{"id":57855,"date":"2024-02-04T16:59:41","date_gmt":"2024-02-04T16:59:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=57855"},"modified":"2026-04-16T07:25:39","modified_gmt":"2026-04-16T07:25:39","slug":"ein-einziges-glueckliches-strahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/ein-einziges-glueckliches-strahlen\/","title":{"rendered":"Ein einziges gl\u00fcckliches Strahlen"},"content":{"rendered":"<h2>\u201eShades of Blue and White\u201c beim Stuttgarter Ballett<\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\">von Angela Reinhardt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eLa Bayad\u00e8re\u201c und direkt danach Forsythe? In Stuttgart findet man das Motto f\u00fcr diesen ungew\u00f6hnlich zusammengestellten Ballettabend in den Farben, bei dem wei\u00dfblauen Whopper rahmt die Farbe des Ballet blanc das typische Balanchine-Blau ein. Der hinrei\u00dfend tanzreiche Abend pr\u00e4sentiert den Spitzenschuh in drei seiner grundlegenden Anwendungsarten: akademisch, neoklassisch und modern. Obwohl man in Stuttgart die Klassik hochh\u00e4lt, verwundert es kaum, dass die Truppe im modernen Teil des Abends am besten aussieht.<\/p>\n<p>Denn dem Schattenakt aus \u201eLa Bayad\u00e8re\u201c, der 2018 zum Direktionsantritt von Tamas Detrich Premiere hatte, fehlt als grundlegende Zutat noch immer die Elegie, das Jenseitige. Natalia Makarovas herausgel\u00f6ste Fassung des dritten Aktes bleibt ein virtuoses Divertissement und versucht in dieser Ausstattung (die sich stark von Pier Luigi Samaritanis Originalb\u00fchnenbild unterscheidet) gar nicht erst, die Weite des Himalaya zu suggerieren. Durch einen riesigen Baum wirkt die B\u00fchne hoch statt weit, das Ganze sieht eher nach der Waldlichtung von \u201eGiselle\u201c aus. Beim Mariinsky und in anderen Inszenierungen suggerieren Felsen und Wolken ein entr\u00fccktes Nirwana, hier verengen, obwohl man sie wahrlich nicht br\u00e4uchte, die Tempelbilder auf den Seitenkulissen noch zus\u00e4tzlich das Blickfeld.<\/p>\n<p>Angef\u00fchrt von der traumverloren sicheren Elisa Ghisalberti gleiten die 24 Bayad\u00e8ren ihre Schr\u00e4ge hernieder und stehen ganz wunderbar in ihren vertikalen und horizontalen Linien; einen Unterschied zu Wilis oder Schw\u00e4nen aber sieht man kaum, kein Opiumtraum und kein Todeshauch entr\u00fcckt die hypnotisch m\u00e4andernde Linie aus der reinen Geometrie in elysische Gefilde. Auch beim Solistenpaar fehlt die Chemie, weder sehnt sich der verzweifelte Solor nach der toten Geliebten, noch wirkt sie wie eine jenseitige Vision. Adhonay Soares da Silva, Stuttgarts Mann f\u00fcrs Spektakul\u00e4re, dreht superbe verlangsamte Pirouetten, Elisa Badenes l\u00e4sst in ihrer wirbelnden Schlussdiagonale den Hauch des Himmels wehen \u2013 aber das Paar, das in \u201eDon Quixote\u201c so strahlend triumphierte, bleibt hier seltsam seelenlos.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57857\" aria-describedby=\"caption-attachment-57857\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-57857\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854-1024x654.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854-1024x654.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854-300x192.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854-768x490.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854-1536x981.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854-600x383.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW2_7854.jpg 1602w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57857\" class=\"wp-caption-text\">\u201eDas K\u00f6nigreich der Schatten\u201c, Ch. Natalia Makarova nach Petipa &#8211; Ensemble \u00a9 Stuttgarter Ballett<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_57858\" aria-describedby=\"caption-attachment-57858\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-57858\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045-1024x725.