{"id":57725,"date":"2024-01-15T08:19:46","date_gmt":"2024-01-15T08:19:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=57725"},"modified":"2026-04-16T07:25:40","modified_gmt":"2026-04-16T07:25:40","slug":"sprung-in-eine-neue-dimension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/sprung-in-eine-neue-dimension\/","title":{"rendered":"Sprung in eine neue Dimension"},"content":{"rendered":"<h2>Tanz Theater Pforzheim profiliert sich mit der Urauff\u00fchrung \u201eRauschbol\u00e9ro\u201c<\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\">von Alexandra Karabelas<\/p>\n<p>Ein wei\u00df schimmerndes Dreieck vorn an der heruntergelassenen B\u00fchnenwand. Wei\u00dfe, am Boden sich aufb\u00e4umend liegende Vorh\u00e4nge hinten links, als sie verschwindet. Daf\u00fcr erscheint ein gro\u00dfes, wei\u00df ausgeleuchtetes Rechteck, schr\u00e4g auf dem B\u00fchnenboden platziert. Sanft werden die Stoffbahnen an d\u00fcnnen Schn\u00fcren nach oben gezogen. Wind bl\u00e4st, und die meterlangen Schleier w\u00f6lben sich nach vorn. Ihnen sanft enth\u00fcllt: Die schmale T\u00e4nzerin Emilia Fridholm, stehend, mit der H\u00fcfte in der Hose die Bewegungen des flie\u00dfenden Materials in der Luft sanft aufnehmend, den Blick auf das filigrane, sich bewegende Gebirge der Herkunft ihrer Figur gerichtet. Sie k\u00f6nnte vor einem Zimmer oder Haus der Vergangenheit stehen. Vor einem Gebirge der K\u00e4lte. Sie k\u00f6nnte ein Traumwesen sein, wie es das Ballett in seinen erz\u00e4hlerischen Gegenwelten eingekleidet in T\u00fctus kennt, nur eben heute in die Welt geworfen. Sie k\u00f6nnte eine Seele sein, aus dem \u00fcberdimensionalen Scho\u00df der Mutter mit einem K\u00f6rper geboren. So abstrakt das von Nora Johanna Gromer entworfene B\u00fchnen- und Kost\u00fcmbild scheint, so vielf\u00e4ltig sind die Bilder, die es assoziieren l\u00e4sst. Der Stoff ist Protagonist.<\/p>\n<p>Blickt man wieder auf die Figur Fridholms, hat sich das eigene Zeitgef\u00fchl schon ver\u00e4ndert. Es liegt Zeit zwischen ihr und ihrer \u201eGeburt\u201c, die sich doch erst vor wenigen Sekunden \u201eereignet hatte\u201c. Viel Zeit. Fridholms Figur ist erwachsen. Dumpfe Schl\u00e4ge und Fl\u00e4chen aus Sound setzen die Landschaft fort, die hier mit wenigen Strichen entworfen worden ist.<\/p>\n<p><strong>Spiel mit dem Zeitempfinden, Modell f\u00fcr Aufmerksamkeit<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEntre\u201c, so der Titel des St\u00fccks, z\u00e4hlt zu jenen St\u00fccken, die dem Zuschauenden Raum geben, loszulassen &#8211; von was auch immer \u2013 und anzukommen &#8211; wo auch immer. Seine Erz\u00e4hlzeit betr\u00e4gt drei\u00dfig Minuten, seine erz\u00e4hlte Zeit ist unendlich. Dazwischen, wie in einem Ozean, tauchen Inseln auf, in denen Zeit als vergangene Zeit, als Erinnerung, greifbar wird. Es bedarf keiner Anstrengung, das Gezeigte interpretieren oder verstehen zu m\u00fcssen. Es geht bei \u201eEntre\u201c darum, mit den Augen bei Friedholm und vier weiteren T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern zu bleiben, die mittlerweile bei ihr sind. Die eigene Wahrnehmung sch\u00e4rft sich. Man schaut genau, weil man die Zeit bekommt. Man sieht: Es gibt zwischen den Gestalten keine Konflikte, aber Kontraste. Keine Abgrenzung, daf\u00fcr Aufmerksamkeit und Autonomie. Keine Isolation, und genau deswegen: Individualit\u00e4t und Verbundenheit. Mar Rodr\u00edguez Valverde, die Choreografin und Trainingsleiterin bei Tanz Theater Pforzheim, hat den Fluss der gemeinsamen Bewegung der f\u00fcnf durch Stops, Loops, Momente in Slow Motion oder Explosionen organisiert und vorgesteuert \u2013 als Spiel mit dem Zeitempfinden, als Modell f\u00fcr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Das funktioniert hervorragend. \u201eEntre\u201c ist ein gro\u00dfartiges St\u00fcck. Bet\u00f6rend sind dann die Momente, als man die Kl\u00e4nge von Maurice Ravels \u00a0\u201eBol\u00e9ro\u201c wie von einer alten, zerkratzten Schallplatte h\u00f6rt. \u201eBol\u00e9ro\u201c ist \u201eVergangenheit\u201c, dieser Welt auf der B\u00fchne \u201edavor gewesen\u201c, die im Gegensatz steht zu dem, was Maurice Ravels \u201eBole\u00e9ro\u201c-Komposition aus dem Jahr 1928 zum ausdruck bringt: Melodie, Rhythmus, Harmonik, aber auch Kontrolle, Entgrenzung und Extase.