{"id":58071,"date":"2024-03-11T13:56:35","date_gmt":"2024-03-11T13:56:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=58071"},"modified":"2026-04-16T07:25:35","modified_gmt":"2026-04-16T07:25:35","slug":"taenzernews-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/taenzernews-12\/","title":{"rendered":"T\u00e4nzernews #12"},"content":{"rendered":"<p><strong>Guillaume C\u00f4t\u00e9<\/strong>, langj\u00e4hriger Erster Solist und Star des National Ballet of Canada, wird seine Karriere nach der Spielzeit 2024\/2025 beenden. Er geh\u00f6rt seit 1998 zur Kompanie.<\/p>\n<p>Beim Mariinsky-Ballett wurde <strong>Renata Shakirova<\/strong> Anfang M\u00e4rz nach einer Auff\u00fchrung von \u201eShurale\u201c zur Ersten Solistin bef\u00f6rdert. Sie kam 2015 von der Waganowa-Akademie und wurde vor allem als Kitri in \u201eDon Quixote\u201c bekannt, heute tanzt sie alle gro\u00dfen Hauptrollen des Repertoires.<\/p>\n<p>In Japan wurden die G\u00e4ste des <strong>17. World Ballet Festivals<\/strong> bekannt gegeben, das vom 31. Juli bis 10. August in Tokio stattfindet. Das Festival wurde 1976 von Impresario Tadatsugu Sasaki ins Leben gerufen, um die drei ber\u00fchmtesten Ballerinen seiner Zeit auf einer B\u00fchne zu versammeln: Margot Fonteyn, Maya Plissetskaya und Alicia Alonso. Seitdem treffen sich die gro\u00dfen Ballettstars alle drei Jahre in Tokio. Die G\u00e4ste in diesem Jahr sind:<\/p>\n<p>Elisa Badenes, Stuttgarter Ballett<br \/>\nRoberto Bolle, Ballett von La Scala, Mailand<br \/>\nWilliam Bracewell, The Royal Ballet (zum ersten Mal dabei)<br \/>\nMackenzie Brown, Stuttgarter Ballett (zum ersten Mal dabei)<br \/>\nDoroth\u00e9e Gilbert, Ballet de l&#8217;Op\u00e9ra national de Paris<br \/>\nMarcelo Gomes, Dresden Semperoper Ballett<br \/>\nMathias Heymann, Ballet de l&#8217;Op\u00e9ra national de Paris<br \/>\nKimin Kim, Mariinsky-Ballet<br \/>\nSarah Lamb, The Royal Ballet<br \/>\nHugo Marchand, Ballet de l&#8217;Op\u00e9ra national de Paris<br \/>\nVadim Muntagirov, The Royal Ballet<br \/>\nMay Nagahisa, Mariinsky-Ballet<br \/>\nMarianela N\u00fa\u00f1ez, The Royal Ballet<br \/>\nHannah O&#8217;Neill, Ballet de l&#8217;Op\u00e9ra national de Paris<br \/>\nDaniil Simkin<br \/>\nOlga Smirnova, Het Nationale Ballet, Holland<br \/>\nDiana Vishneva, Mariinsky-Ballet<br \/>\nFriedemann Vogel, Stuttgarter Ballett<\/p>\n<p>Weitere G\u00e4ste sollen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Friedemann Vogel nimmt bereits zum achten Mal am World Ballet Festival teil.<\/p>\n<p><strong>Benjamin Millepied<\/strong>, fr\u00fcherer T\u00e4nzer des New York City Ballet sowie Ballettdirektor der Pariser Oper, und die Hollywood-Schauspielerin <strong>Natalie Portman<\/strong>, die im umstrittenen Ballettfilm \u201eBlack Swan\u201c die Hauptrolle gespielt hatte, haben sich nach elf Jahren Ehe scheiden lassen.