{"id":52202,"date":"2020-11-02T14:18:54","date_gmt":"2020-11-02T14:18:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=52202"},"modified":"2026-04-16T11:33:39","modified_gmt":"2026-04-16T11:33:39","slug":"theater-unite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/theater-unite\/","title":{"rendered":"Theater Unite! Offene Briefe der Theaterleitungen"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Den Offenen Brief eines Zusammenschlusses mehrerer bayerischer Theater an Herrn Ministerpr\u00e4sidenten Dr.\u00a0 S\u00f6der und Herrn Staatsminister Sibler sowie an die Kulturdezernent*innen und B\u00fcrgermeister*innen, betreffend die aktuellen Lockdown-Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Theater.<\/strong><\/h4>\n<hr \/>\n<p>Sehr geehrter Herr Ministerpr\u00e4sident Dr. S\u00f6der,<br \/>\nsehr geehrter Herr Staatsminister Sibler,<br \/>\nsehr geehrte B\u00fcrgermeister:innen, Kulturdezernent:innen und Referent:innen,<\/p>\n<p>wir, die k\u00fcnstlerischen Ensembles der St\u00e4dte Augsburg, Bamberg, N\u00fcrnberg, Regensburg, F\u00fcrth, W\u00fcrzburg, schlie\u00dfen uns dem dringlichen Appell der M\u00fcnchner Kolleg*innen vom 28.10.2020 von ganzem Herzen an.<br \/>\nWir verstehen Ihre Besorgnis um die steigenden Infektionszahlen, und wir teilen sie in vollem Umfang. Deshalb haben sich s\u00e4mtliche bayerischen Theater in den letzten Monaten ein \u00e4u\u00dferst strenges Hygienekonzept auferlegt und es penibel eingehalten.<\/p>\n<p>Die Sicherheit unserer Zuschauer*innen ist uns \u00e4u\u00dferst wichtig.<\/p>\n<p>Die Bel\u00fcftungsanlagen sind w\u00e4hrend des gesamten Spielbetriebs in Betrieb und gew\u00e4hrleisten einen durchgehenden Frischluftaustausch. Der Abstand zwischen den Zuschauer*innen in den Zuschauer*innen-r\u00e4umen und Foyers \u00fcbertrifft weit den geforderten Mindestabstand von 1,50 m. W\u00e4hrend der Vorstellung tragen alle Zuschauer*innen einen Mund-Nasen-Schutz. Die Zuschauerzahlen sind durch die stark verkleinerten Kartenkontingente zu den Vorstellungen so reduziert, dass zu keinem Zeitpunkt eine Infektionsgefahr durch N\u00e4he entstehen kann: S\u00e4mtliches Personal im Vorderhaus, im Kartenverkauf und an der Garderobe ist sowohl durch Mund-Nasen-Schutz als auch zus\u00e4tzliche Plastikvisiere abgeschirmt.<br \/>\nKolleg*innen haben sich zus\u00e4tzliche private Beschr\u00e4nkungen auferlegt, und auch Reisen zum Zwecke k\u00fcnstlerischen Austausches wurden nicht angetreten, um unter allen Umst\u00e4nden einen Spielbetrieb im eigenen Theater zu gew\u00e4hrleisten. Auch die freischaffenden K\u00fcnstler*innen, die an den Theatern eine Wirkungsst\u00e4tte haben, sind davon betroffen.<br \/>\nSeit Beginn der Ma\u00dfnahmen gibt es keinen Hinweis darauf, dass Theater zu Orten von Spreader-Ereignissen geworden sind. An dieser Stelle k\u00f6nnen wir nur den Brief der M\u00fcnchner Kolleg*innen zitieren und dazu auffordern, durch Expert*innen die jeweiligen Theater zu pr\u00fcfen, um der Regierung die M\u00f6glichkeit einer realistischen Einsch\u00e4tzung an die Hand zu geben.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Theater in Bausch und Bogen zu schlie\u00dfen, hat im Hinblick auf den Infektionsschutz keinen Nutzen.<br \/>\nUnd es ist sch\u00e4dlich!<br \/>\nKultur ist kein Luxus, sondern eine zwingende Notwendigkeit jeder zivilisierten Gesellschaft!<br \/>\nWenn Sie, Herr Ministerpr\u00e4sident, von einem \u201efehlenden Run auf die Theater\u201c sprechen, so liegt das schlicht an dem sehr beschr\u00e4nkten Kartenkontingent. Die wenigen Karten wurden sofort von den Zuschauer*innen in Anspruch genommen.<\/p>\n<p>Die Theater sind ein Ort, wo ein wichtiger gesellschaftlicher Diskurs erm\u00f6glicht wird, ein gemeinsamer gedanklicher und emotionaler Austausch in diesen schwierigen Zeiten. Wir wirken durch gemeinsames Erleben wertvoller Narrative einer drohenden zunehmenden Vereinsamung entgegen. Durch diese pauschale Schlie\u00dfung wird eine kostbare M\u00f6glichkeit vertan, einer zunehmend verunsicherten Gesellschaft einen Ort der Besinnung und des Ausgleichs anzubieten.