{"id":58906,"date":"2024-10-14T07:02:00","date_gmt":"2024-10-14T07:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=58906"},"modified":"2026-04-16T07:21:55","modified_gmt":"2026-04-16T07:21:55","slug":"hamburg-demis-volpi-faengt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/hamburg-demis-volpi-faengt-an\/","title":{"rendered":"Hamburg: Demis Volpi f\u00e4ngt an"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">von Horst VOLLMER<\/p>\n<p>Seit dem 1. August ist Demis Volpi, Hamburgs neuer Ballettdirektor, offiziell im Amt. Zwei Monate sp\u00e4ter stellt er sein erstes Programm vor, und das ist offensichtlich programmatisch gedacht. Vier kurze Werke, die in nichts zusammenpassen. Die aber dem Hamburger Publikum zeigen, eher ausschnitt- als beispielhaft zwar, dass es in den zur\u00fcckliegenden 50 Jahren \u2013 so lange und ein wenig mehr war John Neumeier Volpis Vorg\u00e4nger \u2013 auch eine Tanzgeschichte abseits von Hamburg gab und gibt: Werke von Pina Bausch, Hans van Manen, Justin Peck und von Volpi selbst.<\/p>\n<p>Die vier Werke erfordern zudem nur eine kleine bis mittlere Besetzung von vier bis 22 T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern. So l\u00e4sst sich aus der Auff\u00fchrung nicht ablesen, ob das aus Alt- und Neuhamburgern gebildete Ensemble technisch und stilistisch schon zu einem Ganzen geworden ist (was es schon deshalb muss, weil sein Repertoire auf geraume Zeit noch zu einem stattlichen Teil aus den gro\u00dfformatigen, abendf\u00fcllenden Werken John Neumeiers bestehen wird). Demis Volpi scheint also nicht nur einen Plan f\u00fcr eine neue Hamburger Ballettdramaturgie zu haben (wozu er sich auch die langj\u00e4hrige Stuttgarter Dramaturgin Vivien Arnold nach Hamburg holte). Er verf\u00fcgt, in Stuttgart als Hauschoreograph und als D\u00fcsseldorf-Duisburger Ballettdirektor darin geschult, offenbar auch \u00fcber das praktische \u201eGewusst wie\u201c, um sein Ensemble selbst dann gut aussehen zu lassen, wenn es sich gerade erst noch aufeinander einspielen mag. \u00dcberdies vernimmt man, dass er in bisherigen Gespr\u00e4chsformaten das Hamburger Publikum im Sturm zu erobern vermochte: Nach sage und schreibe einem halben Jahrhundert der legend\u00e4ren Neumeier\u2018schen \u201eWerkst\u00e4tten\u201c und Moderationen ist das wohl ein weiteres gutes Zeichen f\u00fcr Volpis Anfang in Hamburg.<\/p>\n<p><em>Alle Fotos: \u00a9 Kiran West<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58934 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Adagio-4-OHP-Sep.-26-2024-\u00a9-Kiran-West-1-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Adagio-4-OHP-Sep.-26-2024-\u00a9-Kiran-West-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Adagio-4-OHP-Sep.-26-2024-\u00a9-Kiran-West-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Adagio-4-OHP-Sep.-26-2024-\u00a9-Kiran-West-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Adagio-4-OHP-Sep.-26-2024-\u00a9-Kiran-West-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Adagio-4-OHP-Sep.-26-2024-\u00a9-Kiran-West-1.jpg 1220w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Olivia Betteridge, Charlotte Kragh in &#8220;Adagio&#8221;<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58936 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Thing-With-Feathers-40-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Thing-With-Feathers-40-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Thing-With-Feathers-40-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Thing-With-Feathers-40-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Thing-With-Feathers-40-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Thing-With-Feathers-40-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West.jpg 1407w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Silvia Azzoni, Jack Bruce in &#8220;The Wing With Feathers&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Der Anfang John Neumeiers in Hamburg f\u00e4llt in das Jahr 1973, als gleichzeitig in Wuppertal etwas ganz anderes begann. Ein fr\u00fches Werk von Pina Bausch, der \u201eAdagio\u201c-Teil aus der im Dezember 1974 uraufgef\u00fchrten Mahler-Choreographie \u201eAdagio \u2013 F\u00fcnf Lieder\u201c, er\u00f6ffnet nun Volpis ersten Hamburger Abend. Das St\u00fcck machte seinerzeit Furore. Es verunsicherte das Publikum und spaltete die Kritik. Die einen sahen Neues entstehen, die anderen ein Ende besiegelt. Beide behielten recht. Das Neue manifestierte sich wenige Jahre sp\u00e4ter in Bauschs Tanztheaterst\u00fccken. Und zu Ende kam mit Bauschs Arbeit und deren Erfolg, der den Erfolg gleichgesinnter Tanzsch\u00f6pfer und Tanzsch\u00f6pferinnen jener Jahre \u00fcberstrahlte, die Vorherrschaft des klassisch grundierten Tanzschaffens im Westen Deutschlands, so sehr es sich auch an vielen Orten um Erneuerung und Modernit\u00e4t bem\u00fcht hatte und bem\u00fchte.