Goyo Montero © Alice Blangero
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GOYO MONTERO – ÜBER KÜNSTLERISCHE IDENTITÄT, LEITUNGSKULTUR UND DIE ZUKUNFT DES BALLETTS

Ein Gespräch über den Wechsel nach Hannover, die Erweiterung künstlerischer Leitung und die Neuausrichtung des Tanzes als institutionelle Aufgabe. Ein Interview von Mihaela VIERU.

Wenn Goyo Montero über Tanz spricht, geschieht das mit einer Dringlichkeit, die nicht aus dem Wunsch nach Wirkung, sondern aus innerer Notwendigkeit erwächst. Sein Denken entspringt dem Körper, doch es endet nicht bei der reinen Bewegung. Seit 2008 hat der Spanier als Ballettdirektor das Nürnberger Staatsballett geprägt, es zu einer international respektierten Kompanie mit unverwechselbarem Profil geformt. Sein nun anstehender Wechsel nach Hannover markiert mehr als einen Ortswechsel. Er stellt das herkömmliche Verständnis von Leitung und Kunstproduktion im deutschen Stadttheater in Frage und setzt zugleich neue Maßstäbe. Im Gespräch zeigt sich Montero als reflektierter Künstler und streitbarer Geist, der sich mit dem Status quo nicht zufrieden gibt.

© Alice Blangero

„Malditos Benditos“ © Jesús Vallinas

Herr Montero, nach 17 Jahren in Nürnberg wechseln Sie nach Hannover – als Ballettdirektor und Spartenleiter für Tanz. Was bedeutet dieser Schritt für Sie?

Für mich ist es weniger ein Neuanfang als eine Erweiterung. Die Entscheidung für Hannover traf ich nicht aus Erschöpfung in Nürnberg. Ganz im Gegenteil: Die Arbeit dort war intensiv, fruchtbar, manchmal auch herausfordernd – aber niemals stagnierend. Was mich an Hannover reizt, ist die Chance, Tanz als Kunstform institutionell anders zu denken – mit mehr Autonomie und einem stärkeren strukturellen Bewusstsein.

Was meinen Sie mit „anders denken“?

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