{"id":55328,"date":"2022-10-28T10:31:31","date_gmt":"2022-10-28T10:31:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=55328"},"modified":"2026-04-16T07:28:48","modified_gmt":"2026-04-16T07:28:48","slug":"jose-martinez-wird-neuer-ballettdirektor-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/jose-martinez-wird-neuer-ballettdirektor-in-paris\/","title":{"rendered":"Jos\u00e9 Mart\u00ednez wird neuer Ballettdirektor in Paris"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alexander Neef, der Intendant der Op\u00e9ra National de Paris, hat heute den Spanier Jos\u00e9 Mart\u00ednez zum neuen Ballettdirektor ernannt.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/2022\/10\/28\/jose-martinez-becomes-the-new-ballet-director-in-paris\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-55323 alignleft\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/1377975-e1666773768941.png\" alt=\"\" width=\"35\" height=\"35\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/2022\/10\/28\/jose-martinez-becomes-the-new-ballet-director-in-paris\/\">EN Version<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der 53-j\u00e4hrige ehemalige \u00c9toile des Pariser Opernballetts und sp\u00e4tere Direktor der spanischen Compa\u00f1\u00eda Nacional de Danza tritt sein Amt am 5. Dezember 2022 an, wenige Tage nach der Premiere seines Balletts \u201eLe Corsaire\u201c im estnischen Tallinn. Mart\u00ednez folgt auf Aur\u00e9lie Dupont, die ihr Amt am 31. Juli 2022 niedergelegt hat.<\/p>\n<p>Als Student des Rosella Hightower Centre in Cannes und der Tanzschule der Op\u00e9ra kam Jos\u00e9 Carlos Mart\u00ednez 1988 ins Pariser Opernballett, 1997 wurde er nach einer Auff\u00fchrung von \u201eLa Sylphide\u201c zum \u00c9toile ernannt. Nach seinem B\u00fchnenabschied am 15. Juli 2011 \u00fcbernahm er die Leitung der Compa\u00f1\u00eda Nacional de Danza in Spanien und gab ihr w\u00e4hrend seiner Amtszeit von acht Jahren in einem angespannten wirtschaftlichen und sozialen Kontext eine neue Identit\u00e4t. Seit 2019 ist er freischaffender Ballettmeister, P\u00e4dagoge und Choreograf. Mart\u00ednez wird sich ausschlie\u00dflich seiner T\u00e4tigkeit als Ballettdirektor an der Op\u00e9ra National widmen und damit auf seine T\u00e4tigkeit als Choreograf verzichten, mit Ausnahme von zwei Verpflichtungen im Juni 2023 in Bordeaux und im Oktober 2023 in Stockholm, wo er seine Inszenierungen zur\u00fcck auf die B\u00fchne bringt.<\/p>\n<p>Alexander Neef: \u201eJos\u00e9 Mart\u00ednez\u2018 brillante Karriere als T\u00e4nzer, seine Erfahrung als Direktor und Choreograf sowie seine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Vermittlung und Inklusion werden die Stabilit\u00e4t, das Ansehen und die ausgezeichnete Qualit\u00e4t des Balletts der Op\u00e9ra National sicherstellen.\u201c<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Mart\u00ednez: \u201eIch danke Alexander Neef f\u00fcr sein Vertrauen und freue mich sehr, an die Pariser Oper zur\u00fcckzukehen. Ich bin mir des enormen Potenzials der Kompanie und der Herausforderungen bewusst und m\u00f6chte mich voll und ganz in ihren Dienst stellen. Ich werde daran arbeiten, den besten Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern des Hauses zu suchen und m\u00f6chte die Unterst\u00fctzung der T\u00e4nzer und Teams der Pariser Oper gewinnen, um gemeinsam ein Projekt daraus zu machen, das die Kompanie an der Spitze ihrer Kunst h\u00e4lt und sie zu einer beispielhaften Ballettkompanie in ihrem k\u00fcnstlerischen, menschlichen und gesellschaftlichen Engagement macht.\u201c<\/p>\n<p>Alexander Neef wurde bei seiner Wahl von einer Auswahlkommission unter dem Vorsitz von Bernard Stirn unterst\u00fctzt, Ehrenvorsitzender des Verwaltungsrats der Op\u00e9ra National de Paris. Weitere Mitglieder waren Carolyn Carlson, Charles Jude und Angelin Preljocaj. Es gingen insgesamt 23 Bewerbungen ein, darunter neun Frauen und 14 M\u00e4nner. Unter den Kandidaten waren elf franz\u00f6sischer und zw\u00f6lf ausl\u00e4ndischer Nationalit\u00e4t. Das Auswahlkomitee lud acht Kandidaten ein und gab seine Empfehlungen an den Generaldirektor der Pariser Oper, der wiederum entschied, vier von ihnen, zwei Frauen und zwei M\u00e4nner, einzuladen. Die endg\u00fcltige Wahl von Alexander Neef fiel auf Jos\u00e9 Mart\u00ednez.<\/p>\n<p><strong>Jos\u00e9 Mart\u00ednez<\/strong><\/p>\n<p>Er wurde 1969 in Cartagena, Spanien geboren und begann in seiner Heimatstadt zu tanzen, bevor er in die Klasse von Jos\u00e9 Ferran an Rosella Hightowers Schule in Cannes eintrat. 