{"id":51919,"date":"2020-09-01T12:43:07","date_gmt":"2020-09-01T12:43:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=51919"},"modified":"2026-04-16T11:33:41","modified_gmt":"2026-04-16T11:33:41","slug":"tanzen-in-zeiten-von-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/tanzen-in-zeiten-von-corona\/","title":{"rendered":"Tanzen in Zeiten von Corona"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Ob Tanzschule oder Club: die Ballroomszene leidet<\/strong><\/h3>\n<p>Man kann sich nicht erinnern, dass etwas den K\u00fcnsten und vor allem dem Tanzen so geschadet hat wie das\u00a0 Corona-Virus. Zumindest seit Pest und Cholera aus unserer Welt verschwunden sind, hat es keinen derartigen Lockdown ganzer L\u00e4nder gegeben \u00fcber so einen langen Zeitraum. Die Menschen m\u00fcssen sich in ihre eigenen vier W\u00e4nde fl\u00fcchten vor dem Virus. Und das droht unsichtbar \u00fcberall. Tanz, vor allem Gesellschaftstanz aber ist eine Angelegenheit zwischen Menschen, ein Beziehungsspiel mit vielen Facetten, das nun monatelang ausgesetzt werden musste. Fieberhaft haben die Verb\u00e4nde Hygienekonzepte entwickelt, die einen sehr reduzierten Betrieb der Clubs und Tanzschulen wieder m\u00f6glich machen. Tanzschulen teilen das Parkett mit Absperrseilen in einzelne, nummerierte Fl\u00e4chen auf, und den Paaren wird eine Nummer zugewiesen, ebenso wie ein Tisch. Erst verlegte man sich auf das Lateintanzen, das eine weniger enge Haltung erfordert. Nun ist auch Standardtanzen wieder m\u00f6glich mit einem Abstand von 1,50 Meter zwischen den Paaren &#8211; allerdings ohne Partnerwechsel. Ein Partner am Tag ist die Regel. Doch ob das wirklich hilft, eine Ansteckung zu vermeiden, wenn man am n\u00e4chsten Tag mit einem anderen tanzt? Das ist wohl eher Augenwischerei\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/abo-subscribe\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51923 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-688x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"688\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-688x1024.jpg 688w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-202x300.jpg 202w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-768x1142.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-1033x1536.jpg 1033w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-1377x2048.jpg 1377w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-300x446.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-600x892.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-2019_TK-1373_1-scaled.jpg 1721w\" sizes=\"auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Gro\u00dfe Spr\u00fcnge und Posen, wie Weltmeister Dmitriy Zharkov und Olga Kulikova sie vor dicht<\/em><br \/>\n<em>gedr\u00e4ngtem Publikum zeigen, gibt es auf absehbare Zeit nicht mehr im Tanzsport. GOC 2019, Foto Ute Fischbach-Kirchgraber<\/em><\/p>\n<p>Tanzschulen haben trotz zunehmender Lockerungen immer noch schwer um ihr \u00dcberleben zu k\u00e4mpfen. Wenn auch der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband f\u00fcr seine ADTV-Schulen viele Hilfen bereitgestellt hat &#8211; von der Erarbeitung eines Hygienekonzepts bis zu digitalen Unterrichtsfilmen, mit denen w\u00e4hrend des kompletten Lockdowns zumindest eine Fortf\u00fchrung begonnener Kurse m\u00f6glich war. Dennoch kommt es zu schweren finanziellen Einbu\u00dfen. Auch wenn die Kunden meist sehr verst\u00e4ndnisvoll waren, gestaltet sich die Lage schwieriger. Die Angst vor einer zweiten Welle ist gro\u00df, und einige k\u00fcndigen deswegen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_51924\" aria-describedby=\"caption-attachment-51924\" style=\"width: 782px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/abo-subscribe\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51924 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-782x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"782\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-782x1024.jpg 782w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-229x300.jpg 229w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-768x1006.