{"id":55359,"date":"2022-11-10T05:06:21","date_gmt":"2022-11-10T05:06:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=55359"},"modified":"2026-04-16T07:28:48","modified_gmt":"2026-04-16T07:28:48","slug":"romeo-und-julia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/romeo-und-julia\/","title":{"rendered":"\u201eRomeo und Julia\u201c"},"content":{"rendered":"<h3>Hier siegt die Liebe nicht. Aber der Tanz! \u201eRomeo und Julia\u201c von David Dawson in Dresden<\/h3>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Fotos: \u00a9 Semperoper Dresden\/Jubal Battisti<\/em><\/p>\n<p>\u201eRomeo und Julia\u201c, das Ballett nach Shakespeares 1595 uraufgef\u00fchrter Trag\u00f6die, mit der genialen Musik von Sergej Prokofjew, wurde 1938 in Brno uraufgef\u00fchrt. Leider kein so gro\u00dfer Erfolg. Dieser stellte sich erst ein mit der sowjetischen Erstauff\u00fchrung, zwei Jahre sp\u00e4ter, in der Choreografie von Leonid M. Lawrowski, mit dem Kirov-Ballett in Leningrad. Damit erreichte dieser, seit 1785 nachweislich, bis in die Gegenwart sehr beliebte Ballettstoff, seinen bis heute unbestreitbaren H\u00f6hepunkt: Es ist der Klassiker unter den Handlungsballetten des 20. Jahrhunderts, und wie man sieht, dieser Erfolg setzt sich fort.<\/p>\n<p>Wenn sich heute ein Choreograf den Herausforderungen einer Neudeutung, nat\u00fcrlich unter Wahrung der Vorgaben des Librettos von Lawrowski und Prokofjew stellt, dann geht er immer ein Wagnis ein. Dass aber zu diesem Wagnis auch der Mut geh\u00f6rt, ganz eigene, aus historischem R\u00fcckblick, sensibler Wahrnehmung der Gegenwart, und dem unverstellten Blick auf die Zukunft, Akzente zu setzen ist dann in keiner Weise als Widerspruch zu sehen. Jedenfalls nicht in David\u00a0Dawsons Dresdner choreografischer Urauff\u00fchrung.<\/p>\n<p>In Dresden aber, das wurde am Abend der Premiere sehr deutlich, gibt es dazu noch eine besondere Herausforderung. Es ist das Spiel der S\u00e4chsischen Staatskapelle unter der Leitung von Benjamin\u00a0Pope.<br \/>\nMit welcher Resonanz der Vielschichtigkeit dieser Partitur, seien es die starken und dramatischen Klangbilder, dann wieder die Momente der Z\u00e4rtlichkeit &#8211; immer aber, so in der ber\u00fchmten Balkonszene &#8211; unterlegt von mitunter kaum wahrnehmbaren, aber dann doch h\u00f6rbaren Kl\u00e4ngen sich abzeichnender Tragik. Prokofjew ist ja zudem ein Meister der Rhythmik, des T\u00e4nzerischen, und dann auch des klingenden Humors.<br \/>\nMeisterhaft wird in Dresden unter der Leitung dieses balletterfahrenen Dirigenten musiziert und wenn sich nach dem Vorspiel der Vorhang \u00f6ffnet, dann hat der Klang schon so viele Bilder erzeugt, Assoziationen geweckt, dass man sich einstellen mu\u00df darauf, wie nun bewegte und immer wieder zutiefst bewegende Sprache des Tanzes sich vereint mit der des Klanges und des Raumes.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55361\" aria-describedby=\"caption-attachment-55361\" style=\"width: 1833px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55361\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia.jpg\" alt=\"\" width=\"1833\" height=\"1223\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia.jpg 1833w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/0264_Romeo_und_Julia-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1833px) 100vw, 1833px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55361\" class=\"wp-caption-text\">J\u00f3n