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"725\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045-768x544.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045-1536x1087.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045-600x425.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_1045.jpg 1701w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57858\" class=\"wp-caption-text\">\u201eDas K\u00f6nigreich der Schatten\u201c, Ch. Natalia Makarova nach Petipa &#8211; Elisa Badenes, Adhonay Soares da Silva \u00a9 Stuttgarter Ballett<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Solors Variation aus dem zweiten Akt, die Makarova zwischen die Variationen der drei Solo-Bayad\u00e8ren einf\u00fcgt, zeigt am n\u00e4chsten Abend David Moore, nicht unbedingt der gro\u00dfe Virtuose, sogar sch\u00f6nere Cabrioles als Soares und tanzt manches feiner, korrekter. Aber ach, es fehlt an fast allem, womit Stars wie Kimin Kim, Vladimir Shklyarov oder Vadim Muntagirov hier Furore machen: die H\u00f6he der Spr\u00fcnge, das Vom-Boden-Schnellen, das Verweilen in der Luft. Das ist viel zu brav f\u00fcr eine Kompanie von Weltrang; wie schade, dass Tamas Detrich, anders als sein Vorg\u00e4nger Reid Anderson, bei den Besetzungen zu stark an der Hierarchie klebt. Warum f\u00fcr das vergleichsweise kurze St\u00fcck nicht einmal einen seiner hochfliegenden jungen Herren einsetzen, Matteo Miccini zum Beispiel oder den sprungstarken Adrian Oldenburger, der auch die entsprechende Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Mackenzie Brown h\u00e4tte? Die neue Erste Solistin zeigt als Nikiya eine k\u00f6nigliche Haltung, sie zelebriert die Schritte ernst und hingebungsvoll, auf dem besten Weg zu jener tiefen Melancholie, die den Schattenakt pr\u00e4gen sollte. Unter den Solo-Bayad\u00e8ren \u00fcberzeugen Daiana Ruiz mit ihrer ruhigen, starken Technik, die ebenso firme Aoi Sawano und, frisch von der Cranko-Schule, die junge Abigail Willson-Heisel, die mit ihren grazilen Linien bereits einen eigenen Stil erkennen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Erinnert sich noch jemand an \u201eYou made me a monster\u201c, an \u201eDecreation\u201c, all die Installationen, Performances und Bewegungsstudien im Bockenheimer Depot in Frankfurt? Wie kehrte der allen enteilende Intellektuelle William Forsythe, der gr\u00fcblerische Kontorsionen von r\u00e4tselhaften Worten begleiten lie\u00df, pl\u00f6tzlich zu einer verspielten Leichtigkeit zur\u00fcck, ja sogar zum Spitzentanz? \u201eBlake Works I\u201c ist wie geschaffen f\u00fcr eine neue, lockere Generation von T\u00e4nzern \u2013 in der Interpretation der Stuttgarter erscheint das Werk wie ein einziges gl\u00fcckliches Strahlen. In seiner R\u00fcckerinnerung ans klassische Ballett wirkt das 2016 in Paris uraufgef\u00fchrte St\u00fcck fast wie ein \u201eDances at a Gathering\u201c f\u00fcr die Moderne; auch Jerome Robbins hatte damals viele andere Stile ausprobiert. 40 Jahre nach seiner Frankfurter Revolution muss Forsythe nichts mehr dekonstruieren, er muss das alte Ballett nicht mehr herausfordern, wie es die Generation um Sylvie Guillem und Laurent Hilaire damals so cool mit \u201eIn the Middle, Somewhat Elevated\u201c machte. Nachdem Forsythes Nachfolger den Vision\u00e4r jahrzehntelang kopierten und an seiner einzigartigen \u00c4sthetik herumschraubten, zeigt der Meister all den Epigonen, dass nur wenige von ihnen etwas wirklich Neues erfanden und zaubert fr\u00f6hlich mit dem uralten Idiom.