Erster Aurora Prize verliehen: Frederick Stuckwisch und Phoebe Schembri mit Ballettdirektor Laurent Hilaire © M. Bernal
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Zwischen Biennale und Ballettpreis

Mit dem neuen Aurora Prize richtet das Bayerische Staatsballett den Blick auf jene, für die Auszeichnungen am meisten bedeuten: den künstlerischen Nachwuchs.

Es scheint, als erfinde die Tanzwelt im Monatsrhythmus neue Formate. Kaum ist ein Festival verklungen, kündigt sich die nächste Biennale an. Auf die Biennale folgt die Triennale, dazwischen Preise, Galas und Auszeichnungen. Wer hier den Überblick behält, hätte fast selbst eine Ehrung verdient.

Doch nicht jede neue Trophäe ist bloß ein weiterer Termin im dicht gefüllten Kalender des internationalen Tanzbetriebs. Manche würdigen genau das, worauf es ankommt: außergewöhnliches Talent im entscheidenden Moment einer jungen Laufbahn.

Diesen Anspruch verfolgt der neue Aurora Prize des Bayerischen Staatsballetts. Am 26. Juni wurde die Auszeichnung erstmals verliehen. Künftig soll sie jährlich Ensemblemitglieder ehren, deren künstlerische Entwicklung auf eine außergewöhnliche Karriere schließen lässt. Zur Premiere wurden Frederick Stuckwisch aus dem Corps de ballet und die Demi-Solistin Phoebe Schembri mit jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Anschluss an die Vorstellung von Le Parc im Königssaal des Nationaltheaters statt.

Über die Vergabe entscheidet ein Komitee unter Leitung von Ballettdirektor Laurent Hilaire. Maßgeblich sind nicht allein technische Präzision und darstellerische Qualität, sondern ebenso die künstlerische und persönliche Entwicklung während der zurückliegenden Spielzeit. Benannt ist der Preis nach Prinzessin Aurora aus Dornröschen.

Bemerkenswert bleibt auch die Geste hinter der Auszeichnung. Gestiftet wurde der Aurora Prize von einem langjährigen Förderer des Bayerischen Staatsballetts, der bewusst anonym bleiben möchte. In einer Zeit, in der Sponsoring meist mit größtmöglicher Sichtbarkeit verbunden ist, besitzt diese Zurückhaltung eine besondere Eleganz. Sie rückt nicht den Stifter ins Rampenlicht, sondern jene, denen der Preis gilt.

Aurora Prize © M. Bernal