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57729\" aria-describedby=\"caption-attachment-57729\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57729 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild1_Ensemble_Foto_MartinSigmund-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57729\" class=\"wp-caption-text\">\u00a0&#8220;Entre&#8221;. Ch. Mar Rodr\u00edguez Valverde in Zusammenarbeit mit den T\u00e4nzer*innen, Fotos Marting Sigmund<\/figcaption><\/figure>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-57730\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Entre_Bild2_Ensemble_Foto_MartinSigmund-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><strong>Kommentar zu \u201eBol\u00e9ro\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Es ist bedauerlich, dass dieses Tanzst\u00fcck den ersten und nicht den zweiten Teil des neuen Tanzabends am Theater Pforzheim bildet. Es h\u00e4tte als Kommentar der anderen Urauff\u00fchrung, der Neuinszenierung des \u201eBol\u00e9ro\u201c, kreiert von Damian Gm\u00fcr und Rita Aozane Bilibio, wirken k\u00f6nnen. Als Gegen-Entwurf zur dort vorgestellten Welt. Diese ist so kalt wie sie einst Thomas Mann in \u201eDr. Faustus\u201c in Verarbeitung von Goethes \u201eFaust\u201c als Diagnose der Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg entworfen hat. Zu Beginn durchsickern dichte Nebelschwaden den Raum, nachdem der eiserne Vorhang hochgezogen worden war und man ein Zitat aus Nietzsches \u201e\u00dcber Wahrheit und L\u00fcge im au\u00dfermoralischen Sinne\u201c aus dem Jahr 1873 \u00fcber die Hochmut des menschlichen Intellekts gegen\u00fcber Gott und Natur geh\u00f6rt hatte. Ein tief \u00fcber dem Boden h\u00e4ngender Lichtschacht, der langsam hochgezogen wird, kreiert das Bild eines OP-Saals. Als der Lichtschacht immer h\u00f6her f\u00e4hrt, entsteht das Bild einer H\u00f6hle. Oder einer: H\u00f6lle. Denn anstatt dass die Menschen von hier aus wie in Platons H\u00f6hlengleichnis den Aufstieg zur Welt der Ideen, sprich zu Vernunft und Einsicht erleben, beherrschen in den unz\u00e4hligen Bewegungsbildern Hektik und doch Verlorensein, Egozentrik, Bet\u00e4ubung und Verbl\u00f6dung die Masse und ihre Individuen. Gm\u00fcr und Bilibio legen so aktuelle Welterfahrungen auf den Seziertisch der Kunst, vergleichbar wie es derzeit Goyo Montero in N\u00fcrnberg mit seiner Neuinszenierung \u201eDer Steppenwolf\u201c leistet. Es ist eine Welt, in der der Irrsinn die Oberhand gewinnt.<\/p>\n<p>Und so ist das Ensemble in dieser Neuinszenierung, die als unausgesprochenen\u00a0Untertitel &#8220;Das H\u00f6llentor&#8221; mit sich tr\u00e4gt,\u00a0st\u00e4ndig am Rennen. Es l\u00e4uft vereinzelt oder synchron zu zweit. Es variiert dabei eine Vielzahl an Bewegungen, die aus Sport und Spiel kommen, aber auch an die typischen Hand- und Kopfhaltungen etwa eines Nijinsky erinnern. Es \u00a0wuchtet sich dazwischen stehend oder kniend unter dem Lichtschacht atemlos zur Gruppe zusammen, den Blick frontal nach vorne gerichtet, in breiter zweiter Position, das Kinn gereckt, die Mimik immer wieder verzogen in Grimassen. Die ganze Zeit links neben ihnen, auf einer Bahn mit dem R\u00fccken zum Publikum, sich nach vorne und wieder nach hinten tastend: ein nackter Mann, der seine Kleidung auf dem Arm tr\u00e4gt. Es ist Adam, der Welt ausgesetzt, nach dem Verlust des Paradieses. Es ist ein Gefangener. Dargestellt als Ersch\u00f6pfter, als Ausgesetzter, als Nichtbeachteter, als Sterbender.