<\/p>\n<h2><strong>Ernennungen <\/strong><\/h2>\n<p>Seit M\u00e4rz 2024 ist der chilenische T\u00e4nzer <strong>C\u00e9sar Morales<\/strong> der neue Direktor des <strong>Ballet de Santiago<\/strong> in der chilenischen Hauptstadt. Morales studierte an der Schule der Kompanie und begann dort zu tanzen, stieg rasch zum Ersten Solisten auf und ging 2003 nach Europa. Dort tanzte er im English National Ballet, als Gast and der Wiener Staatsoper und war zuletzt 16 Jahre lang beim Birmingham Royal Ballet, zuletzt als Erster Solist. Er folgt in Santiago auf Luis Ortizoga, der als Nachfolger der langj\u00e4hrigen Direktorin Marcia Hayd\u00e9e von 2021 bis 2023 die Kompanie leitete. F\u00fcr seine erste Spielzeit k\u00fcndigt Morales folgende Premieren an: \u201eMarie Antoinette\u201c von Thierry Malandain, \u201eZorba, el Griego\u201c von Lorca Massine, Marcia Hayd\u00e9es \u201eDornr\u00f6schen\u201c und die Wiederaufnahme der erfolgreichen Produktion \u201eNijinska, secreto de la vanguardia\u201c von Avat\u00e2ra Ayuso. Morales ging aus einem langen, aufwendigen Auswahlverfahren der Stadt Santiago hervor und ist der f\u00fcnfte Chilene, der die Kompanie leitet.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Choreografin <strong>Maud Le Pladec<\/strong> ist zur neuen Direktorin des Centre Chor\u00e9graphique National &#8211; Ballet de Lorraine in Nancy ernannt worden. Sie folgt am 1. Januar 2025 auf den bisherigen Direktor Petter Jacobsson, der das Zentrum seit 2011 leitete. Le Pladec leitete bisher das CCN in Orl\u00e9ans und wurde gemeinsam mit Thomas Jolly zur Tanzdirektorin und Choreografin f\u00fcr die vier Zeremonien der Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris 2024 ernannt.<\/p>\n<p>Das Londoner Tanzhaus <strong>Sadler\u2019s Wells<\/strong> hat die Ernennung von sieben neuen Associate Artists angek\u00fcndigt. Die sieben Choreografen aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen sind <strong>Jules Cunningham<\/strong> (zeitgen\u00f6ssischer Tanz\/Queerness), <strong>Dan Daw<\/strong> (Inklusion\/Tanz mit behinderten Menschen), <strong>Oona Doherty<\/strong> (zeitgen\u00f6ssischer Tanz), <strong>Michelle Dorrance<\/strong> (Stepptanz), <strong>Seeta Patel <\/strong>(Bharatanatyam\/asiatischer Tanz), <strong>Alesandra Seutin<\/strong> (Acogny Technique\/Medien im Tanz\/Site-specific Dance) und <strong>Botis Seva<\/strong> (HipHop\/zeitgen\u00f6ssisch). Das Sadler\u2019s Wells Theatre wird Urauff\u00fchrungen bei ihnen in Auftrag geben, sie bei ihrer Entwicklung unterst\u00fctzen, ihnen Ressourcen und Technik zur Verf\u00fcgung stellen. Die weiteren Associate Artists des Tanzhauses sind die Balletboyz, Matthew Bourne, Sidi Larbi Cherkaoui, Jonzi D, Sharon Eyal, Sylvie Guillem, Michael Hulls, Michael Keegan-Dolan, Akram Khan, Russell Maliphant, Wayne McGregor, Crystal Pite, Kate Prince, Nitin Sawhney, Hofesh Shechter und Jasmin Vardimon.<\/p>\n<h2><strong>Ausgezeichnet<\/strong><\/h2>\n<p>Bei der Biennale in Venedig wurde der Goldene L\u00f6we f\u00fcr das Lebenswerk an <strong>Cristina Caprioli<\/strong> verliehen, der am Z\u00fcricher Schauspielhaus t\u00e4tige Choreograf <strong>Trajal Harrell<\/strong> erhielt den Silbernen L\u00f6wen. Die Italienerin Caprioli arbeitet in Farsta\/Schweden an neuen Formen der interdisziplin\u00e4ren und kollaborativen Praxis, ihr Oeuvre umfasst Installationen, Texte, Tanz-Soli und -Duos zu ausgreifenden Gruppen-Choreografien sowie Formaten, die die Kooperation zwischen Wissenschaft und Tanz erforschen. International wird sie mit ihrer ccap Company als eine Pionierin des Postmodernen Tanzes gefeiert. Der Amerikaner Trajal Harrell bringt in seinem \u201eerweiterten\u201c, postmodernen Tanz die verschiedensten Techniken wie Voguing und Butoh mit Elementen der Popkultur zusammen, die elit\u00e4re Kunst mit Subkultur.