{"id":32215,"date":"2019-03-19T17:02:15","date_gmt":"2019-03-19T17:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=32215"},"modified":"2019-03-19T17:02:15","modified_gmt":"2019-03-19T17:02:15","slug":"choreograf-wim-vandekeybus-bringt-die-bakchen-auf-die-buhne-des-munchner-cuvillies-theaters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/choreograf-wim-vandekeybus-bringt-die-bakchen-auf-die-buhne-des-munchner-cuvillies-theaters\/","title":{"rendered":"Choreograf Wim Vandekeybus bringt \u201eDie Bakchen\u201c auf die B\u00fchne des M\u00fcnchner Cuvilli\u00e9s-Theaters"},"content":{"rendered":"<h4>Interview und Nachkritik<\/h4>\n<p>Wim Vandekeybus, dessen impulsiv-rabiater Tanzstil seit Gr\u00fcndung seiner Extremtanztruppe \u201eUltima Vez\u201c 1986 manch j\u00fcngeren Kollegen gepr\u00e4gt hat, ist kein Unbekannter in M\u00fcnchen. Immer wieder war der Belgier an der Isar zu Gast \u2013 sei es bei der Tanzwerkstatt Europa oder im Rahmen der Biennale Dance wie zuletzt 2017 mit \u201eMockumentary of a contemporary saviour\u201c. Nun b\u00fcndeln seine Kompanie und das Residenztheater f\u00fcr eine Urauff\u00fchrung im Cuvilli\u00e9s-Theater erstmals ihre Kr\u00e4fte bei \u201eDie Bakchen \u2013 Lasst uns tanzen\u201c von Peter Verhelst nach Euripides.<\/p>\n<p><strong>Herr Vandekeybus, was reizt Sie als Choreograf an einer Schauspiel-Inszenierung?<\/strong><\/p>\n<p>Dass es f\u00fcr mich etwas Neues ist. In \u00fcber 30 Jahren habe ich viele Filme und um die 35 choreografische Arbeiten gemacht. Bei dieser Produktion f\u00fchle ich mich frei von dem Druck des Gef\u00fchls, mich wom\u00f6glich zu wiederholen. Genau aus diesem Grund sch\u00e4tze ich die Zusammenarbeit mit anderen K\u00fcnstlern.<\/p>\n<p><strong>Sie haben Dijf Sanders als Komponisten und mit Vincent Glowinski einen Maler mit ins Boot geholt. Was erwartet das Publikum?<\/strong><\/p>\n<p>Das Nachexerzieren klassischer (Theater)Formen sagt mir nicht zu. Es bringt uns nicht weiter. Ich hoffe, uns gelingt es, diese antike \u201eHippie\u201c-Geschichte \u00fcber Rache, Emanzipation und die Befreiung von Angst angesichts von Ver\u00e4nderung auf eine ungew\u00f6hnlich neue Art zu erz\u00e4hlen. Allein schon Vincent mit seiner komplett anderen Denkweise ver\u00e4ndert den gesamten Kreationsprozess.<\/p>\n<p>Mein n\u00e4chster Gedanke war, keinen vorproduzierten elektronischen Sound zu verwenden, sondern einen guten Live-Musiker dazu zu holen. Der kann auf der B\u00fchne aktiv auf die Schauspieler, T\u00e4nzer und Vincents Live-Painting reagieren. Dijf, der sich viel mit den Klangwelten indonesischer St\u00e4mme besch\u00e4ftigt hat, wird verschiedene Instrumente spielen.<\/p>\n<p><strong>Das h\u00f6rt sich sehr atmosph\u00e4risch an\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Manchmal wird es auch richtig laut. Dionysos hat die Leute in seiner Gewalt, weil er sie um den kleinen Finger wickeln und in einen Zustand bringen kann, in dem sie keine Angst mehr kennen, sich quasi wie unter Drogen \u00f6ffnen. Am Ende wird man den Eindruck haben, das Ganze war ein gigantischer Trip. Grausam. Ein sexueller (Alb)Traum.<\/p>\n<p><strong>Bleiben Rollen und Plot erhalten?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall. Die Schauspieler \u00fcbernehmen die Charaktere Pentheus (Till Firit), Dionysos (Niklas Wetzel), Agaue (Sylvana Krappatsch), Teiresias (Ren\u00e9 Dumont) und Kadmos (Wolfram Rupperti). Aber Dionysos ist eine Gottheit, die sich gern in fremden K\u00f6rpern verbirgt. Meine T\u00e4nzer interpretieren vornehmlich die Bakchen, k\u00f6nnen aber auch Teil des Palasts, zu Pentheus Gefolge oder sogar Dionysos selbst werden. Die Story steigert sich langsam \u00fcber 90 Minuten hinweg.