<\/p>\n<p>Verglichen mit seinen \u201eBallet ballets\u201c wie \u201eVertiginous Thrill\u201c ist Forsythe nicht nur lockerer geworden, sondern sogar eloquenter als damals. Denn hier ist zu sieben Songs des britischen Barden James Blake alles drin \u2013 verlangsamte Drehungen, klassische Spr\u00fcnge, elegante Posen, und mit den weichen, lyrischen Passagen, die vom franz\u00f6sischen Stil beeinflusst scheinen, sogar etwas ganz Neues. Neben den gerundeten Armen aus der Klassik und den streng gestreckten aus der \u201eArtifact\u201c-Phase gibt es nun auch h\u00e4ngende Katzenpf\u00f6tchen oder ein leichtfertiges Sch\u00fctteln aus dem Handgelenk, ist das ein Hauch von Bob Fosse? Die H\u00fcften sind nicht mehr streng gekippt, sondern sie wippen jazzig, wir sehen Zitate aus Kinderspielen und die fr\u00fchere Strenge ist zu Ironie geworden. \u00dcberm\u00fctig spielt Forsythe mit der Virtuosit\u00e4t des klassischen Tanzes, fordert die T\u00e4nzer nie zum Protzen heraus, sondern tr\u00e4gt sie fr\u00f6hlich durch Spr\u00fcnge und Drehungen, l\u00e4sst sie in Freundschaft zusammendriften und entschwinden: Genau wie damals trifft er den Geist der heutigen Jugend. Wenn eine T\u00e4nzerin auf die gesungenen Worte \u201ehow wonderful you are\u201c ihre gerundeten Arme anstaunt, mag man sogar Thomas Mannsche Ironie erahnen. Anders als in den fr\u00fchen, in Stuttgart entstandenen \u201eLove Songs\u201c, wo die Frauen sich hart gegen den Sexismus der M\u00e4nner behaupten mussten, l\u00e4sst Elisa Badenes hier Jason Reilly nach einem verliebt-forschenden Duo einfach mal stehen \u2013 das Verh\u00e4ltnis der Geschlechter ist entspannt und vertraut.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57861\" aria-describedby=\"caption-attachment-57861\" style=\"width: 657px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-57861\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/RN29506.jpg\" alt=\"\" width=\"657\" height=\"526\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/RN29506.jpg 657w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/RN29506-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/RN29506-600x480.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57861\" class=\"wp-caption-text\">\u201eBlake Works I\u201c, Ch. William Forsythe &#8211; Mackenzie Brown \u00a9 Roman Novitzky<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Ensemble tanzt durchweg gro\u00dfartig, ob in der Premieren- oder der alternativen Besetzung. Flemming Puthenpurayil erobert in einem losgel\u00f6sten Solo die Weite der B\u00fchne, Mackenzie Brown swingt mit einem exquisiten Rhythmusgef\u00fchl zwischen Balanchine und Broadway, Rocio Aleman, Matteo Miccini, Henrik Erikson oder Clemens Fr\u00f6hlich haben Spa\u00df. Die T\u00e4nzer lieben das St\u00fcck und das St\u00fcck liebt seine T\u00e4nzer. Fraglos wird \u201eBlake Works I\u201c zu einem Klassiker der Moderne werden, die gro\u00dfen Kompanien rei\u00dfen sich um die Rechte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57860\" aria-describedby=\"caption-attachment-57860\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-57860\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535-1024x751.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"751\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535-768x563.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535-1536x1127.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535-600x440.