{"id":32081,"date":"2019-02-27T14:33:50","date_gmt":"2019-02-27T14:33:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=32081"},"modified":"2019-02-27T14:33:53","modified_gmt":"2019-02-27T14:33:53","slug":"nachkritik-rock-the-ballet-x-10th-anniversary-tour-auf-deutschlandtour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/nachkritik-rock-the-ballet-x-10th-anniversary-tour-auf-deutschlandtour\/","title":{"rendered":"Nachkritik: \u201eRock the Ballet X \u2013 10th Anniversary Tour\u201d auf Deutschlandtour"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer Ballett \u2013 wegen M\u00e4nnern in engen Leggins \u2013 hasst, der wird die aktuelle Jubil\u00e4umstour \u201eRock the Ballet X\u201d vielleicht m\u00f6gen. Auch auf gro\u00dfe Gef\u00fchle oder Inhalte zu elit\u00e4ren Musikkompositionen verzichtet man hier. Daf\u00fcr gibt es sexy Beats zu Rock und Pop, wilde Spr\u00fcnge in schwarzen Hosen und trendig-bunten Hemden sowie kesse bis frech-anz\u00fcgliche H\u00fcftschw\u00fcnge ohne Ende. Und das zu Beginn unisono von den sieben hyperagilen M\u00e4nnern und den drei erfrischend typenunterschiedlichen Frauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rock_the_Ballet-8807-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32083\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rock_the_Ballet-8807-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rock_the_Ballet-8807-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rock_the_Ballet-8807-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rock_the_Ballet-8807-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eFeeling Good\u201c von Nina Simone dr\u00f6hnt aus den\nBoxen. Um die Stimmung anzuheizen, braucht es nicht viel. Schon zum zweiten\nTitel \u201eFeel it Still\u201d (Portugal The Man) klatscht das Publikum begeistert mit. Sp\u00e4ter\nentl\u00e4dt sich die \u2013 durch wenig mehr als Tanz \u2013 aufgebaute Spannung zu insgesamt\n29 Schlagern in Jubelrufen und Fu\u00dfgetrampel. Darunter Rockklassiker von Steve\nWonder, Elton John, The Rolling Stones, Pink, Madonna, Justin Timberlake,\nRihanna, Lady Gaga, Queen und Michael Jackson \u2013 dessen drei St\u00fccke in der\nk\u00fcnstlerischen Umsetzung zu den besten z\u00e4hlen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewegungssprache der zehn durch permanenten\nEinsatz herausgeforderten Interpreten (insgesamt z\u00e4hlt die Truppe 17\nMitglieder) ersch\u00f6pft sich keineswegs im Kanon klassisch stets ausbalancierter\nSchrittkombinationen. Mal wird in den nahtlosen Drive der dicht aneinander\ngetackerten Nummern etwas Hip-Hop, dann Modern Dance oder verjazzter Athlethismus\nin bester Revuetanzmanier untergemischt. Das Erstaunlichste an dieser recht\neinheitlichen, musikalisch-choreografischen Schmalspurkost jedoch ist: Sie wird\nim Verlauf von eineinhalb Stunden immer besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte der Frauen outet sich \u2013 als einzige\nim Team auf Spitzenschuhen \u2013 im ersten Teil als fragile Melancholikerin. Im\nzweiten Teil kehrt sie mit roten Handschuhen den Vamp heraus und verdreht im\nk\u00f6rperbetonten Samttrikot den Jungs, die sie wie eine Troph\u00e4e durch die Luft\ntragen und \u00fcber ihre Schultern hebeln, die K\u00f6pfe. Eine Rolle, die die\n36-j\u00e4hrige k\u00fcnstlerische Leiterin und Choreografin der Show Adrienne Canterna gern\nnoch selber, aber nat\u00fcrlich nicht in allen Vorstellungen \u00fcbernimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie 2008 das Format \u201eRock the Ballet\u201c\ngemeinsam mit dem Solisten Rasta Thomas aus der Taufe hob, war sie alleiniges\nweibliches Kontrastmoment in einer Gruppe testosteronbetont muskul\u00f6ser K\u00f6rper. Ein\nImagewandel hin zu mehr Frauenpower scheint\nnun ihr Ziel zu sein. Tragende Kraft der erlebnis- wie bilderreichen\nPerformance sind aber \u2013 nach wie vor \u2013 ihre sogenannten Bad Boys of\nDance \u2013 einer cooler als der andere. Energie ist das Geheimnis von deren\nVerf\u00fchrungskunst. Explosiv und hypersportiv. Das Konzept funktioniert, weil die\ngesamte Crew Klasse hat \u2013 wenn auch eine ganz eigene, die mit klassischem Ballett\nkaum zu vergleichen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Effekte und getanzte emotionale\nH\u00f6hepunkte werden vorwiegend akzentsynchron umgesetzt. Motivator f\u00fcr die meist\nin fetziger Manier transportierten Gef\u00fchle bleibt einzig die Musik. Das macht\ndie dynamische, multimedial\n\u00fcberaus ansprechend aufbereitete Show perfekt,\num im Zuschauerraum gedankenfrei abzuchillen. Die Profis auf der B\u00fchne dagegen\nd\u00fcrfen sich abrackern, um gute Laune zu verbreiten. Die K\u00fcr gelingt!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Vesna Mlakar<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Ballett \u2013 wegen M\u00e4nnern in engen Leggins \u2013 hasst, der wird die aktuelle Jubil\u00e4umstour \u201eRock the Ballet X\u201d vielleicht m\u00f6gen. Auch auf gro\u00dfe Gef\u00fchle oder Inhalte zu elit\u00e4ren Musikkompositionen verzichtet man hier. 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