Vallejo (Mercutio), Alejandro Mart\u00ednez (Benvolio), Julian Amir Lacey (Romeo), Marcelo Gomes (Tybalt) und Ensemble<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den Raum und die Kost\u00fcme hat \u00a0J\u00e9r\u00f4me Kaplan entworfen. Auch er bezieht sich auf Traditionen, und man liegt sicher nicht falsch wenn man in der Aufteilung und dem Wandel der so unterschiedlich grundierten Szenen auch schon mal an John Crankos geniale Vergegenw\u00e4rtigung dieser Trag\u00f6die denkt, hier vor allem, an die in historisierendem Dialog der Optik gestalteten Bilder der Szenen von J\u00fcrgen Rose, vor 60 Jahren mit dem Stuttgarter Ballett.<\/p>\n<p>Kaplan geht nat\u00fcrlich im \u00e4sthetischen Dialog mit Dawson weiter. Bei ihm bildet eine zeitlose Architektur aus schroffem, bedrohlich grauem Beton so etwas wie die un\u00fcberwindbare Begrenzung der B\u00fchne. Dass es in diesem Beton dennoch so etwas wie Lichtblicke geben kann verdankt sich dem Tanz, etwa in der so grandiosen wie ber\u00fchrenden Balkonszene. Hier aber, auch das spricht f\u00fcr diese Inszenierung, erfahren die bedrohlich, dunklen Untert\u00f6ne der eigentlich sich aufschwingenden Musik des Tanzes, so etwas wie eine hier noch nicht unbedingt wahrzunehmende Warnung.<br \/>\nUnd dann f\u00fcgt es sich, dass eben alle an diesem Beton scheitern werden, Romeo und seine Freunde im jugendlichen Irrtum &#8211; wenn n\u00f6tig mit Humor &#8211; gegen die H\u00e4rte des Betions anzugehen, st\u00e4rker noch mit den Emotionen liebevoller Zuneigung, und es sind die anderen, tragischerweise ebenso junge Menschen, die Kaplan in schwarz kleidet, die den t\u00f6dlichen Staub des Betons dieser Gegenwart\u00a0 l\u00e4ngst in sich tragen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55362\" aria-describedby=\"caption-attachment-55362\" style=\"width: 861px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55362\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia.jpg\" alt=\"\" width=\"861\" height=\"1076\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia.jpg 861w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia-300x375.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3169_Romeo_und_Julia-600x750.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 861px) 100vw, 861px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55362\" class=\"wp-caption-text\">Julian Amir Lacey (Romeo), Ayaha Tsunaki (Julia)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und in einer solchen Szenerie, bei so hart betonierter Ausweglosigkeit f\u00fcr die Liebenden der verfeindeten Clans, Romeo f\u00fcr die Montagues und Julia f\u00fcr die Capulets, folgt Dawson auch Cranko, der schon im Blick auf die Zeit der 60er Jahre es nicht mehr f\u00fcr m\u00f6glich hielt, wie im Original &#8211; das Ballett mit der Vers\u00f6hnung der feindlichen Familien enden zu lassen.<br \/>\nDie Visionen sind somit, und auch jetzt in Dresden, bei David Dawson, ganz und gar nicht, au\u00dfer Kraft gesetzt.