<\/p>\n<h2><strong>\u00a0<\/strong><strong>Kompanien<\/strong><\/h2>\n<p>Das <strong>San Franciso Ballet<\/strong>, das seit Ende 2022 von Tamara Rojo geleitet wird, hat eine Spende von 60 Millionen Dollar erhalten, die gr\u00f6\u00dfte in seiner Geschichte und wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte Spende in der Geschichte des amerikanischen Balletts. Sie stammt von einem anonymen Geldgeber, der die Kompanie bereits seit langen Jahren unterst\u00fctzt, und soll nicht nur bei der Entwicklung neuer Werke helfen, sondern die finanzielle Situation der Kompanie absichern. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil von 50 Millionen Dollar geht in das Grundverm\u00f6gen der Kompanie, das damit fast um die H\u00e4lfte anw\u00e4chst, die restlichen 10 Millionen Dollar flossen in die Kosten der ersten Spielzeit von Tamara Rojo, vor allem in Aszure Bartons Urauff\u00fchrung \u201eMere Mortals\u201c, deren Thema K\u00fcnstliche Intelligenz laut Rojo ein deutlich j\u00fcngeres Publikum angezogen hat. Im Februar wurde in San Francisco <strong>Jasmine Jimison<\/strong> zur Ersten Solistin bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Beim <strong>American Ballet Theatre<\/strong> wurde ein bereits beschlossener Streik der T\u00e4nzer und Inspizienten nur knapp abgewendet. Anfang Februar hatten die Gewerkschaft American Guild of Musical Artists (AGMA) und die T\u00e4nzer des ABT mit 95 % Zustimmung f\u00fcr einen Streik gestimmt, weil den T\u00e4nzern Vertr\u00e4ge angeboten worden waren, die f\u00fcr \u00fcber 20 Prozent von ihnen eine Bezahlung unter dem New Yorker Mindestlohn bedeutet h\u00e4tte. Laut AGMA verdient nur etwa ein Drittel der T\u00e4nzer genug, um in New York \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Ihre Vertr\u00e4ge laufen nur \u00fcber 36 Wochen, den Rest des Jahres erhalten sie Zusch\u00fcsse \u00fcber ihren Gewerkschaftsvertrag, brauchen einen Zweitjob oder machen Schulden. Laut Aussagen der T\u00e4nzer ist es unm\u00f6glich, mit ihrem Gehalt genug anzusparen, um \u00fcber diese Wochen zu kommen, eine Familie zu ern\u00e4hren oder f\u00fcr ihr weiteres Leben Vorsorge zu treffen. Mitte Februar verk\u00fcndete die Leitung des ABT eine Einigung \u00fcber erh\u00f6hte Lohne und bessere Arbeitsbedingungen, die geplanten Auff\u00fchrungen sind nicht in Gefahr. Die Gewerkschaft stimmte Ende Februar der Einigung zu.