{"id":55653,"date":"2023-01-05T09:46:29","date_gmt":"2023-01-05T09:46:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=55653"},"modified":"2026-04-16T07:25:53","modified_gmt":"2026-04-16T07:25:53","slug":"leserbrief-zu-die-schweiz-schafft-das-ballett-ab-kuenstlerische-fehlreaktion-von-angela-reinhardt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/leserbrief-zu-die-schweiz-schafft-das-ballett-ab-kuenstlerische-fehlreaktion-von-angela-reinhardt\/","title":{"rendered":"Leserbrief zu \u201eDie Schweiz schafft das Ballett ab, K\u00fcnstlerische Fehlreaktion\u201c, von Angela Reinhardt"},"content":{"rendered":"<p><em>Dance for you, Weihnachtsausgabe\u00a0 Nr. 107, Dezember 2022, S. 6<br \/>\nLeserbrief von Cornelia Stilling- Andreoli<\/em><\/p>\n<p>John Cranko hat \u201eDer Widerspenstigen Z\u00e4hmung\u201c vor \u00fcber dreissig Jahren geschaffen, die Zeit war eine ganz andere als die heutige. Cranko h\u00e4tte gesagt \u201e Z\u00e4hmung? Raus damit, wir m\u00fcssen etwas Neues machen\u201c. Cranko hat Shakespeare verstanden, er hat ihn gelesen. Es war damals lustig, aber heute ist es l\u00e4ngst nicht mehr so lustig. Aber ich war auch nicht die erste komische T\u00e4nzerin. Es gab vor mir andere, so L\u00e9onide Massine, der in der Kom\u00f6die sehr stark war&#8230;.\u201c<br \/>\nM\u00e1rcia Hayd\u00e9e im Gespr\u00e4ch mit St.-A. Mai 2003<\/p>\n<p>Es nimmt nicht wunder, dass das klassische Ballett in der Schweiz &#8211; und nicht nur dort \u2013 \u201ezur\u00fcckgefahren\u201c wird und die Subventionsgelder dort nicht mehr grossz\u00fcgig gew\u00e4hrt werden wie einst. Die Vorw\u00fcrfe sexuellen Missbrauchs sind das eine, das andere ist die Frage der Erneuerungsf\u00e4higkeit des klassischen Balletts, insbesondere der alten Ballettklassiker und \u2013 romantiker, aber auch der Handlungsballette oder Literaturballette.<br \/>\nDie goldenen Zeiten der alten Klassiker mit Fonteyn und Nureyev in den fr\u00fchen Sechzigern oder etwa auch der einstigen Bolschoi- Ballerina Natalia Bessmertnova in den fr\u00fchen Achtzigern sind im Ged\u00e4chtnis von Liebhabern des klassischen Balletts verankert; sie lassen sich nicht zur\u00fcckholen.<br \/>\nOhnehin schon bei Vielen unter Kitschverdacht stehend, hat es das klassische Ballett im Gegensatz zur Klassischen Musik heute oft schwer, sich zu behaupten. Es wirkt meist nicht mehr stimmig und altbacken, und es bedarf einer perfekten Beherrschung der klassischen Tanztechnik, \u00fcber die etwa der britische T\u00e4nzer Xander Parish verf\u00fcgt, um dem choreografischen Regelwerk aufs Neue die Transparenz zu verschaffen, die es braucht. Die alten Klassiker wie Schwanensee oder Dornr\u00f6schen sind eine Einladung zur Projektion von Fantasien, die heute nicht mehr tragf\u00e4hig, nicht mehr verheissungsvoll sind.<br \/>\nDer amerikanische Choreograf William Forsythe hat in den fr\u00fchen Achtzigerjahren die \u00fcblichen Vorstellungen von Stabilit\u00e4t umgekehrt und hinterfragt, was Tanz \u00fcberhaupt ist, ein entscheidender Faktor, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Auch die moderne Choreografin Sharon Eyal deutet in ihren St\u00fccken zukunftsweisende Leerstellen an, die ein imaginiertes Zentrum bilden und zeigt damit das Gegenteil dessen, was gemeinhin unter Ballett verstanden wird. Ihre industriell anmutenden K\u00f6rperformen sind eher untypisch f\u00fcr Tanz. Das alte klassische Ballett kann da nur schwer mit der Avantgarde des Tanzes mithalten. Das klassische Ballett muss sich radikal erneuern, anderenfalls ist es auf dem besten Weg, sich zu delegitimieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dance for you, Weihnachtsausgabe\u00a0 Nr. 107, Dezember 2022, S. 6 Leserbrief von Cornelia Stilling- Andreoli John Cranko hat \u201eDer Widerspenstigen Z\u00e4hmung\u201c vor \u00fcber dreissig Jahren geschaffen, die Zeit war eine ganz andere als die heutige. Cranko h\u00e4tte gesagt \u201e Z\u00e4hmung? Raus damit, wir m\u00fcssen etwas Neues machen\u201c. Cranko hat Shakespeare verstanden, er hat ihn gelesen. 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