2/2018

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

viele europäische Kompanien wie etwa das Royal Ballet London haben sie, große Ensembles in den USA wie American Ballet Theater, San Francisco Ballet oder Boston Ballet haben sie erst recht. Nun sind sie endlich auch in Berlin angekommen: Ab der neuen Saison tanzen mit Yolanda Correa und Fernando Virelles zwei Ballettstars aus Kuba im Staatsballett. Sie wechselt, zur Bestätigung der obigen These, vom Norwegischen Nationalballett in Oslo an die Spree, er vom Bayerischen Staatsballett in München, beide sind von ihrer Zeit beim Ballet Nacional de Cuba noch in bester Erinnerung. Correa war damals schon ein Star in Havanna, Virelles kam gerade aus der Escuela Nacional de Habana, einer der besten Schulen der Welt, die seit ihrer Gründung eben diese Welt mit höchstrangigen Tänzern versorgt, was, die andere Seite, einen Aderlass für Kubas Nationalballett bedeutet. Dennoch scheint der Talenteborn auf der gerade in Mode stehenden Karibikinsel nicht zu versiegen. Zusammen mit Daniil Simkin werden Corea und Virelles als neue Trias nun künftig am Berliner Ballettfirmament funkeln und die Sterne des Staatsballetts ergänzen. Dance for You wird sie zu gegebener Zeit im Interview vorstellen.
Vorgestellt und befragt werden in dieser Ausgabe mit Lucia Lacarra und Marco Goecke erst einmal frisch gebackene Ballettdirektoren sowie mit James Hay ein Erster Solist des Royal Ballet London. Gemäß unserem Prinzip, stilistisch und ensembleseitig möglichst breit und fair aufgestellt zu sein, rezensieren unsere Autoren aktuell Premieren in Braunschweig, Gelsenkirchen und Nordhausen, Mailand und Paris. Auch Themen für Studenten liegen uns am Herzen: Ausführlich beleuchtet ein Beitrag den Problemkreis Audition und die Erwartungen – von Ballettchefs ebenso wie von den oft noch unsicher vortanzenden Bewerbern, denen die Erfahrungen vielleicht nützliche Tipps sein können.
Zwei kontroverse Texte befassen sich mit der Situation im Gesellschaftstanz und seinen Rivalitäten zwischen den Verbänden sowie mit der wichtigen Frage, ob der sportliche Aspekt den künstlerisch-tänzerischen Wert im Eiskunstlauf überwuchern darf. Sie sehen, der Tanz hat viele Facetten und ist allemal für anregende Debatten gut.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen wiederum eine bereichernde Lektüre und natürlich eine schöne Frühling!

Volkmar Draeger

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