von Evelyn KLÖTI
Marco Goecke präsentiert als zweite Premiere in seiner ersten Saison am Theater Basel einen neuen Nussknacker – mit Tempo und Humor. Dem Publikum gefällt’s.
Bevor die ersten, altbekannten Nussknacker-Töne erklingen, knarzt es gewaltig aus allen Ecken des Theater Basel: Holz, uraltes, arbeitet – als ob ein riesengroßer Nussknacker keine Nuss knackt, sondern ins Leere beißt und mit den Zähnen knirscht, ganz tief. In die Tiefe geht auch Marco Goeckes Neukreation des Tschaikowski-Klassikers, den er 2006 in Stuttgart als sein erstes Handlungsballett auf die Bühne gebracht hat. Dunkel, eher schrill als still und mit dem Fokus auf Marie, den Paten Drosselmeier und den Nussknackerprinzen in einer unvergesslichen Hose mit echten, schweren, schwarzen Walnüssen.
Der Basler Nussknacker ist auch dark und grotesk, im Zentrum jedoch stehen die Geschwister Fritz (Louis Steinmetz) und Marie (Sandra Bourdais). Wir sehen die Welt an diesem Weihnachtsabend durch ihre Augen, die Welt der Erwachsenen bleibt außen vor. Pate Drosselmeier (Michelangelo Chelucci), mehr Magier als Mechanicus, erscheint in einem hinreißenden Mantel aus Glocken – klingeling! – aus dem Dunkel der Bühne (Kostüm- und Bühnenbild: Michaela Springer) und erfüllt den Kindern jeden Wunsch.
Einen tüchtigen Fuchs wünscht sich Fritz – ein rotes Pferd im Kunstmärchen von E.T.A. Hoffmann, bei Goecke das Raubtier – und schon taucht Parker Gamble auf mit brillanten kleinen Sprüngen.


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