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_4535.jpg 1700w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57860\" class=\"wp-caption-text\">\u201eSiebte Sinfonie\u201c, Ch. Uwe Scholz &#8211; Aoi Sawano, Vincent Travnicek \u00a9 Stuttgarter Ballett<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die \u201eSiebte Sinfonie\u201c von Uwe Scholz geh\u00f6rt zu den Signaturst\u00fccken, die aus Stuttgart in die Welt hinausgegangen sind, zuletzt war sie beim Birmingham Royal Ballet zu sehen, aktuell bei Les Grands Ballets Canadiens. Von George Balanchines Neoklassik unterscheidet sich Scholz, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 20. Mal j\u00e4hrt, durch eine eher kleinteilige Architektur \u2013 zu Beethovens Musik zentriert er seine Strukturen nicht auf die Mittelachse, sondern kombiniert immer wieder zwei Schaupl\u00e4tze, bevor sich die Gruppe wieder im Unisono zusammenfindet. Zwischen abstrakten Keilformationen, Kreisen oder Linien blitzen Vignetten der Freundschaft auf \u2013 Freundinnenpaare, die sich unterhaken und zu einer langen Kette werden, oder die zwei Joker, die erst einzeln, dann gemeinsam \u00fcber die B\u00fchne jagen (Matteo Miccini und Dorian Plasse, am n\u00e4chsten Tag Edoardo Sartori und Plasse, allesamt mit leichten, feinen Spr\u00fcngen). Mit vielen Arabesquen stellt Scholz die Sch\u00f6nheit der Ballerinen heraus, wie bei Balanchine bleiben die M\u00e4nner eher Partner. Wolfgang Stollwitzer war damals 1991 mit Beatriz de Almeida die Premierenbesetzung, heute ist er wieder als Ballettmeister in Stuttgart und war sicher an der Einstudierung beteiligt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57859\" aria-describedby=\"caption-attachment-57859\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-57859\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101-1024x601.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101-1024x601.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101-300x176.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101-768x451.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101-1536x901.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101-600x352.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/BW1_3101.jpg 1602w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57859\" class=\"wp-caption-text\">\u201eBlake Works I\u201c, Ch. William Forsythe \u2013 Ensemble \u00a9 Stuttgarter Ballett<\/figcaption><\/figure>\n<p>Man freute sich \u00fcber Miriam Kacerova, die nach ihrer Schwangerschaft auf die B\u00fchne zur\u00fcckgekehrt ist, genau wie Gabriel Figueredo nach seiner Verletzung in \u201eBlake Works I\u201c. Und man l\u00e4chelte \u00fcber Vincent Travnicek, der im dritten Satz so lustig seine Augenbrauen tanzen l\u00e4sst, wenn er diverse M\u00e4dchen einf\u00e4ngt. Hinter dem Hauptpaar Agnes Su und Jason Reilly, das am Premierentag noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt war, st\u00fcrzte sich eine neue, junge Generation in das rasante St\u00fcck, das an den ersten beiden Abenden noch rasanter klang als gewohnt, weil Dirigent Mikhail Agrest geradezu durch Beethovens Musik hetzte, vor allem im vierten Satz. Mit Elisa Badenes und Mart\u00ed Paix\u00e0 war die zweite Besetzung dann bestens f\u00fcr das irre Tempo pr\u00e4pariert und hielt souver\u00e4n mit. Die Spanierin passt mit ihrer federleichten Geschmeidigkeit ideal in die Rolle, Paix\u00e0 ist ein gro\u00dfartiger, aufmerksamer Partner und beide strahlen vor Charme. Dennoch sieht es merkw\u00fcrdig aus, wenn sich das St\u00fcck zum Wettbewerb zwischen T\u00e4nzern und Orchester entspinnt, wo eigentlich ein Miteinander sein sollte. Agrest, der bekanntlich juristisch gegen seine fristlose Entlassung als Musikdirektor des Balletts vorging und nun doch wieder am Pult steht, hatte das Tempo nicht nur hier, sondern bereits in \u201eInitialen R.B.M.E.\u201c oder im Pas de trois in \u201eRomeo und Julia\u201c viel zu stark angezogen und legt augenscheinlich wenig Wert auf t\u00e4nzerfreundliches Dirigieren. Aber auch Beethoven steht diese Hektik nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eShades of Blue and White\u201c beim Stuttgarter Ballett von Angela Reinhardt &nbsp; \u201eLa Bayad\u00e8re\u201c und direkt danach Forsythe? 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