von Torben IBS
Ein Tuch schwebt durch den Raum, wo eben noch ein Fahrrad über die Bühne gefahren ist. Darauf saß Hermann Heisig, ein langer Lulatsch, immer unterwegs zwischen Tanz und Performance, Komik und Tragik, dem Nachdenklichen und dem Explosiven – und seit einigen Jahren wieder fest verwurzelt in Leipzig. „Ich steh auf und setz mich wieder hin (Feste des Handelns)“ hieß die Performance, die er zusammen mit Angelika Waniek, auch so ein Urgestein der Leipziger Performanceszene, für das Katapult Performance Festival 2022 erarbeitet hat. Dokumentarisch und bisweilen autobiografisch nähern sich die beiden hier Protesterfahrungen an. Es ist ein linkisches Springen zwischen Themen und Ebenen, jede Idee das Trampolin für die nächste, mit einer nicht gerade kleinen Prise grotesken Humors. Dieser speist sich auch aus dem schlacksigen Körper des 42-jährigen Performers, der, wie er selbst findet, für Tanz eigentlich eher ungeeeignet ist. Dafür steckt aber eine große Portion von seinem Vater Johannes Heisig drin, dem bekannten Maler und Sohn wiederum des mindestens ebenso bekannten Malers Bernhard Heisig. Auf Fotos sieht man die Ähnlichkeiten, und gerade erst hat Heisig sich für zwei Projekte wieder verstärkt mit seiner eigenen Familie auseinandergesetzt.



Weiterlesen mit Digital+
Alle Formate in einem ABO.
Bequem auf Ihrem mobilen Endgerät Ihrer Wahl.
- Alle Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Zugang zum Online-Archiv von Dance for You





