
Wunderkammern der Renaissance sind scheingelehrte Sammlungen, die neben wertvollen Ausstellungsgegenständen vor Abnormitäten nicht zurückschreckten und pejorativ auch Kuriositätenkabinette genannt wurden. Was Marcus Morau als „Wunderkammer“ beim Staatsballett Berlin zeigt, ist freilich von Abstrusitäten weit entfernt, gibt sich allerdings als eine Art düstere Messe, und das nicht nur von der Lichtführung her. In seiner achtteiligen Szenenfolge zu geheimnisvoll umwitterter Musik stellt er eindrückliche Bilder aus den bewegten Körpern von rund 30 Tanzenden. Meist ballen sie sich zum Pulk, in dem sich Reihen gegeneinander verschieben, ausbeulen, duckend in gleiche Richtung streben, als gäbe es Außergewöhnliches zu sehen.

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