<\/p>\n<p>Edmund Gleede beschrieb das Werk damals mit den Worten, er habe \u201eselten eine so traurige, ge- und zerqu\u00e4lte Choreographie erlebt, selten so zerrissene, abgehackte Bewegungen, so schmerzhafte Zuckungen von T\u00e4nzern\u201c. Heute sagt uns das mehr dar\u00fcber, wie Tanz auf unseren B\u00fchnen damals aussah (oder eben nicht aussah) und welche Seherfahrungen den Geschmack des Publikums der Zeit pr\u00e4gten, w\u00e4hrend das St\u00fcck selbst, aus dem Zeitkontext gel\u00f6st, nicht sonderlich beeindruckt. Es hat wenig bis nichts mit dem zu tun, womit Bausch sp\u00e4ter die Tanzgeschichte bereicherte, sondern zeigt sie noch stark unter dem Eindruck ihrer Ausbildung in Essen und ihrer Jahre in New York. Ganz aus der Musik gesch\u00f6pft (das d\u00fcstere Adagio aus Mahlers 10.), ist es in den Bewegungs- und streng formalen Raummustern ein lupenreines Modern-Dance-St\u00fcck. Ordentlich gemacht, nicht mehr.<\/p>\n<p>Die Linien der Bewegungen in \u201eAdagio\u201c erinnern an die Gro\u00dfen des amerikanischen modernen Tanzes des 20. Jahrhunderts. Und zu dem deutschen Beitrag dazu schlagen sie einen zarten Bogen durch Bausch und ihren k\u00fcnstlerischen Werdegang. Dennoch: Nah an Bauschs \u201eSacre\u201c und ihren Tanzopern \u2013 doch nicht von deren choreographischer Qualit\u00e4t und B\u00fchnenwirksamkeit \u2013 und noch weit entfernt von ihren Tanztheater-St\u00fccken, ist \u201eAdagio\u201c heute nur deshalb von Belang, weil es ein Werk Bauschs aus jener Zeit ist, als sie noch nicht die war, als die sie ber\u00fchmt werden sollte. Der Wert seiner Rekonstruktion liegt damit vor allem in der Erinnerungs- und \u00dcbertragungsarbeit, die Josephine Ann Endicott als an der Urinszenierung beteiligte T\u00e4nzerin daf\u00fcr leistete, und im Zugang eines \u201eneuen\u201c Titels in das schmale spielbare Werk Bauschs, auf das man bei der Pina Bausch Foundation in Wuppertal eine Zukunft aus umbautem Raum (samt Archiv, Studios, B\u00fcros und \u00f6ffentlich nutzbaren Fl\u00e4chen) und Lizenzrechten aufbauen zu k\u00f6nnen hofft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58938 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-44-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-44-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-44-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-44-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-44-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-44-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West.jpg 1407w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58937 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-43-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-43-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-43-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-43-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-43-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/The-Times-Are-Racing-43-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West.jpg 1422w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Ensemble in &#8220;The Times Are Racing&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Dagegen steht die Frage, wieviel Zukunft in Demis Volpis choreographischem K\u00f6nnen steckt, noch an einer ganz anderen Stelle ihrer Beantwortung. Seine erste Hamburger Urauff\u00fchrung, ein abendf\u00fcllendes Werk nach Hesses \u201eDemian\u201c, steht erst im Juli kommenden Jahres an. In seinem ersten Hamburger Programm stellte er sich unterdessen mit einer seiner letzten D\u00fcsseldorf-Duisburger Arbeiten vom April 2023 vor.<\/p>\n<p>Der Titel von \u201eThe thing with feathers\u201c bezieht sich auf das Gedicht \u201eHope is the thing with feathers\u201c der Amerikanerin Emily Dickinson vom Beginn der 1860er Jahre. \u201eHoffnung\u201c aber mag so gar nicht passen zu dem, was man h\u00f6rt, n\u00e4mlich Strauss\u2018 von Trauer und Verlust durchwebten \u201eMetamorphosen\u201c, und nicht zu dem, was man sieht: Eine schwarze B\u00fchne, aufdringlich bunt zusammengew\u00fcrfelte Alltagsklamotten der T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer und eine auch auf Alltagsbewegungen fu\u00dfende Choreographie, in die sich einen seltsam unpassenden Moment lang eine auf Spitze gestellte T\u00e4nzerin mit offenem Haar und Flatterkleid verirrt.