{"id":53809,"date":"2021-10-29T08:58:33","date_gmt":"2021-10-29T08:58:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=53809"},"modified":"2026-04-16T07:28:59","modified_gmt":"2026-04-16T07:28:59","slug":"fruehlingsrausch-in-chemnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/fruehlingsrausch-in-chemnitz\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingsrausch in Chemnitz"},"content":{"rendered":"<h6>Choreografien von Eno Pe\u00e7i und Robert Bondara<\/h6>\n<p>Allein die Auswahl solcher Klassiker revolution\u00e4rer Erneuerung des Balletts durch Diaghilews Ballets Russes, wie Michail Fokines 1912 im Pariser\u00a0 Th\u00e9\u00e2tre\u00a0du\u00a0Ch\u00e2telet\u00a0uraufgef\u00fchrtem Ballett \u201eDaphnis et Chlo\u00e9\u201c mit der Musik von Maurice Ravel und Vaslaw Nijinskys, ein Jahr sp\u00e4ter, ebenfalls hier aufgef\u00fchrtem \u201eLe Sacre du Printemps\u201c mit der Musik von Igor Strawinsky, d\u00fcrften Ballett- und Tanzfans entweder in eine gewissen Rausch, zumindest in gespannte Neugier versetzen. Und dies nat\u00fcrlich wenn mit Eno Pe\u00e7i und Robert Bondara zwei Choreografen angek\u00fcndigt werden, die man l\u00e4ngst nicht nur Chemnitz gut kennt und sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Um erneut einen Rausch &#8211; einen \u201eFr\u00fchlingsrausch\u201c &#8211; mitten Im Herbst, zu entfachen ist es Ballettdirektorin Sabrina Sadowska erneut gelungen beide K\u00fcnstler zu verpflichten, dazu auch &#8211; und das erweist sich auch erneut als enormer Gl\u00fccksfall &#8211; den hier ebenfalls besten bekannten und gesch\u00e4tzten Ausstatter Hans Winkler.\u00a0 Wer sich in Chemnitz an Eno Pe\u00e7is Interpretation des Klassikers \u201eSchwanensee\u201c erinnert konnte erwarten, dass er in seiner Kreation eine so eigene wie anregende Sicht auf Ravels \u201eDaphnis et Chlo\u00e9\u201c nach der sp\u00e4tantiken Romanvorlage des Longos \u00fcber jene beiden Findelkinder bei den Hirten auf Lesbos, die einander lieben, sich verlieren, sich finden, und sogar die Eltern dazu, um dann ihren Weg als gl\u00fccklich verheiratetes Paar gehen k\u00f6nnen, zur Urauff\u00fchrung bringen w\u00fcrde. Das hat er getan. Und er hat sich, das erweist sich nicht sofort auf den ersten Blick, doch zumindest an assoziativ deutbare Motive der Vorlage gehalten. Dies auch immer wieder im Einklang mit Ravels Komposition f\u00fcr Chor und Orchester, die sich weit entfernt von musikalischer Illustration der literarischen Vorlage abhebt und eigene Akzente setzt mit tonalen Assoziationen durch Klanggem\u00e4lde von Motiven des Suchens und Verlierens, des Findens und Haltens, Momenten des Gl\u00fccks und der Verzweiflung.<\/p>\n<p>Und so l\u00e4sst uns Pe\u00e7i zun\u00e4chst in starken Klang-, Raum-, und Bewegungsbildern erleben, was es hei\u00dft, wenn die Versatzst\u00fccke des Lebens durcheinander geraten, ihre Verbindungen verlieren, wenn sie sich zwar f\u00fcr Momente zu einem schutzgew\u00e4hrenden Raum f\u00fcgen lassen, um gleich darauf wieder aus den Fugen zu geraten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_53813\" aria-describedby=\"caption-attachment-53813\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53813 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR07_c_zenna-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53813\" class=\"wp-caption-text\">\u201eDaphnis et Chlo\u00e9\u201c von Eno Pe\u00e7i. Alle Fotos von Ida Zenna<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_53811\" aria-describedby=\"caption-attachment-53811\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53811 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Daphnis-et-Chloe_PR08_c_zenna-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53811\" class=\"wp-caption-text\">\u201eDaphnis et Chlo\u00e9\u201c von Eno Pe\u00e7i. Natalia Krekou (Chlo\u00e9), Emilijus Miliauskas (Dorgon)<\/p>\n<p><\/figcaption><\/figure>\n<p>Weil sich Hans Winklers riesige Raumteile mit nur bedingt lichtdurchl\u00e4ssigen Fl\u00e4chen aber dennoch von den T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern bewegen lassen, bedarf es der Anleitung, der Hilfe, der Begleitung. Und so f\u00fchrt uns diese Bild- und Klangfolge mit ihren assoziativen Abbildern zerst\u00f6rter Seelen &#8211; jetzt in sehr deutlicher, choreografischer und optischer Deutung &#8211; in jene R\u00e4ume seelischer Reparaturen, durch Benjamin Kirkman als Oberarzt mit den Pflegern Alejandro Guindo Martin und Dan Ozeri, klar definierter Einrichtung psychotherapeutischer Geschlossenheit. Wenn dann mit Gro\u00dfrequisiten wie Krankenbett und Rollstuhl weitere Zeichen un\u00fcbersehbar sind, dann wird auch schon mal die Grenze zum Klischee ber\u00fchrt, auch durch die krankhafte St\u00f6rungen illustrierenden Bewegungsvorgaben der T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer als Patienten und Nymphen.<\/p>\n<p>Diese nicht immer \u00fcberzeugenden Versuche einer Realisierung erfahren zum Gl\u00fcck immer wieder nicht so direkte, realistische Aufbr\u00fcche, wenn sich Bilder und Bewegungen von assoziativer Kraft durchsetzen, nicht zuletzt unter der Bildkraft einer in satten Gr\u00fcnt\u00f6nen gehaltenen Landschaft, die an das B\u00fchnenbild der Urauff\u00fchrung von Leon Bakst erinnert. Somit f\u00fchrt letztlich Eno Pe\u00e7is so bildkr\u00e4ftige wie von t\u00e4nzerischer Intensit\u00e4t gepr\u00e4gte zeitgem\u00e4\u00dfe Deutung immer wieder zu menschlichen Grundfragen des nicht zu deutenden Empfindens jener Schmerzen jenseits physischer Verwundbarkeit.<\/p>\n<p>Und dies gelingt, vor allem durch die von kraftvoller Empfindsamkeit gepr\u00e4gte t\u00e4nzerische Interpretation von Raul Arcangelo und Natalia Krekou als Daphnis und Chlo\u00e9 in der besuchten Auff\u00fchrung, am 24. Oktober 2021. Und im Zusammenklang mit der unwahrscheinlich starken Kompanie des Balletts der Theater Chemnitz gelingt letztlich im Zusammenklang von Musik, Raum und Tanz eine Hommage an die niemals g\u00e4nzlich zu deutende aber immer wieder zu erfahrende Kraft des Eros. Und wo gel\u00e4nge das besser als in der Kunst des Tanzes, jener \u201eMuttersprache des Menschen\u201c, wie sie Dorion Weickmann in ihrem gleichnamigen Buch beschreibt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_53816\" aria-describedby=\"caption-attachment-53816\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53816 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR14_c_zenna-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53816\" class=\"wp-caption-text\">\u201eLe Sacre du Printemps\u201c von Robert Bondara.<br \/>Soo-Mi Oh (Sie), Raul Arcangelo (Er)<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_53812\" aria-describedby=\"caption-attachment-53812\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53812 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Fruehlingsrausch_Le-Sacre-du-Printemps_PR16_c_zenna-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53812\" class=\"wp-caption-text\">\u201eLe Sacre du Printemps\u201c von Robert Bondara<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und somit f\u00fcgt sich dieser immer wieder neu zu deutende Ansatz geradezu genial in der neuesten Chemnitzer Ballettproduktion, wenn im zweiten Teil der hier zuletzt durch seine choreografische Deutung von Franz Schuberts Zyklus \u201eDie Winterreise\u201c bestens angenommene Choreograf Robert Bondara gewonnen werden konnte f\u00fcr die Inszenierung und Choreografie des Klassikers der Moderne schlechthin, \u201eLe Sacre du Printemps\u201c zur Musik von Igor Strawinsky.<\/p>\n<p>Wieder ist es zun\u00e4chst die r\u00e4umliche Assoziation von Hans Winkler mit bedrohlich grauen Betonw\u00e4nden, bewegt von nun unsichtbaren H\u00e4nden, die auch in Korrespondenzen des Tanzes sowohl Assoziationen zulassen, als bewegten sich hier massive Mauern des Gedenkens, dann wieder die der Klage, ungewisser Bedrohung, aber auch jedweder \u00d6ffnung gegen \u00c4ngste vor Einschluss oder st\u00e4rker noch, was die Individualit\u00e4t der T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer angeht, der Befreiung.