<\/p>\n<h2><strong>RIP <\/strong><\/h2>\n<p>Der Steppt\u00e4nzer, Broadway-Darsteller, Filmschauspieler, Choreograf und dreif\u00e4che Tony-Award-Preistr\u00e4ger <strong>Hinton Battle<\/strong> ist am 29. Januar im Alter von 67 Jahren gestorben. Er wurde als Sohn eines amerikanischen Offiziers in Deutschland geboren, studierte an der School of American Ballet und spielte bereits mit 18 Jahren seine erste Rolle am Broadway, die Vogelscheuche in \u201eThe Wiz\u201c, der Soul-Adaption des \u201eZauberers von Oz\u201c. Danach tanzte und sang er in Musicals wie \u201eDreamgirls\u201d, \u201eSophisticated Ladies\u201d, \u201eChicago\u201d, \u201eMiss Saigon\u201d oder \u201eThe Tap Dance Kid\u201d. Sp\u00e4ter arbeitete er als Choreograf, Produzent, Autor und Regisseur, er spielte in Fernsehserie und Filmen mit.<\/p>\n<p>Die kanadische Tanzpublikation <strong>Dance International<\/strong> wurde eingestellt. Das Print-Magazin wurde seit 1977 viertelj\u00e4hrlich von der Vancouver Ballet Society herausgegeben. Seit 2020 erschien es nur noch als Web-Magazine, das nun aus finanziellen Gr\u00fcnden ebenfalls eingestellt wurde.<\/p>\n<h2><strong>Gerichtsprozess<\/strong><\/h2>\n<p>Seit Februar findet im franz\u00f6sischen Nanterre ein Prozess \u00fcber die Rechte an Maurice Ravels ber\u00fchmter Komposition <strong>\u201eBolero\u201d<\/strong> statt. Die Kontrahenten sind die Rechteverwertungs-Organisation Sacem (Soci\u00e9t\u00e9 des Auteurs, Compositeurs et \u00c9diteurs de Musique, eine Art franz\u00f6sische GEMA) und die heutige Erbin von Ravels Nachlass, \u00c9velyne Pen de Castel \u2013 ihres Zeichens ersteheliche Tochter der zweiten Frau des Gatten der Masseuse von Ravels Schw\u00e4gerin. Geerbt hatte die Rechte des kinderlosen Komponisten einst Ravels Bruder Edouard, von ihm aus wurden sie an immer entferntere, nie mit Ravel verwandte Erben weitergegeben. Die verdienten sehr viel Geld damit und m\u00f6chten nun mit der These weiter Geld verdienen, dass Ravel das St\u00fcck nicht alleine komponiert habe. Ravel starb 1937, nach franz\u00f6sischem Recht sind seit 2016 eigentlich alle Rechte an seinem \u201eBolero\u201c frei, das hei\u00dft niemand erh\u00e4lt mehr Tantiemen, wenn das St\u00fcck gespielt wird. 2018 klagten die Erben des Malers Alexandre Benois darauf, dass er ein Mitautor des \u201eBolero\u201c sei, ein wenig sp\u00e4ter klagten Ravels legale Erben darauf, dass die Choreografin Bronislava Nijinska ebenfalls Mitautorin der Musik sei. Deren amerikanischer Erbe wollte sich nicht an der Klage beteiligen. Die Sacem wiederum betrachtet einzig den Komponisten als Autor des Musikst\u00fccks. Sollten den Klagen auf Mitautorenschaft stattgegeben werden, dann gelten die Verj\u00e4hrungsrechte der Mitautoren Benois und Nijinska, die erst 1960 bzw. 1972 gestorben sind. Das hei\u00dft, es m\u00fcssten mindestens noch weitere 70 Jahre nach ihrem Tod Tantiemen an alle Erben bezahlt werden, man k\u00f6nnte also am \u201eBolero\u201c weitere Jahre Geld verdienen. Die Erben klagen auch auf das Geld, das ihnen seit 2016 entgangen sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guillaume C\u00f4t\u00e9, langj\u00e4hriger Erster Solist und Star des National Ballet of Canada, wird seine Karriere nach der Spielzeit 2024\/2025 beenden. Er geh\u00f6rt seit 1998 zur Kompanie. Beim Mariinsky-Ballett wurde Renata Shakirova Anfang M\u00e4rz nach einer Auff\u00fchrung von \u201eShurale\u201c zur Ersten Solistin bef\u00f6rdert. 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