{"id":58284,"date":"2024-05-15T13:03:22","date_gmt":"2024-05-15T13:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=58284"},"modified":"2026-04-16T07:25:33","modified_gmt":"2026-04-16T07:25:33","slug":"olympia-wird-streetdance-battle-ausrichter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/olympia-wird-streetdance-battle-ausrichter\/","title":{"rendered":"Olympia wird Streetdance-Battle-Ausrichter!"},"content":{"rendered":"<p><b><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif; color: black;\">Zwei Dokumentarfilme beleuchten im Vorfeld die Breaking-Szene und stellen verschiedene charismatische T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer vor.<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">von Vesna Mlakar<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u201eRei\u00dft Barrieren ein, setzt euch \u00fcber Regeln hinweg, brecht mit den Traditionen\u201c \u2013 sieht man auf einem riesigen Plakat unter einem Foto von Jilou Rasul geschrieben, im franz\u00f6sischen Original dreimal mit dem Verb \u201ecassez\u201c. Mit einem solchen Slogan ist man zum Erfolg geradezu verdammt. Auf einer Hand balancierend ragen Rasuls \u00fcberkreuzte Beine in die Luft. Zwei Finger ihrer freien Hand l\u00e4ssig an die Stirn gedr\u00fcckt l\u00e4chelt die Breakedancerin cool von einer Fassadenwand. Die 30-J\u00e4hrige z\u00e4hlt zur Weltspitze unter den B-Girls. Finanziell abgesichert durch den Vertrag mit einem gro\u00dfen Sportartikelhersteller trainiert sie als Medaillen-Kandidatin in der deutschen Auswahl f\u00fcr Olympia.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Der Kinderwunsch ihres Freunds, der mit ihr die Leidenschaft f\u00fcr den \u201eurbanen Tanz\u201c teilt, muss da vorerst hintanstehen \u2013 wie man in \u201eDancing Heartbeats\u201c erf\u00e4hrt. Wie Viola und Frieda, ihre Mitstreiterinnen und Battle-Partnerinnen, sieht sich Jilou als Wegbereiterin f\u00fcr die n\u00e4chste Generation junger M\u00e4dchen und m\u00f6chte mehr Gleichberechtigung beim Breaken erreichen. Genau darum sollte es \u2013 laut Ank\u00fcndigung \u2013 inhaltlich in dem Kino-Dokumentarfilm auch gehen. Der Regisseurin Lisa Wagner gelingt es aber leider nicht, diesen thematisch wichtigen Aspekt anschaulich herauszuarbeiten. Es bleibt bei einigen kurzen diesbez\u00fcglichen Gespr\u00e4chssequenzen, was einfach zu wenig ist \u2013 insbesondere im Vergleich zu einem ab 20.6. in die Kinos kommenden Konkurrenzprodukt.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">\u201eDancing Heartbeats\u201c hinterl\u00e4sst beim Zuschauer einen viel weniger fokussierten Eindruck als Maike Conways beim M\u00fcnchner DOK.fest unter dem Titel \u201e2unbreakable\u201c gezeigte filmische Beobachtung zweier Breaking Teams: \u00dcber die 24-j\u00e4hrige Joanna \u2013 einziges B-Girl der Saxonz Dresden, Studentin der medizinischen Psychologie, mittlerweile im Bundeskader f\u00fcr die Olympischen Spiele \u2013 und den Uiguren Serhat der M\u00fcnchner Sankofa Crew wird man vielschichtig mit dem Hineinwachsen in die Breaking Culture als Lifestyle voller Spontanit\u00e4t und kreative Kunstform vertraut gemacht. Schon aufgrund der Personenkonstellation schwingt hier bereits mit, worauf \u201eDancing Heartbeats\u201c letztlich hinauswill. Wagners um die Welt reisendes Frauen-Trio vermag zwischen privaten Momenten, Trainingseinheiten und Wettk\u00e4mpfen erz\u00e4hlerisch wenig draufzusatteln. Eint Leistungsgedanke und individuelle Erf\u00fcllung durch das akrobatische Tanzen doch die charismatischen Akteure beider Filme.