1987 gewann Mart\u00ednez ein Stipendium beim Prix de Lausanne, das ihm die T\u00fcren zur Schule der Pariser Oper \u00f6ffnete. Er wurde im folgenden Jahr ins Corps de Ballet engagiert und stieg 1990 zum Sujet auf. 1991 gewann er die Goldmedaille beim Internationalen Tanzwettbewerb in Varna, 1992 erhielt er den Prix du Cercle Carpeaux. Im selben Jahr wurde er zum Premier Danseur bef\u00f6rdert. Mats Ek besetzte ihn als Hilarion in seiner \u201eGiselle\u201c. Am Ende der Auff\u00fchrung von \u201eLa Sylphide\u201c am 31. Mai 1997 wurde Mart\u00ednez zum \u00c9toile ernannt.<\/p>\n<p>Er war Interpret leuchtender Prinzen wie auch dunklerer Monarchen, so tanzte er den \u201eNosferatu\u201c von Jean-Claude Gallotta oder \u201eIwan den Schrecklichen\u201c von Yuri Grigorovich. Mit zeitgen\u00f6ssischen Choreografen kreierte er an der Pariser Op\u00e9ra u.a. die Werke \u201ePas\/parts by William Forsythe\u201c (1999) und \u201eAppartement\u201c von Mats Ek (2000). Pina Bausch besetzte ihn in ihrer Tanzoper \u201eOrpheus und Eurydike\u201c (2008) als Orpheus. Zum Repertoire des T\u00e4nzers geh\u00f6rten Hauptrollen in alle gro\u00dfen Klassikern, vor allem in den Fassungen Rudolf Nurejews, au\u00dferdem \u201eTill Eulenspiegel\u201c (nach Vaslav Nijinski), \u201eLa Symphonie Fantastique\u201c, \u201eParade\u201c und \u201eLe Tricorne\u201c (L\u00e9onide Massine), \u201eSuite en blanc\u201c (Serge Lifar), \u201eEtudes\u201c (Harald Lander), der \u201eGrand Pas Classique\u201c (Victor Gsovsky), Werke von George Balanchine, Maurice B\u00e9jart, John Neumeier, Kenneth MacMillan, Roland Petit, Frederick Ashton, Martha Graham, Paul Taylor, William Forsythe, Ji\u0159\u00ed Kyli\u00e1n, Mats Ek, Jean-Claude Gallotta, Patrice Bart, Blanca Li und John Crankos \u201eOnegin\u201c. F\u00fcr seine Karriere als T\u00e4nzer erhielt Jos\u00e9 Mart\u00ednez zahlreiche Preise, er ist Commandeur des Arts et des Lettres.<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Mart\u00ednez gastierte in den gr\u00f6\u00dften Kompanien und gr\u00fcndete \u201eJos\u00e9 Mart\u00ednez en Compagnie\u201c, mit diesem Ensemble trat er mehrere Jahre lang regelm\u00e4\u00dfig in Europa und in den Vereinigten Staaten auf. Als Choreograf schuf er 2002 seine erste Kreation \u201eMi Favorita\u201c zu Musik von Gaetano Donizetti. Danach schuf er klassische Pas de deux und kleinere St\u00fccke u. a f\u00fcr die Studenten der Ballettschule der Op\u00e9ra national de Paris. Im Oktober 2008 choreografierte er f\u00fcr das Pariser Opernballett \u201eLes Enfants du paradis\u201c nach dem Film von Marcel Carn\u00e9, wof\u00fcr er den \u201ePrix Benois de la Danse\u201c erhielt. Er schuf au\u00dferdem Werke f\u00fcr das Shanghai Ballet und das Boston Ballet.<\/p>\n<p>Von 2011 bis 2019 war Mart\u00ednez k\u00fcnstlerischer Leiter der Compa\u00f1\u00eda Nacional de Danza in Spanien. W\u00e4hrend seiner zwei Amtszeiten gab er der Kompanie eine neue Identit\u00e4t, indem er neben dem zeitgen\u00f6ssischen Ballett auch das klassische Repertoire integrierte. Er arbeitete mit Choreografen wie Mats Ek, Ohad Naharin, Angelin Preljocaj, Ji\u0159\u00ed Kyli\u00e1n, Johan Inger, William Forsythe, Itzik Galili, Sharon Fridman, Annabelle Lopez Ochoa, Andonis Foniadakis und dem Begr\u00fcnder der CND, Nacho Duato. Er zeigte au\u00dferdem zahlreiche neoklassische und klassische Werke und lud junge Choreografen aus der spanischen Szene ein, um eine nationale Identit\u00e4t f\u00fcr die CND zu schaffen. So f\u00f6rderte er Ivan Perez, Alejandro Cerrudo, Iraxte Ansa, Cayetano Soto, Marcos Morau &amp; La Veronal, Mario Bermudez, Goyo Montero, Juanjo Arques, Altea Nu\u00f1ez und Arantxa Sagardoy. Mart\u00ednez unterst\u00fctzte die kreativen Talente seiner T\u00e4nzer und f\u00f6rderte auch ihre choreografische T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Seit 2019 ist er freischaffender Lehrer und Choreograf. Im M\u00e4rz 2020 inszenierte er \u201eLe Corsaire\u201c f\u00fcr das Ballett in Rom und sp\u00e4ter eine neue Version davon in Ljubljana. Auch seine beiden Choreografien f\u00fcr die Wiener Neujahrskonzerte 2020 und 2021 waren sehr erfolgreich. Am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb wird er in diesem Jahr seine Version von Giselle pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alexander Neef, der Intendant der Op\u00e9ra National de Paris, hat heute den Spanier Jos\u00e9 Mart\u00ednez zum neuen Ballettdirektor ernannt. 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