<br \/>\nUnd diese pauschale Schlie\u00dfung ist unverst\u00e4ndlich f\u00fcr die, die sich um die Ausarbeitung und Umsetzung der von der Politik vorgegebenen Hygienema\u00dfnahmen bem\u00fcht haben. In Konsequenz ist die Aussage Ihres Schlie\u00dfungsbeschlusses das Eingest\u00e4ndnis, dass alle Vorgaben, alle Hygienekonzepte wertlos sind. Es f\u00fchlt sich wie eine Kapitulation vor der Pandemie an. Lassen Sie uns die Chance, dem gemeinsam entgegenzuwirken, indem wir die kreativen Orte in unserer Mitte offen halten!<\/p>\n<p>Ensemblemitglieder des Staatstheater Augsburgs,<br \/>\ndes ETA Hoffmann Theater Bambergs,<br \/>\ndes Mainfrankentheater W\u00fcrzburgs,<br \/>\ndes Stadttheater F\u00fcrths,<br \/>\ndes Staatstheater N\u00fcrnbergs,<br \/>\ndes Theater Regensburgs,<br \/>\ndes Theaters Pf\u00fctze (N\u00fcrnberg),<br \/>\ndes Theaters im G\u00e4rtnerviertel (Bamberg),<br \/>\ndes Nana Theaters im Club Kaulberg (Bamberg),<br \/>\ndes Landestheater Schwabens,<br \/>\ndes Theater Mummpitz (N\u00fcrnberg)<\/p>\n<hr \/>\n<h5><strong>Offener Brief der Theaterleitungen zur Schlie\u00dfung der Theater in Mecklenburg-Vorpommern<\/strong><\/h5>\n<p>Sehr geehrte Frau Ministerpr\u00e4sidentin Schwesig,<br \/>\nsehr geehrte Frau Ministerin Dr. Martin,<\/p>\n<p>die Leitungen der \u00f6ffentlich getragenen Theater in Mecklenburg-Vorpommern richten heute ihre gemeinsame Stimme an Sie. Unsere Gesellschaft befindet sich durch die Corona-Pandemie in einer Notlage und nat\u00fcrlich sehen wir es als unsere Pflicht und Verantwortung, unseren Beitrag zur Bew\u00e4ltigung dieser Notlage zu leisten. Dazu geh\u00f6rt zuallererst, die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Besucher zu sch\u00fctzen, entsprechende Hygiene-Vorkehrungen zu treffen und als letzte Ma\u00dfnahme auch, wo nicht mehr anders l\u00f6sbar, unseren Spielbetrieb zeitweise einzustellen, um Kontakte unter unseren Besuchern zu verhindern. F\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der gesellschaftlichen Notlage bringen wir aber weit dar\u00fcber hinaus zentrale Kompetenz und Verpflichtung mit: Kunst l\u00e4sst uns unsere Existenz und unsere gesellschaftliche Realit\u00e4t reflektieren. Sie hat zur Aufgabe, die jeweilige Zeitsituation aufzugreifen, zu verarbeiten und zu vermitteln. Kunst und kulturelles Leben geben uns Identit\u00e4t, Halt und Kraft.<\/p>\n<p>Wir sorgen uns, dass unsere zentrale gesellschaftliche Rolle im Gefecht schnell notwendiger Entscheidungen aus dem Blick ger\u00e4t und unsere Kompetenz und Kraft nicht zu den Menschen gelangt.<br \/>\nSollten wir alle noch l\u00e4ngere Zeit mit der Pandemie leben m\u00fcssen, so ist es f\u00fcr unsere Gesellschaft von h\u00f6chster Wichtigkeit, dass der lebendige Kontakt zwischen K\u00fcnstlern und Publikum aufrechterhalten wird.<br \/>\nWir m\u00fcssen gemeinsam dar\u00fcber reden, auf welche Weise und unter welchen Bestimmungen wir den Spielbetrieb ab dem 1. Dezember auf sichere und verantwortliche Weise wiederaufnehmen k\u00f6nnen. Auch in den kommenden Wochen und Monaten werden Sie weitere schwierige Entscheidungen, u.a. auch zum Spielbetrieb der Theater treffen m\u00fcssen. Wir wollen mit Ihnen zusammenarbeiten, um unsere M\u00f6glichkeiten bei der kulturellen Bew\u00e4ltigung der Pandemie ausspielen zu k\u00f6nnen und um Mecklenburg-Vorpommern als Land voller Lebensqualit\u00e4t, Natur und Kultur, gerade auch in herausfordernden Zeiten, zu erhalten.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen,<br \/>\nMartin Schneider Vorpommersche Landesb\u00fchne, Anklam<br \/>\nSven M\u00fcller und Malte Baehr<\/p>\n<p>Theater und Orchester GmbH Neubrandburg\/Neustrelitz<br \/>\nRalph Reichel und Cornelia Ascholl Volkstheater Rostock<br \/>\nDirk L\u00f6schner und Peter van Slooten<br \/>\nTheater Vorpommern, Stralsund, Greifswald und Putbus<br \/>\nLars Tietje<br \/>\nMecklenburgisches Staatstheater, Schwerin und Parchim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Offenen Brief eines Zusammenschlusses mehrerer bayerischer Theater an Herrn Ministerpr\u00e4sidenten Dr.\u00a0 S\u00f6der und Herrn Staatsminister Sibler sowie an die Kulturdezernent*innen und B\u00fcrgermeister*innen, betreffend die aktuellen Lockdown-Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Theater. 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