darauf hingewiesen, wie sich zwei der populärsten Schauspieler des NS-Kinos, Heinz Rühmann und Olga Tschechowa, noch Jahre nach Kriegsende einer Haltung zu ihrer damaligen Tätigkeit verweigerten. Und das trotz allgemeiner Kenntnis etwa von den KZ-Gräueltaten dieses Regimes. Nun hat, mit Veröffentlichung vom 19. November, also nur wenige Tage nach Erscheinen unseres Hefts, die Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft Flagge gezeigt. Der kurz SPIO genannte Verein mit Sitz in Wiesbaden gibt in einer langen Meldung „die Ergebnisse und Konsequenzen einer umfassenden Studie zur NS-Vergangenheit ihres Führungspersonals und der Preisträger*innen der SPIO-Ehrenmedaille“ bekannt. Durchgeführt wurden jene Untersuchungen vom Institut für Zeitgeschichte in München. Das konkrete Resultat: Außer Rühmann, Tschechowa und, wenig verwunderlich, Leni Riefenstahl wurde elf weiteren Personen als „NS-belastet“ oder „NS-konform“ die Auszeichnung nachträglich aberkannt. Die 1923 gegründete, 1933 aufgelöste, 1950 neubegründete SPIO vertritt die Interessen von 14 Berufsverbänden der Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater und Audiovisuelle Medien. Sie repräsentiert insgesamt über 1400 Mitgliedsfirmen. Eine mächtige Institution also, deren Wort Gewicht hat und die verantwortlich handelt – wenngleich erst 80 Jahre nach Kriegsende.

Volkmar Draeger

Heinz Rühmann als Filmregisseur (an der Kamera), 1942 Bundesarchiv Quelle: Wikipedia

Nach einer Studie zur NS-Vergangenheit wird 14 Filmemachern eine Ehrenmedaille entzogen. Unter ihnen sind zum Beispiel Leni Riefenstahl, Olga Tschechowa und Heinz Rühmann.

Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann und Olga Tschechowa zählen zu 14 Filmgrößen, denen eine Ehrenmedaille entzogen wird. Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) zieht damit Konsequenzen aus einer Studie zur NS-Vergangenheit ihres Führungspersonals und der Preisträger.

14 Ausgezeichneten wird die Spio-Ehrenmedaille nachträglich aberkannt, wie die Organisation mitteilte. Dazu zählen unter anderem die Nazi-Propaganda-Filmemacherin Leni Riefenstahl, Schauspieler Heinz Rühmann, der ehemalige Berlinale-Leiter Alfred Bauer, der Regisseur August Arnold, Filmdiva Olga Tschechowa und Filmemacher Ludwig Waldleitner.

Die 14 Filmgrößen wurden demnach bei der vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München durchgeführten Untersuchung als „NS-belastet“ oder „NS-konform“ eingestuft.

Autor: Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 21.11.2025