<br \/>\nSie schwingen ja immer wieder in ihren t\u00e4nzerisch so liebevollen T\u00e4nzen als Paar, zwar in der Tradition des neoklassischen Pas den deux, aber doch immer wieder mit Momenten der Assoziationen gegenw\u00e4rtiger Motive des Tanzes verwoben: Ayaha\u00a0Tsunaki als Julia und Julian Amir\u00a0Lacey als Romeo. Er j\u00fcnglingshaft, ganz in wei\u00df, sie in changierenden Farbt\u00f6nen, bei denen das Wei\u00df \u00fcbergeht in leichte, aber wahrnehmbare, dunklere Einf\u00e4rbungen. Wunderbar die Facetten der Leichtigkeit bei Ayaha\u00a0Tsunaki, weit entfernt von m\u00f6glichem Leichtsinn und im Verlauf dieses am Ende t\u00f6dlichen Dramas, auf die letzte Chance des vorget\u00e4uschten Todes, ist im Grunde von ganz anderen Empfindungen ihrer Ausstrahlung gepr\u00e4gt als von m\u00f6glichen Momenten einer Hoffnung. Es ist ja in der Tradition der Trag\u00f6die eben so, dass es Missverst\u00e4ndnisse sind, Versp\u00e4tungen oder nicht erhaltene Briefe.<br \/>\nErstaunlich, wie es diesem Romeo von Julian Amir\u00a0Lacey gelingt, auch mit Unsicherheiten seiner Person umzugehen, wie er z\u00f6gernde Momente wagt, ja mitunter auch knappe Eindr\u00fccke von gedankenverlorener Einsamkeit zu gestalten wei\u00df. Es ist somit nicht der Tanz mit seinen enormen Anforderungen allein, es ist die pers\u00f6nliche Individualit\u00e4t dieses J\u00fcnglings, der letztlich viel zu jung scheint um diesen Anforderungen zwischen den Fronten gerecht werden zu k\u00f6nnen. Perfektion allein h\u00e4tte da nicht gereicht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55363\" aria-describedby=\"caption-attachment-55363\" style=\"width: 1587px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55363\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia.jpg\" alt=\"\" width=\"1587\" height=\"1059\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia.jpg 1587w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/2835_Romeo_und_Julia-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1587px) 100vw, 1587px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55363\" class=\"wp-caption-text\">Rebecca Haw (Roseline), Jenny Laudadio (Angelica (Julias Amme)), Ayaha Tsunaki (Julia), Sangeun Lee (Lady Capulet), Christian Bauch (Capulet), Gareth Haw (Paris)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und da sind die Freunde Romeos: Mercutio, getanzt von\u00a0J\u00f3n\u00a0Vallejo und Alejandro\u00a0Mart\u00ednez als Benvolio.<br \/>\nDas reine Besetzungsgl\u00fcck. So wie bereits John Cranko deren Bedeutung, besonders die des Mercutio, so grandios zu deuten verstand, so gelingt es nun David Dawson hier eine dramatische Beziehungstrag\u00f6die, von der allerdings Romeo, dessen Zuneigung nun ja einzig Julia gilt, so gut wie nichts mitbekommt. Wenn sich hier Benvolio dem Mercutio in zun\u00e4chst heimlicher, dann offensichtlicher, in erotischer Zuneigung n\u00e4hert dann l\u00e4sst sich Mercutio darauf ein. Aber, das kann ein so charakter- und nuancenreicher T\u00e4nzer wie J\u00f3n Vallejo erkennbar machen, seine Zuneigung gilt Romeo und wenn er an dem t\u00f6dlichen Sto\u00df von Julias Cousin Tybalt, getanzt von Marcelo Gomes, sterben wird, dann gilt sein tragikomischer Totentanz, immer wieder mit jenem Aufb\u00e4umen in der Kraft des Humors, eben seinem Freund Romeo. Und hier ist diese Interpretation ganz nach bei Shakespeare. Er ist der Meister der Trag\u00f6die voll Humor und Witz, vom harmlosen Scherz bis zur zynischen und bitteren Ironie, bei ihm tritt aus dem Kom\u00f6dienton um so gewaltiger der Ernst hervor. So der Theaterwissenschaftler Georg Hensel.\u00a0Romeo t\u00f6tet Tybalt: Marcelo Gomez im durchgehenden Schwarz der Capulets, auch in der t\u00e4nzerischen Interpretation in allen Facetten der betonierten Machtpr\u00e4sentation dieser Ausstattung schon zutiefst verhaftet.