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-1173x1536.jpg 1173w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-1564x2048.jpg 1564w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-300x393.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-600x786.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Camp-2020-TK-5958-scaled.jpg 1955w\" sizes=\"auto, (max-width: 782px) 100vw, 782px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-51924\" class=\"wp-caption-text\">Weltmeister Madis Abel und Aleksandra Galkina (Camp 2020) \u00a9 Thomas Kirchgraber<\/figcaption><\/figure>\n<p>Derzeit werden kaum neue Kurse gehalten, denn die Tanzlehrer f\u00fchren unterbrochene Unterrichtseinheiten weiter, sogar mit zeitlichem Mehraufwand. Wegen der kleineren Teilnehmerzahlen m\u00fcssen sie Kurse teilen und daher l\u00e4nger arbeiten &#8211; f\u00fcr dasselbe Geld. Nicht absehbar ist, welche Folgen es weiterhin haben wird, dass eine ganze Generation Jugendlicher weggebrochen ist. Es gab keine Jahresabschluss-B\u00e4lle mehr, folglich bleiben Jugendliche den Tanzkursen fern. Daher fehlen nun im Herbst Kunden f\u00fcr einen weiterf\u00fchrenden Unterricht. Einziger Lichtblick: auch wenn viele ihre Hochzeit in der Hoffnung, dann gro\u00df feiern zu k\u00f6nnen, auf n\u00e4chstes Jahr verschoben haben, buchen sie nach wie vor Hochzeits-Tanzkurse.<\/p>\n<figure id=\"attachment_51928\" aria-describedby=\"caption-attachment-51928\" style=\"width: 770px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/abo-subscribe\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51928 size-large\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-770x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-770x1024.jpg 770w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-768x1021.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-1156x1536.jpg 1156w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-1541x2048.jpg 1541w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-300x399.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-600x798.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/GOC-19_U2-441-scaled.jpg 1926w\" sizes=\"auto, (max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-51928\" class=\"wp-caption-text\">Weltmeister Dmitriy Zharkov und Olga Kulikova, Foto Ute Fischbach-Kirchgraber<\/figcaption><\/figure>\n<p>ADTV-Tanzschulen haben eine solide Basis. Wenn bislang kein einziger ADTV-Tanzlehrer arbeitslos war, so k\u00f6nnen derzeit doch nicht alle Ausgebildeten mit einer Anstellung rechnen. Weniger Kundschaft bedeutet eben weniger verf\u00fcgbare Arbeit.<\/p>\n<p>Doch die Lage f\u00fcr freie Tanzschulen oder Spezialtanzst\u00e4tten gestaltet sich noch sehr viel schwieriger. So machen die ersten Milonga-Bars bereits dicht. Lehrer f\u00fcr Tango Argentino haben keine Sch\u00fcler mehr, auch nicht im Mutterland dieses hochemotional erotisch aufgeladenen Tanzes. Die ganze Szene ist mit dem Lockdown aus der \u00d6ffentlichkeit verschwunden. Ob sie sich von diesem Schlag je wieder zu alter Pracht erholen wird, ist sehr fraglich.<\/p>\n<p>Freude und Spa\u00df an der kundigen Bewegung zu Musik sind ins Stocken geraten. Das gilt auch f\u00fcr die auf Leistung ausgelegten Tanzclubs. Dort durften erst nur Paare aufs Parkett, die in einem Haushalt zusammenleben, also kein doppeltes Sicherheitsrisiko darstellen. Weitere Lockerungen gab es danach f\u00fcr feste Paare, die nicht zusammen wohnen, auch sie durften frei trainieren. Um einen Cubbetrieb aufrechterhalten zu k\u00f6nnen, hat der Landestanzsportverband eine Software entwickelt, in der die Paare Trainingszeiten, sogenannte Slots, in ihrem Tanzclub anmelden m\u00fcssen. Jedem Paar stehen in Bayern derzeit drei Trainingseinheiten pro Woche zur Verf\u00fcgung, also dreimal je eine Stunde mit einer anschlie\u00dfenden Viertelstunde zum L\u00fcften. Mehr ist in der abendlichen Haupttrainingszeit kaum m\u00f6glich. Gl\u00fccklich die T\u00e4nzer, die ausweichen k\u00f6nnen auf Vormittag und Nachmittag. Da gibt es mehr Raum-Kapazit\u00e4ten, so dass man schon mal auf f\u00fcnf Trainingstunden in der Woche kommen kann. Engagierte Turniert\u00e4nzer br\u00e4uchten nat\u00fcrlich wesentlich mehr Zeit auf der Fl\u00e4che.