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57728\" aria-describedby=\"caption-attachment-57728\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57728 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild13_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57728\" class=\"wp-caption-text\">\u00a0&#8220;Bol\u00e9ro&#8221;. Ch. Rita Aozane Bilibio und Damian Gm\u00fcr, Foto Martin Sigmund<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_57727\" aria-describedby=\"caption-attachment-57727\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-57727\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/THPF_RauschBolero_Bolero_Bild10_Ensemble_Foto_MartinSigmund-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57727\" class=\"wp-caption-text\">Ensemble, Foto Martin Sigmund<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bet\u00e4ubung und Irrsinn als Welterfahrung<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem sich das St\u00fcck auf diese Weise warmgelaufen hat, getragen von den anschwellenden Kl\u00e4ngen des \u201eBol\u00e9ro\u201c, setzt es ab der Mitte zum Flug in \u00dcberschallgeschwindigkeit an. Ursache ist die Szene, in der das Ensemble auf dem Boden kniet, jeder mit aufrechtem Oberk\u00f6rper, die Augen sind geschlossen, die H\u00e4nde zu F\u00e4usten geformt, mit nach oben gerichteten Daumen. Besser lie\u00dfe sich ein Bild f\u00fcr Bet\u00e4ubung kaum darstellen. Etwa gleichzeitig schiebt sich der britische T\u00e4nzer Dominik McAinsh als markanter Charakter immer mehr ins Bild. Er ist es, der ab jetzt das St\u00fcck nach vorne peitscht, mit erhobenen Stinkefingern, wechselnden Gesichtern und dabei einer t\u00e4nzerischen und darstellerischen Brillanz, die heraussticht. Auch das ist der \u201eBol\u00e9ro\u201c: Er legt das gro\u00dfe Potenzial des Ensembles frei und fordert es mit Erfolg ein \u2013 Chapeau!<\/p>\n<p><strong>Profilierung des Pforzheimer Repertoires<\/strong><\/p>\n<p>Als Gesamtkunstwerk setzt \u201eRauschbol\u00e9ro\u201c, wie der Abend hei\u00dft, einen wichtigen Weg in Bezug auf Profil und Repertoire-Entwicklung im Tanz am Theater Pforzheim fort. Denn lange und gezielt hat die von Guido Markowitz seit 2015 geleitete Sparte auf die Entwicklung einer zweiten Linie im Repertoire hingearbeitet. Neben dem kurzweiligen, bildstarken tanztheatralen Erz\u00e4hlballett f\u00fcr alle Generationen, das Guido Markowitz selbst vertritt, galt es sowohl choreografisch wie t\u00e4nzerisch ein anderes Spektrum zu generieren, das, unter anderem inspiriert von der Dynamik, dem Reichtum und der Eigenwilligkeit des zeitgen\u00f6ssischen israelischen Tanzes, mit dem sich Gm\u00fcr und Bilibio seit Jahren intensiv auseinandersetzen, andere M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, den Tanz als Spiegel und Seismograf von Begehren, Welt und Wirklichkeit, Gegen-Welten, inneren Zust\u00e4nden und Gemeinschaften sprechen zu lassen. So vorbereitet durch wichtige Neukreationen etwa von Gil Kerer oder Sita Ostheimer (\u201eAnother Land\u201c, Molimo\u201c), durch Damian Gm\u00fcr selbst in den St\u00fccken \u201e45\u201c, \u201eWolken, die uns nicht tragen\u201c und \u201eio \u2013 Licht\u201c oder durch gemeinsame Produktionen von Markowitz und Gm\u00fcr, in denen sie ihre unterschiedlichen choreografischen Ans\u00e4tze und energetischen Qualit\u00e4ten auf ein gemeinsam zu Erz\u00e4hlendes ausrichteten, so etwa bei \u201eBeethoven. Unerh\u00f6rt. Grenzenlos\u201c oder \u201eNurejew\u201c, setzte das Ensemble mit \u201eRauschbol\u00e9ro\u201c und erstmals Rita Aozane Bilibio zum Sprung in die n\u00e4chsth\u00f6here Dimension an. Weiter so!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tanz Theater Pforzheim profiliert sich mit der Urauff\u00fchrung \u201eRauschbol\u00e9ro\u201c von Alexandra Karabelas Ein wei\u00df schimmerndes Dreieck vorn an der heruntergelassenen B\u00fchnenwand. Wei\u00dfe, am Boden sich aufb\u00e4umend liegende Vorh\u00e4nge hinten links, als sie verschwindet. Daf\u00fcr erscheint ein gro\u00dfes, wei\u00df ausgeleuchtetes Rechteck, schr\u00e4g auf dem B\u00fchnenboden platziert. Sanft werden die Stoffbahnen an d\u00fcnnen Schn\u00fcren nach oben gezogen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":57726,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[72],"tags":[],"class_list":["post-57725","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-performance"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57725"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57725\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57733,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57725\/revisions\/57733"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}