Judith Turos © Nicholas MacKay
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JUDITH TUROS

Der Tanz hat mich ausgewählt

Wer Judith Turos nach ihren größten Rollen fragt, bekommt selten eine Antwort, die von Premieren oder Beifallsstürmen handelt. Sie erzählt von anderem: von der Sekunde, in der ein Blick seine Richtung findet, von der Spannung, die sich in einer Hand sammelt, bevor sie sich löst, von jenem flüchtigen, kaum greifbaren Moment, in dem eine choreografierte Bewegung aufhört, einstudiert zu wirken, und beginnt, unausweichlich zu erscheinen. Es dauert eine Weile, bis man versteht: Sie spricht dabei längst nicht mehr nur vom Tanz. Sie beschreibt eine Lebenshaltung, formuliert in der Grammatik des Körpers. „Der Tanz hat mich ausgewählt“, sagt sie, wenn man sie fragt, ob sie sich das Ballett ausgesucht habe oder umgekehrt. „Als sechsjähriges Kind stand ich vor dem Spiegel und habe mit mir selbst getanzt, einen Monolog geführt, ohne zu wissen, dass es dafür überhaupt eine professionelle Schule gibt.“

Judith Turos in „Onegin“, Ch. John Cranko © Charles Tandy

Von Rumänien über Moskau nach München

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