<\/p>\n<p>Wenn der Club \u00fcber mehrere R\u00e4ume verf\u00fcgt, um so besser. Mehr als vier Paare d\u00fcrfen es nicht sein, also in jeder Ecke eines, so dass man sich nicht zu nahe kommt. Solches Training l\u00e4sst jedoch kaum die Ein\u00fcbung der Turniersituation zu. Die Practises, die den Ernstfall simulieren, sind gecancelt. Dazu kommt, dass auch der zur Verf\u00fcgung stehende Raum viel zu klein ist, um entsprechend ausgreifend trainieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Gruppenunterricht wurde anfangs wie bei den Tanzschulen ins Internet verlegt, was jedoch niemals die Pr\u00e4senz des Trainers vor Ort ersetzen kann. Inzwischen d\u00fcrfen die Trainer wieder live aufs Parkett. Dabei haben die lateinamerikanischen T\u00e4nze gegen\u00fcber dem Standardbereich einen Vorteil: hier ist man nicht in das Korsett einer festen Haltung eingebunden, sondern kann side-by-side-Aktionen \u00fcben. Mit solchem Training lassen sich locker Monate f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Die Teilnehmerzahl der Gruppentrainings ist nat\u00fcrlich begrenzt. Allerdings stellt sich in der Praxis heraus, dass ohnehin viele Paare nicht mehr ins Training kommen und wom\u00f6glich die Tanzschuhe an den Nagel h\u00e4ngen. Nur der harte Kern der Turnierpaare, die es wirklich wissen wollen, stellt sich noch dieser Herausforderung. Denn ein Aspekt f\u00e4llt v\u00f6llig flach: die soziale Komponente. Sich im Training zwischendurch etwas zu erholen und sich mit anderen zu unterhalten, ist nicht mehr. Man ist ohnehin angehalten, bereits in Trainingskleidung zu erscheinen, denn die Garderoben werden gerade erst wieder ge\u00f6ffnet &#8211; d\u00fcrfen allerdings wie die Toiletten auch immer nur von einer Person betreten werden. Die anderen m\u00fcssen unter Einhaltung der Abstandsregelung und mit Mundschutz versehen warten.<\/p>\n<p>Das Hygienekonzept sieht nat\u00fcrlich viele Putzarbeiten vor. Doch es gibt keine Putzfrauen rund um die Uhr. Folglich sind die T\u00e4nzer aufgerufen, gerade am Wochenende einzuspringen, damit der Trainingsbetrieb weiterlaufen kann. Noch finden sich gen\u00fcgend solidarische Menschen, die mit den passenden Trainings-Slots am sp\u00e4ten Abend vor dem Putzen oder am Morgen gleich danach belohnt werden. Aber die Suche wird z\u00e4her. Die um Hilfe bittenden Mails nehmen zu.<\/p>\n<p>Tanztrainer k\u00f6nnen zwar wieder Privatstunden geben, doch unter erschwerten Bedingungen: sie tragen Maske und d\u00fcrfen nicht in Haltung gehen mit ihren Sch\u00fclern, d\u00fcrfen diese nicht anfassen, und so fehlt es an einer entscheidenen Vermittlungsmethode. Haptisch lassen sich Muskelkontraktionen, Rotationen und sich entfaltende Kr\u00e4fte weitaus leichter begreiflich machen als in der Theorie. Kommt dazu, dass nat\u00fcrlich auch s\u00e4mtliche Turniere gestrichen sind &#8211; in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Einen zaghaften Anfang machte Spanien im Juli mit einem Jugendturnier in Barcelona, bei allerdings verschwindend geringen Teilnehmerpaaren (bei zwei Turnieren trat nur ein einziges Paar an, die H\u00f6chstzahl waren vier). Die Slowaken lie\u00dfen ebenfalls die Jugend tanzen. Die Tschechen und Polen packten zur Jugend auch Seniorenturniere mit rein. In gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab tanzte man nur in Bosnien-Herzogowina, wo gleich 29 internationale Paare in der Hauptgruppe Standard antraten. Gefahrlos sind solche Veranstaltungen sicher nicht. Andernorts werden bereits auf den November verlegte Ausweichtermine wieder abgesagt. Fast alle Meisterschaften fallen heuer aus.