<\/p>\n<p><strong>Sie haben den fl\u00e4mischen Dramatiker Peter Verhelst mit einer Neubearbeitung des Texts beauftragt. Warum? <\/strong><\/p>\n<p>Agaue beispielsweise hat im Original nur am Ende eine Stimme. Dann, wenn sie ihren Fehler erkennt. Ich aber wollte sie von Anfang an im St\u00fcck pr\u00e4sent haben, ihre Rolle zeigen und sie sprechen lassen. Peter war bereit, der Struktur der Vorlage treu zu bleiben. Gleichzeitig z\u00e4hlt er zu jenen Autoren, die nicht einfach beschreiben, was man sieht. Er geht metaphorisch vor. Spannend, wenn der Ballast szenischer Beschreibungen wegf\u00e4llt, der Text nicht l\u00e4nger informative Funktion hat und zum eigenst\u00e4ndigen Modul neben Musik, Malerei oder Tanz wird. Einzelne Zutaten, die nie eins sind, sich aber permanent wie ein R\u00e4derwerk verzahnen.<\/p>\n<p><strong>Werden sich die Auff\u00fchrungen unterscheiden?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, was Vincent Glowinski betrifft. Er hasst es, sich vorab festzulegen und entwickelt seine visuelle Kunst aus dem Augenblick heraus. Unsere Arbeit ist ein organischer Prozess. Dennoch bleibt jede Vorstellung ein Gig \u2013 f\u00fcr den Musiker ebenso wie f\u00fcr den Maler. Es ist ihre erste Zusammenarbeit!<\/p>\n<p><strong>Wie darf man sich die B\u00fchne vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir beginnen sozusagen mit einem wei\u00dfen Blatt Papier.<\/p>\n<p><strong>Es gibt keinerlei Dekor?<\/strong><\/p>\n<p>Doch \u2013 aber am Anfang ist alles wei\u00df. Ich habe Vincent gebeten, uns alles Notwenige zu malen. Und auch vor den Darstellern nicht Halt zu machen. Das Live- und Bodypainting erm\u00f6glicht den Figuren, sich in etwas anderes zu verwandeln. Wobei das Geschlecht meiner Meinung nach nicht wirklich von Bedeutung ist.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gen Sie den Premierenort?<\/strong><\/p>\n<p>Ich finde das Cuvilli\u00e9s-Theater gar nicht so sch\u00f6n. Das Ambiente unterscheidet sich total von unserer Arbeit. Der Kontrast zwischen B\u00fchne und Zuschauerraum ist gigantisch. Letztendlich gef\u00e4llt mir aber, in diesem Rokokotheater zu spielen. Schlie\u00dflich beinhalten gerade Euripides \u201eBakchen\u201c mit ihren Fraktionen der G\u00f6tter, Menschen, Frauen, M\u00e4nner, Anf\u00fchrer und Anh\u00e4nger enorm viele Gegens\u00e4tze.<\/p>\n<h4><strong>Kunst am St\u00fcck<\/strong><\/h4>\n<h4><strong>\u201eDie Bakchen \u2013 lasst uns tanzen\u201c in Regie und Choreografie von Wim Vandekeybus im M\u00fcnchner Cuvilli\u00e9s-Theater. Premiere 15.3.2019<\/strong><\/h4>\n<p>Ein wei\u00dfer Palast aus sich auft\u00fcrmenden Kanten und Schr\u00e4gen. Davor neigt sich ein Plateau der Rampe entgegen. In Wim Vandekeybus\u2019 k\u00f6rperbrachialer und kolossal bildgewaltiger Adaption von Euripides antikem Versdrama \u201eDie Bakchen \u2013 Lasst uns tanzen\u201c verl\u00e4uft die Grenze des K\u00f6nigreichs Theben genau hier: zwischen abstrakter B\u00fchne und rotgoldverziertem Zuschauerraum.<\/p>\n<p>Besonders deutlich empfindet man das, wenn Agaue (gro\u00dfartig spr\u00f6de in ihrem Wahn: Sylvana Krappatsch) als M\u00f6rderin des Herrschers und eigenen Sohns Pentheus nach psychedelisch-z\u00fcgelloser, blutr\u00fcnstiger Raserei ins Parkett des Cuvilli\u00e9s-Theaters hinabgehievt und gnadenlos abgeschoben wird. Zur\u00fcck bleiben der blinde Seher Teiresias (Ren\u00e9 Dumont) und Vater Kadmos (Wolfram Rupperti). Agaues Schmerz katapultiert den Zuschauer aus seiner Neutralit\u00e4t als blo\u00dfer Betrachter heraus, macht ihn unmittelbar zum Zeugen der sich unaufhaltsam zusammenbrauenden Katastrophe.