{"id":55983,"date":"2023-02-14T12:32:13","date_gmt":"2023-02-14T12:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=55983"},"modified":"2026-04-16T07:25:51","modified_gmt":"2026-04-16T07:25:51","slug":"mehr-ethik-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/mehr-ethik-bitte\/","title":{"rendered":"Mehr Ethik bitte"},"content":{"rendered":"<p>Die Meinungsfreiheit ist neben der Unversehrtheit das h\u00f6chste Gut in einer Demokratie. Doch zunehmend wird der Begriff Freiheit aus dem gesellschaftlichen Kontext gel\u00f6st. Freiheit erscheint \u201eliberal\u201c gedacht als die je eigene Freiheit, die alles f\u00fcr sich beanspruchen darf &#8211; selbst und gerade wenn es auf Kosten anderer geht.<\/p>\n<p>Die Freiheit auf Meinung ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Willk\u00fcr, herauszuschreien, was einem gerade so (nicht) passt. Vergessen wird dabei, dass eine Meinung, die gegen\u00fcber anderen ge\u00e4u\u00dfert wird, auch begr\u00fcndet zu sein hat. Sonst ist sie eine rein private Angelegenheit und hat in der \u00d6ffentlichkeit, ob in den sozialen Medien oder in der Zeitung, nichts zu suchen. Es muss also Argumente geben, weswegen man eine Meinung hat. Und diese Argumente kann man dann zur \u00f6ffentlichen Diskussion stellen.<\/p>\n<p>Den Medien kommt da in unserer Demokratie eine herausragende Rolle zu. Sie haben die Aufgabe, die \u00d6ffentlichkeit so in Kenntnis zu setzen, dass der Einzelne nicht nur eine Ansicht vorgesetzt bekommt, sondern eine begr\u00fcndete Meinung, so dass er selbst f\u00fcr sich die Argumente abw\u00e4gen kann. So sollte es ein. Doch die auflagenf\u00f6rdernde Gier nach Sensationen und Skandalen l\u00e4sst die grundlegend ethische Grundlage, die f\u00fcr ein friedlichen Zusammenleben in einer Demokratie unerl\u00e4sslich ist, au\u00dfer Acht. Hauptsache es gibt Likes.<\/p>\n<p>Wenn es gar in Missbrauch umschl\u00e4gt, und der Schreibende seine Macht wittert, nicht einer Sache, sondern sich selbst und seinem Marktwert zu dienen, dann sind die Grenzen gefallen und es herrscht Krieg.\u00a0 Daf\u00fcr inszeniert man gerne jede erdenkliche Treibjagd, um sich dann emp\u00f6rt als Opfer zu stilisieren, wenn der in die Enge Getriebene zuschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Wer als Betroffener so eines Schreibangriffs keine Gegen\u00f6ffentlichkeit mobilisieren kann, hat dann schlechte Karten &#8211; und irgendwann auch sehr schlechte Nerven. Vor allem, wenn es sich bei den Betroffenen um Personen handelt, die als K\u00fcnstler hervortreten. Sie werden in ihrem ureigensten Inneren angegriffen, wenn sie kreativ und einzigartig auf der B\u00fchne t\u00e4tig sind. Sie werden als Person vernichtet.<\/p>\n<p>Speziell die Kritik hat da eine tiefe ethische Verantwortung. Kritik hei\u00dft ja nicht, dass man etwas schlecht macht. Kritik bedeutet ihrem Ursprung nach seit Kants ber\u00fchmten Kritiken ja nichts anders als Analyse. Es ist die Aufgabe der Kritik, das Geh\u00f6rte, das Gesehene zu analysieren. Und es ist die Aufgabe, respektvoll miteinander um zugehen. Wenn eine Auff\u00fchrung, ein Ballett nicht gefallen hat, dann gibt es Argumente, die weit dar\u00fcber hinausgehen, dass sich der Kritiker*in gelangweilt hat. Auch pers\u00f6nliche Pr\u00e4ferenzen der Schreibenden haben als solche kenntlich gemacht zu werden. Schlie\u00dflich wollen wir ja alle m\u00fcndigen B\u00fcrger bleiben. Und wir wollen unser Recht auf unsere Meinungsfreiheit selbst wahrnehmen.<\/p>\n<p><em>Ute Fischbach-Kirchgraber<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Meinungsfreiheit ist neben der Unversehrtheit das h\u00f6chste Gut in einer Demokratie. Doch zunehmend wird der Begriff Freiheit aus dem gesellschaftlichen Kontext gel\u00f6st. 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