<br \/>\nEinen so gl\u00fchenden wie brennenden, roten, wiederst\u00e4ndige Hoffnungsschein ihres Kleides setzt die hoheitsvolle Erscheinung der T\u00e4nzerin Sangeun Lee als Lady Capulet. Auch wenn sie alle Schranken durchbricht und in ihrer Trauer um den get\u00f6teten Tybalt mehr als deutlich werden l\u00e4sst dass es hier um weit mehr geht als um den Abschied von einem Verwandten. Als sei es Rache, sie wird das Ungl\u00fcck Julias nicht erkennen wollen und daran fest halten mit dem machtlosen Gatten, wie ihn Christian Bauch fast in dezentem Ungl\u00fcck zu charakterisieren wei\u00df: Julia heiratet Graf Paris. Aus! Basta! Warum sollen T\u00f6chter gl\u00fccklicher sein als M\u00fctter. Gareth Haw als Paris bleibt auf verlorenem Posten, tragische Komik des Gehorsams.<br \/>\nAch wenn die sympathischen Helfer,\u00a0Jenny\u00a0Laudadio als Julias Amme, Casey\u00a0Ouzounis als Bruder Laurence\u00a0und Rebecca\u00a0Haw als Freundin es m\u00f6glich machen, die Liebenden heimlich zu trauen, nach der Hochzeitsnacht muss Romeo, der M\u00f6rder, fliehen. Und der sicher ausgekl\u00fcgelte Versuch mit Julias Scheintot eine Situation zu erm\u00f6glichen um dann mit Romeo zu fliehen, kann nicht gelingen. Der Brief erreicht ihn nicht, die Schlafende h\u00e4lt er f\u00fcr tot, er vergiftet sich, und Julias Erwachen, welch ein Widerspruch, ist t\u00f6dlich, sie ersticht sich mit seinem Dolch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55364\" aria-describedby=\"caption-attachment-55364\" style=\"width: 1790px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-55364\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia.jpg\" alt=\"\" width=\"1790\" height=\"1194\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia.jpg 1790w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/3249_Romeo_und_Julia-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1790px) 100vw, 1790px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55364\" class=\"wp-caption-text\">Julian Amir Lacey (Romeo), Ayaha Tsunaki (Julia)<\/figcaption><\/figure>\n<p>So scheitert das absolute Gef\u00fchl, um noch einmal Georg Hensel zu folgen: \u201ein einer Welt die durch das Zusammenwirken von gesellschaftlichen Bindungen, von Familienhass, von b\u00f6sen Folgen guten Willens, von Charakter, Verh\u00e4ngnis und auch Zufall derart verr\u00e4tselt ist, dass niemand sie durchschauen kann.\u201c<br \/>\nUnd doch, das macht nun auch die Dresdner Auff\u00fchrung aus; eine Vers\u00f6hnung der verfeindeten Familien, wie im urspr\u00fcnglichen Libretto vorgesehen gibt es nicht. Und doch, der Tanz mit seinen so vielen Facetten der wortlosen Sprache, im Zusammenklang mit der genialen Musik, macht es m\u00f6glich bei aller Tragik, Momente von sch\u00f6nster Poesie zu erleben. Ist da dann nicht doch ein Schimmer der Hoffnung zu erleben? Eine Gebrauchsanweisung gibt es nicht. Zum Gl\u00fcck!<\/p>\n<p>Boris Gruhl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier siegt die Liebe nicht. Aber der Tanz! \u201eRomeo und Julia\u201c von David Dawson in Dresden Fotos: \u00a9 Semperoper Dresden\/Jubal Battisti \u201eRomeo und Julia\u201c, das Ballett nach Shakespeares 1595 uraufgef\u00fchrter Trag\u00f6die, mit der genialen Musik von Sergej Prokofjew, wurde 1938 in Brno uraufgef\u00fchrt. Leider kein so gro\u00dfer Erfolg. 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