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32217\" aria-describedby=\"caption-attachment-32217\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-32217\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u201eDie-Bakchen-lasst-uns-tanzen\u201c-Szene-mit-Sylvana-Krappatsch-und-Vincent-Glowinski\u2003\u2003-Foto-Danny-Willems--1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u201eDie-Bakchen-lasst-uns-tanzen\u201c-Szene-mit-Sylvana-Krappatsch-und-Vincent-Glowinski\u2003\u2003-Foto-Danny-Willems--1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u201eDie-Bakchen-lasst-uns-tanzen\u201c-Szene-mit-Sylvana-Krappatsch-und-Vincent-Glowinski\u2003\u2003-Foto-Danny-Willems--300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u201eDie-Bakchen-lasst-uns-tanzen\u201c-Szene-mit-Sylvana-Krappatsch-und-Vincent-Glowinski\u2003\u2003-Foto-Danny-Willems--600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u201eDie-Bakchen-lasst-uns-tanzen\u201c-Szene-mit-Sylvana-Krappatsch-und-Vincent-Glowinski\u2003\u2003-Foto-Danny-Willems--768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32217\" class=\"wp-caption-text\">DIE BAKCHEN \u2013 LASST UNS TANZEN<br \/>Regie + Choreographie + B\u00fchne: Wim Vandekeybus,<br \/>v. l. Sylvana Krappatsch, Vincent Glowinski<\/figcaption><\/figure>\n<p>Deren kultischer Ursprung sind Zust\u00e4nde des Rausches. Daf\u00fcr hat Vandekeybus mit seinen Interpreten wunderbare choreografische Eingangsimpressionen aus neuartigen Hebungen, W\u00fcrfen und Drehungen f\u00fcr verschiedenste Paarkonstellationen gefunden. Windschnell dreht sich ein Mann um sich selbst und h\u00e4lt die im Schwung gepackte Frau wenige Zentimeter vor sich in den H\u00e4nden. Zugegriffen wird impulsiv. Bald auch gewaltsam und krude. Dionysos selbst in seiner menschlichen Gestalt greift Agaue unmissverst\u00e4ndlich zwischen die Beine. Und l\u00e4sst sie dann quer zu seinen H\u00fcften durch die Luft schweben. Drastisch entr\u00fcckt. Toll! Nichts f\u00fcr zimperliche Gem\u00fcter.<\/p>\n<p>Die Ekstase der M\u00e4naden am Ende, die sich dank Drehb\u00fchne in einem waldigen Hinterland aus Ger\u00fcstgest\u00e4nge abspielt, kennt keinen Halt. Sie zerren den unkenntlich bemalten Pentheus vom Ast. Till Firit lebt den Skeptiker aus Verantwortung, der Ver\u00e4nderungen scheut, gro\u00dfartig aus. Erst versucht er, die Kritzeleien auf den Mauern mit wei\u00dfer Farbe wieder zu tilgen. Als ihm Dionysos beim Gefecht der Argumente den Finger lutscht, willigt er schlie\u00dflich ein, sich selbst ein Bild von dem triebhaften Treiben vor den Toren seines vormals blitzblanken Palastgel\u00e4ndes zu machen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32218\" aria-describedby=\"caption-attachment-32218\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-32218\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Till-Firit-Pentheus-und-Sylvana-Krappatsch-Agaue-im-tragischen-Rausch.-Foto-Danny-Willems-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Till-Firit-Pentheus-und-Sylvana-Krappatsch-Agaue-im-tragischen-Rausch.-Foto-Danny-Willems.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Till-Firit-Pentheus-und-Sylvana-Krappatsch-Agaue-im-tragischen-Rausch.-Foto-Danny-Willems-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Till-Firit-Pentheus-und-Sylvana-Krappatsch-Agaue-im-tragischen-Rausch.-Foto-Danny-Willems-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Till-Firit-Pentheus-und-Sylvana-Krappatsch-Agaue-im-tragischen-Rausch.