<\/p>\n<p>Es gibt also auch keinen Anreiz f\u00fcr die Paare, Stunden zu nehmen, um f\u00fcr ein wichtiges Turnier fit zu sein. Das bedeutet, dass alle Trainer, die nicht fest f\u00fcr einen Club arbeiten und daher von diesem unterst\u00fctzt werden, wesentlich weniger Sch\u00fcler haben. Da gibt es einige, die kaum mehr \u00fcber die Runden kommen. Denn die so gelobte staatliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Solo-Selbstst\u00e4ndige ist nat\u00fcrlich nicht dazu gedacht, dass diese Menschen ihre Miete zahlen k\u00f6nnen und Essen auf dem Tisch haben. Sie dient nur f\u00fcr betriebliche Ausgaben &#8211; also f\u00fcr Saalmieten beispielsweise. Erhalten werden nur Betriebsst\u00e4tten, nicht Menschen. Dass der Unterhalt eines K\u00f6rpers auch eine betriebliche Ausgabe sein kann, wenn denn der Trainer davon lebt, dass er mit seinem K\u00f6rper unterrichtet, spielt keine Rolle.<\/p>\n<p>Einen Gewinn in dieser Lage haben allerdings Paare, die gerne Stunden bei einem Top-Trainer nehmen, da sind derzeit Unterrichtsstunden leichter zu ergattern. Denn diese Tops m\u00fcssen den Ausfall an Stunden irgendwie wieder hereinholen und sind nun verf\u00fcgbar. Konflikte gibt es aber, weil die Clubs ihre Fl\u00e4chen nat\u00fcrlich nur f\u00fcr die eigenen Paare reservieren und Fremdpaare &#8211; auch nicht wie bisher gegen Geb\u00fchr &#8211; nicht zugelassen werden.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger dieser Zustand andauert, desto frustrierender ist er f\u00fcr alle Tanzbegeisterten. Denn was sollen Paare trainieren, wenn die Basis, der sportliche Vergleich mit anderen, wegf\u00e4llt? Man k\u00f6nnte nun darangehen, generell die Bewegungskultur zu steigern und nicht nur Effekte, um im Turnier aufzufallen. Die k\u00fcnstlerische Seite des Tanzens k\u00f6nnte im Vordergrund stehen &#8211; die zumindest in der Amateurwelt der World Dancesport Federation keinen hohen Stellenwert hat. Das r\u00e4cht sich nun, denn sonst h\u00e4tten die Paare jetzt weiterhin einen Anreiz, sich im Training zu entwickeln.<\/p>\n<p>Und vielleicht liegt auch eine Chance in diesen reduzierten Tanz-Bedingungen. Denn die Clubszene mit ihren oft rund um die Uhr vorgehaltenen Trainingsm\u00f6glichkeiten hat die T\u00e4nzer verw\u00f6hnt. Sie palavern endlos auf der Fl\u00e4che, kriegen sich in die Haare, um das Funktionieren von Figuren, um die Oberherrschaft des Herren, der die t\u00e4nzerische F\u00fchrung auch auf andere Bereiche ausdehnt, wo sie nichts zu suchen hat. Wenn man wie in anderen L\u00e4ndern (beispielsweise England) sich f\u00fcr ein freies Training jeweils die Fl\u00e4che mieten m\u00fcsste, dann s\u00e4he das ganz anders aus. Da kann man sich schon vorab zu Hause im Wohnzimmer des Funktionierens einer Figur versichern, um dann auf dem Parkett das zu tun, f\u00fcr das es vorgesehen ist: n\u00e4mlich durchzutanzen. Der derzeit fehlende Biss im Training k\u00f6nnte so wettgemacht werden. Schlie\u00dflich liegt der Wert des Tanzens ja im Tanzen selbst. Tanzen ist keine Ware, wie bisweilen angenommen, sondern eine Lebenshaltung. Es geht nicht darum, in den jeweiligen Klassen zu bestehen &#8211; worauf manche Trainer ihre Paare trimmen -, sondern wirklich tanzen zu lernen.<\/p>\n<p>Ute Fischbach-Kirchgraber<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/abo-subscribe\/\">Dance for You Magazine kaufen<\/a><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Tanzschule oder Club: die Ballroomszene leidet Man kann sich nicht erinnern, dass etwas den K\u00fcnsten und vor allem dem Tanzen so geschadet hat wie das\u00a0 Corona-Virus. Zumindest seit Pest und Cholera aus unserer Welt verschwunden sind, hat es keinen derartigen Lockdown ganzer L\u00e4nder gegeben \u00fcber so einen langen Zeitraum. 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