<\/p>\n<p>Auch Robert Bondara folgt nicht der urspr\u00fcnglichen Handlung dieses rauschhaften Fr\u00fchlingsopferrituals der \u201eBilder aus dem heidnischen Russland\u201c sondern setzt eher auf Befreiung als auf Opferung. Und dies in starker Zuwendung zu den Welten der sich \u00f6ffnenden Wahrnehmungshorizonte durch die musikalische Kraft. Sei es im zarten Beginn oder in den stampfenden Rhythmen der Ekstase bei sensiblen Ausklang mit den abschlie\u00dfenden Klangvarianten, die den Beginn beschw\u00f6ren. Ja, ein Kreislauf, ein Kreislauf der Natur, der Biografien, der Wahrnehmungen, der inneren, der \u00e4u\u00dferen, der Emanzipationsrituale junger Menschen, die man von nebenan zu kennen glaubt, in der sch\u00fctzenden Uniformit\u00e4t ihrer dunklen Kaputzenshirts. Nicht zuletzt bei der vor mehr als 100 Jahren uraufgef\u00fchrten Musik von Strawinsky kann man durch auch widerst\u00e4ndig, stampfende Fluchtkl\u00e4nge heutiger Rap- oder Hip-Hop-Dynamik wahrnehmen.<\/p>\n<p>Und so besticht Bondaras Choreografie durch die Kraft der Gruppe von 20 T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern der Chemnitzer Kompanie, deren Namen es verdient h\u00e4tten, hier genannt zu werden. Dan Ozeri und Valeria Gambino als \u201eEr\u201c und \u201eSie\u201c m\u00f6gen hier stellvertretend stehen, nat\u00fcrlich auch angesichts ihres stark ber\u00fchrenden Duetts. Am Ende, wenn die ganze Gruppe die Kapuzen weit \u00fcber die K\u00f6pfe zieht, wenn Dan Ozeri allein bleibt, wenn sich wie in einer bedrohlichen R\u00f6hre aus Metal doch ein Lichtstrahl auf den T\u00e4nzer nieder senkt und das Licht des Theaters verlischt, die Musik verklingt, wird es still. Wenn sich ein Augenblick sch\u00f6nster Ruhe bei der Wahrnehmung innerer Befreiung im Theater ausbreitet, dann hat es auch uns, das Publikum erreicht, diese Trias der K\u00fcnste ohne Worte, des Klanges, des Raumes mit dem Licht und vor allem kraft des Tanzes. Und dieser Tanz hier, auch in den gro\u00dfen Szenen der ganzen Gruppe, entbehrt niemals der Individualit\u00e4t der T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer. Immer wieder m\u00f6chte man einzelnen T\u00e4nzerinnen oder T\u00e4nzern folgen, immer wieder wird aber auch der Blick zur n\u00e4chsten, zum n\u00e4chsten gef\u00fchrt, welch wunderbare Verf\u00fchrung durch die Kunst des Tanzes. So gehen sie nicht verloren, diese Rituale der Selbstbehauptung, der Zuneigung, der Einsamkeit, alles &#8211; und das sollte nicht zu \u00fcbersehen sein &#8211; letztlich doch im Schutz der Gruppe.<\/p>\n<p>Und so verl\u00e4sst man mitten im Oktober das Theater, begl\u00fcckt und zugleich verwirrt, verunsichert auch, aber vor allem innerlich best\u00e4rkt, denn die Kraft des Tanzes setzt sich fort, bezieht sich doch letztlich auf all das, was uns bewegt, wof\u00fcr es aber aber kaum Worte geben kann.<\/p>\n<p><em>Boris Gruhl\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Choreografien von Eno Pe\u00e7i und Robert Bondara Allein die Auswahl solcher Klassiker revolution\u00e4rer Erneuerung des Balletts durch Diaghilews Ballets Russes, wie Michail Fokines 1912 im Pariser\u00a0 Th\u00e9\u00e2tre\u00a0du\u00a0Ch\u00e2telet\u00a0uraufgef\u00fchrtem Ballett \u201eDaphnis et Chlo\u00e9\u201c mit der Musik von Maurice Ravel und Vaslaw Nijinskys, ein Jahr sp\u00e4ter, ebenfalls hier aufgef\u00fchrtem \u201eLe Sacre du Printemps\u201c mit der Musik von Igor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":53810,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[72],"tags":[],"class_list":["post-53809","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-performance"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53809","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53809"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53809\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53817,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53809\/revisions\/53817"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53809"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53809"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}