-Foto-Danny-Willems-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-32218\" class=\"wp-caption-text\">Till Firit (Pentheus) und Sylvana Krappatsch (Agaue) im tragischen Rausch. Foto Danny Willems<\/figcaption><\/figure>\n<p>Pentheus zu zerfetzten, beansprucht Zeit. Am Ende steht nur mehr die Mutter da \u2013 siegesgeil den farbverschmierten Kopf fest unter ihre Achsel geklemmt. Hinter ihr strahlt Dionysos unter Schichten von Ockergelb. Doch sein Triumph ist kurz. Mitten im Wort sinkt er zu Boden \u2013 gef\u00e4llt von den eigenen Gefolgsleuten. Die klettern eilig davon \u2013 \u00fcber den Turm aus Stangen, in dem sie gerade noch Pentheus, ihr ausgeweidetes Opfertier, aufgeh\u00e4ngt haben. Das hat Open-End-Dimension.<\/p>\n<p>Vandekeybus\u2019 \u201eBakchen\u201c rei\u00dfen einen mit. Dichte 90 Minuten lang. Emotional bedachtsam gelenkt von einer F\u00fclle physischer und lautmalerischer Ausdruckskraft, die die f\u00fcnf rollentragenden Schauspieler, zwei T\u00e4nzerinnen (Zoe Gyssler, Aymara Parola) und zwei T\u00e4nzer (Horacio Macuacua, Borna Babi\u0107) fortw\u00e4hrend zu markanten Eindr\u00fccken verbinden. Immer hautnah dran am Geschehen, das in Peter Verhelsts auf wenige intensive Dialoge und Monologe verknappter Textneufassung \u00fcberaus wirkungsvoll vor allem eines ausstellt: das schmachvolle Versagen einer in Umbruchsituationen desorientierten Familie. Ob Agaue, Pentheus oder Dionysos (Spross von Semele, Agaues Schwester mit Zeus, an die niemand in der Stadt mehr denken mag) \u2013 sie reflektieren am liebsten \u00fcber sich selbst. So r\u00fcckt das von Residenztheater und Vandekeybus\u2019 Kompanie <a href=\"https:\/\/www.ultimavez.com\">Ultima Vez<\/a> koproduzierte St\u00fcck einem richtig auf die Pelle. Und unterscheidet sich herrlich von Dieter Dorns vorheriger, 2005 nicht minder grausamer, dabei ganz textbasierter Inszenierung.<\/p>\n<p>Die Trag\u00f6die beginnt mit den Geburtsqualen der Mutter. Zupackende H\u00e4nde entrei\u00dfen Pentheus ihrem Leib. Er greint, zusammengefaltet am Boden. Agaue hockt apathisch am Rand. Es bedarf keiner chorischen Erkl\u00e4rungen. Den Keim f\u00fcr seinen vernichtenden Rachefeldzug hat der Dionysos l\u00e4ngst gelegt.<\/p>\n<p>Hinter Agaue ragt eine riesige Steilwand \u2013 das Bergmassiv Kithairon \u2013 in die H\u00f6he. Die perfekte Aktionsfl\u00e4che f\u00fcr den franz\u00f6sischen Street-Art-K\u00fcnstler Vincent Glowinski, der sich mitsamt Malutensilien abseilt. Er ist Dionysos\u2019 omnipr\u00e4sentes, f\u00fcr den visuellen Rausch in dieser Produktion verantwortliches Alter Ego. Aus seinen Strichen erwachsen nach und nach beispielsweise Gebirge, die sich in Gesichter verwandeln. Allein sein Action-Painting macht die Auff\u00fchrung zum Muss. Wer will, findet \u00fcberall symbolische Querverweise. Begleitet von fern\u00f6stlichen Kl\u00e4ngen, die Live-Musiker Dijf Sanders ausgebauten Pianosaiten und einer Zitter entlockt. Sp\u00e4ter entladen sich diese in gewaltigen elektroakustisch verst\u00e4rkten Soundclustern. Er darf aber auch, eine exotische K\u00fcrbisfl\u00f6te blasend, in die Rolle der Semele schl\u00fcpfen. F\u00fcr ein kurzes, sich t\u00e4nzerisch umkreisendes t\u00eate \u00e0 t\u00eate mit Agaue.<\/p>\n<p>Die Entdeckung des Abends ist der junge Niklas Wetzel als Dionysos. Ein nach Abschluss an der M\u00fcnchner Otto Falckenberg Schule sogleich ans Deutsche Theater Berlin engagierter Leonardo-DiCaprio-Typ. Wenn er sich im Duett mit einem T\u00e4nzer bewegt, \u00fcberzeugt dies ebenso wie die Worte, mit denen er sein Gefolge in Bann schl\u00e4gt.<\/p>\n<p><em>Vesna Mlakar<\/em><\/p>\n<p>N\u00e4chste Vorstellungen: 27., 29., 30.3., dann wieder im April. Karten: 21851940<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview und Nachkritik Wim Vandekeybus, dessen impulsiv-rabiater Tanzstil seit Gr\u00fcndung seiner Extremtanztruppe \u201eUltima Vez\u201c 1986 manch j\u00fcngeren Kollegen gepr\u00e4gt hat, ist kein Unbekannter in M\u00fcnchen. 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