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Nun wird \u2013 als erster Tanzsport \u00fcberhaupt \u2013 Breakdance in diesem Sommer als neue Disziplin der Olympischen Spiele in Paris an den Start gehen: ein \u2013 durchaus nicht unumstrittener \u2013 Meilenstein f\u00fcr die Szene, die sich k\u00f6rperlich stets hart verausgabt und deren Urspr\u00fcnge in den 1970er Jahren auf die afro-amerikanische und Latino-Jugend der Bronx in New York City zur\u00fcckgehen. Vor diesem Hintergrund h\u00e4tte ein Vertiefen von Jilous Geschichte ausreichend Material f\u00fcr einen Dokumentarfilm geboten. F\u00fcr ihren zweiten Langfilm hatte Wagner offenbar andere Ziele. Sie wollte Breaking verstehen \u2013 und was die Frauen unerm\u00fcdlich antreibt, die sich ihren Platz in einer immer noch stark m\u00e4nnerdominierten Gemeinschaft bereits erk\u00e4mpft haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">Der Ausdruck \u201eVentil\u201c f\u00e4llt. Frieda, von einer Knieverletzung ausgebremst, denkt \u00fcber den Verlust von Identit\u00e4t nach. Mit 39 ist sie ein B-Girl der ersten Stunde und muss akzeptieren, von J\u00fcngeren ausgebootet zu werden. \u201eDie M\u00e4dels heute k\u00f6nnen in zwei Jahren lernen, wof\u00fcr ich sechs oder sieben gebraucht habe\u201c, erkl\u00e4rt sie. Hinter ihr im Studio dreht ein kleines M\u00e4dchen sehr souver\u00e4n perfekte Headspins. \u201eWenn man einmal erkannt hat, dass jede Generation einen Wissensvorsprung hat gegen\u00fcber der alten, dann ist es gar nicht mehr so schwer anzuerkennen, dass die einfach besser werden.\u201c <\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">W\u00e4hrend der Pandemie steckt Frieda in Marokko fest, wo sie beim Goethe Institut einen Job findet, der zu ihr passt und ihr im Rahmen einer Kompanie neue M\u00f6glichkeiten aufzeigt. Unabh\u00e4ngigkeit, Selbstverwirklichung, Mut zu eigenen Tr\u00e4umen sind Violas Stichworte. Die Kolleginnen attestieren ihr, \u201ezum Gl\u00fcck keine Battle-Sau\u201c zu sein. Anders als die total zielstrebige Jilou will sie vor allem als T\u00e4nzerin und nicht blo\u00df B-Girl wahrgenommen werden. Das Breaken, das eben nicht einfach blo\u00df ein durchorganisiertes Sportevent ist, verbindet sie mit zeitgen\u00f6ssischem Tanz. Die Entfaltungsm\u00f6glichkeiten innerhalb einer Disziplin im Spannungsfeld von Profisport und B\u00fchnenkunst herauszustellen, bringt \u201eDancing Heartbeats\u201c wiederum Pluspunkte. Wer bei den Olympischen Entscheidungen mit gen\u00fcgend Hintergrundwissen mitreden m\u00f6chte, sollte sich beide Filme ansehen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Dokumentarfilme beleuchten im Vorfeld die Breaking-Szene und stellen verschiedene charismatische T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer vor. von Vesna Mlakar \u201eRei\u00dft Barrieren ein, setzt euch \u00fcber Regeln hinweg, brecht mit den Traditionen\u201c \u2013 sieht man auf einem riesigen Plakat unter einem Foto von Jilou Rasul geschrieben, im franz\u00f6sischen Original dreimal mit dem Verb \u201ecassez\u201c. 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