<\/p>\n<p>Im Programmheft liest man dann, dass Volpi, ausgehend von der Musik, die Absicht hatte, ein St\u00fcck \u00fcber das Nichts zu schaffen, aber w\u00e4hrend der Proben das Tanzen selbst Hoffnung gebar und so den Gehalt und Fokus der choreographischen Arbeit ver\u00e4nderte. Das ist sch\u00f6n und plausibel (und mit bemerkens- wie dankenswerter Offenheit) beschrieben \u2013 rettet jedoch das Werk nicht davor, merkw\u00fcrdig unbestimmt im Irgendwo, Irgendwie und Vielleicht zu schweben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-58939 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Variations-For-Two-Couples-33-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Variations-For-Two-Couples-33-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Variations-For-Two-Couples-33-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Variations-For-Two-Couples-33-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Variations-For-Two-Couples-33-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Variations-For-Two-Couples-33-KHP-Sep.-14-2024-\u00a9-Kiran-West.jpg 1317w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Madoka Sugai, Alexandr Trusch, Ida Praetorius, Matias Oberlin in &#8220;Variations Fot Two Couples&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Volpis erstes Hamburger Programm komplettieren ein Werk von Bauschs Zeitgenosse Hans van Manen (geboren 1932, Bausch: 1940) und eines von Volpis Zeitgenosse Justin Peck (geboren 1987, Volpi: 1985). Wenn auch nicht in Stil und Form, so waren van Manens Arbeiten der sp\u00e4ten sechziger Jahre in Haltung und Aussage denen des deutschen Tanztheaters doch durchaus nahe. Hier aber ist er mit einem Werk aus dem Jahr 2012 (als Bauschs Tod schon drei Jahre zur\u00fccklag) vertreten, n\u00e4mlich mit \u201eVariations for Two Couples\u201c zu einer Collage vier kurzer Musikst\u00fccke von Britten bis Piazzolla, das so (neo-)klassisch und jung zugleich daherkommt, wie es l\u00e4ngst van Manen-typisch geworden ist: Die Raummuster streng und einfach, die Bewegungen auf das N\u00f6tigste reduziert und abstrahiert, dabei strahlend klar und pr\u00e4zise. Und Justin Pecks \u201eThe Times Are Racing\u201c von 2017 macht den Rausschmei\u00dfer des Abends: Ein Turnschuhballett zu eingespielter elektronischer Musik von Dan Deacon, mit Clubflair und treibend sich steigerndem Rhythmus, das wie ein Street-Dance-Battle beginnt, aber nat\u00fcrlich nicht nur von Solistinnen und Solisten bestritten wird, sondern von in Zahl und Zusammensetzung rasch wechselnden Formationen, und das zwar nicht in seiner Bewegungssprache, aber mit seiner Divertissement-Anlage und seinen Unisono-Sequenzen seiner k\u00fcnstlerischen Heimat \u2013 bei Balanchine und Robbins und dem New York City Ballet \u2013 Referenz erweist.<\/p>\n<p>Ein buntes Programm also zu Beginn der Nach-Neumeier-Zeit in Hamburg, der erste Schritt auf einem Weg, dessen Richtung bislang noch mehr Ahnung als Gewissheit ist. Gut indes, dass in Hamburg alle, nicht nur die k\u00fcnstlerisch Verantwortlichen, einen gemeinsamen Plan zu haben scheinen unter der \u00dcberschrift \u201eVergangenheit plus Gegenwart gleich Zukunft\u201c. Der Plan k\u00f6nnte aufgehen.<\/p>\n<p>PS: Unbedingt besser beaufsichtigen sollten sie in Hamburg allerdings die hauseigene K\u00fcnstliche Intelligenz. Denn die scheint sich in Gestalt des Rechtschreibprogramms die eine oder andere Freiheit herauszunehmen. Die sch\u00f6nste l\u00e4sst immerhin schmunzeln: Ein Einf\u00fchrungstext zu dem hier besprochenen Programm k\u00fcndigt f\u00fcr das van Manen-St\u00fcck Musik von Astor Pianola an\u2026<\/p>\n<hr \/>\n<p>Hamburg Ballett: \u201eThe Times Are Racing\u201c, vierteiliger Abend mit Werken von Pina Bausch, Hans van Manen, Demis Volpi und Justin Peck. Premiere am 28. September 2024, Staatsoper Hamburg. Gesehene Vorstellung: 29. September 2024. Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Musikalische Leitung: Vitali Alekseenok. Musik zu \u201eThe Times Are Racing\u201c vom Tonband. Vorstellungen bis 27. Oktober 2024 sowie am 17. Juli 2025.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hamburgballett.de\">www.hamburgballett.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Horst VOLLMER Seit dem 1. August ist Demis Volpi, Hamburgs neuer Ballettdirektor, offiziell im Amt. Zwei Monate sp\u00e4ter stellt er sein erstes Programm vor, und das ist offensichtlich programmatisch gedacht. Vier kurze Werke, die in nichts zusammenpassen. 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