{"id":31980,"date":"2019-02-13T15:09:33","date_gmt":"2019-02-13T15:09:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/?p=31980"},"modified":"2019-03-01T13:45:08","modified_gmt":"2019-03-01T13:45:08","slug":"die-rolle-deines-lebens-judith-turos-spricht-ueber-die-rolle-der-giselle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/en\/die-rolle-deines-lebens-judith-turos-spricht-ueber-die-rolle-der-giselle\/","title":{"rendered":"Die Rolle (D)eines Lebens. Judith Turos spricht \u00fcber die Rolle der Giselle"},"content":{"rendered":"\n<p><em>F\u00fcr manche Ballerinen ist es die Giselle, Aurora, Odette\/Odile, f\u00fcr andere ein modernes Ballett, doch jeder hat sie: die Rolle, die das T\u00e4nzerinnen-Leben auf wundersame Weise \u00e4ndert und in Erinnerung bleibt als die Herausforderung schlechthin. Wie gestaltet man eine solche Rolle, welche F\u00e4higkeiten sind gefragt und &nbsp;welche Tanztechnik geh\u00f6rt dazu? &nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"823\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-ballettsaal-823x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31981\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-ballettsaal-823x1024.jpg 823w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-ballettsaal-300x373.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-ballettsaal-600x747.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-ballettsaal-241x300.jpg 241w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-ballettsaal-768x956.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 823px) 100vw, 823px\" \/><figcaption>Judith Turos im Ballettsaal, 1997 \u00a9 Charles Tandy<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Judith Turos hat sich den Tanz im Laufe ihrer herausragenden\nKarriere bis zur Perfektion erarbeitet. Mittlerweile gibt sie ihre Erfahrungen\nin M\u00fcnchen als Ballettmeisterin des Bayerischen Staatsballetts weiter, und ihre\nAugen gl\u00e4nzen noch immer, wenn sie \u00fcber den Tanz spricht. Sympathisch und\nhilfsbereit coacht sie ihre T\u00e4nzer mit Seriosit\u00e4t, \u00dcberzeugung und Herz, ist\nsie doch ein Mensch, der mit Kopf und Seele arbeitet. Akklamiert als eine der\nbesten dramatischen Ballerinen unserer Zeit, haben ihre brillanten\nRolleninterpretationen nicht nur an der Bayerischen Staatsoper in M\u00fcnchen,\nsondern auch international Ballettgeschichte geschrieben und Meilensteine f\u00fcr\nviele Nachwuchsballerinen gesetzt. Der unvergessliche Ballettpapst Horst\nKoegler nannte sie die \u201eM\u00fcnchner Marcia Haydee\u201c. F\u00fcr mehr als 25 Jahre wurde\nJudith Turos von der internationalen Presse als herausragende Ballerina und\nB\u00fchnenpers\u00f6nlichkeit gew\u00fcrdigt. Denn wer sie auf der B\u00fchne tanzen sah, konnte\nsie nicht mehr vergessen: Die Primaballerina verf\u00fcgte souver\u00e4n \u00fcber die\nNoblesse des klassisch akademischen Tanzes bis hin zu der modernen\nBewegungssprache eines Hans van Manen, Jiri Kylian, Jos\u00e9 Limon, Roland Petit,\nJohn Neumeier, Yuri Vamos oder Davide Bombana, die bedeutsame Rollen f\u00fcr sie kreiert\nhaben. 1997 erhielt die Rum\u00e4nin ungarischer Abstammung als erstes Mitglied des\nBayerischen Staatsballetts den Titel \u201eBayerische Kammert\u00e4nzerin\u201c, 1999 den\n\u201eBayerischen Tanzpreis\u201c und ein Jahr darauf den ungarischen \u201eTanzpreis Europa\u201c.\nAn der Seite des Ballettdirektors Ivan Li\u0161ka gab sie 2005 ihre\nAbschiedsvorstellung im Rahmen der M\u00fcnchener Ballettfestwoche. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Rahmen unserer neuen Reihe \u201eDie Rolle D(eines) Lebens\u201c haben Sie die Rolle der Giselle als erste zum Gespr\u00e4ch gew\u00e4hlt. Warum? <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00e4u\u00dferst komplexe Rollen-Darstellung, eine der\nwichtigsten \u00fcberhaupt, hat vor rund 200 Jahren den Beginn einer \u00c4ra\neingel\u00e4utet, in der das klassische Ballett sich so positionierte, wie es heute\nnoch besteht. Die erste Rolle der Giselle wurde 1841 von der Ballerina Carlotta\nGrisi an der Seite von Lucien Petipa in der Rolle des Prinz Albrecht getanzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Lebenspartner, der Choreograf Jules Perrot, zeichnete\ndamals die Choreografie gemeinsam mit dem italienisch st\u00e4mmigen T\u00e4nzer Jean\nCoralli. Alle Aspekte, alle Facetten, auf die eine Ballerina in ihrer B\u00fchnen-Darstellung\nachten sollte, sind hier vorhanden und werden von jungen Tanzstudentinnen bereits\nin die Schule gelernt: Die ausgefeilte klassische Technik, die Lyrik, die Dramatik\nund die stilistische Arbeit. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie entstand das Werk?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das romantische Ballett \u201eGiselle\u201c nach einem Libretto von\ndem Schriftsteller Th\u00e9ophile Gautier und zur Musik von Adolphe Adam ist eines\nder wegweisenden Werke im lyrischen Ballett des 19. Jahrhunderts. Th\u00e9ophile\nGauthier, \u00fcbrigens einer der f\u00fchrenden K\u00f6pfe in der romantischen Bewegung in\nFrankreich, und ein gro\u00dfer Bewunderer sch\u00f6ner Ballerinas, wurde von der Sage\nder \u201eWillis\u201c inspiriert, junge Frauen, die vor ihrer Hochzeit gestorben sind. Ein\ntragisches Schicksal wird erz\u00e4hlt: Giselle, das Bauernm\u00e4dchen, das, verf\u00fchrt\nund von einem verkleideten Edelmann verraten wurde, t\u00f6tet sich in Trauer. Nach\nihrem Tod sch\u00fctzt sie ihren Geliebten vor den rachs\u00fcchtigen Willis (Waldgeistern)\nund deren K\u00f6nigin Myrtha, die nachts ihre Gr\u00e4ber verlassen, um an Wegkreuzungen\ndie Lebenden zu zwingen, sich zu Tode zu tanzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"764\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-764x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31983\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-764x1024.jpg 764w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-300x402.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-600x804.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-768x1029.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Judith-Turos-und-Jan-Broecks-Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-scaled.jpg 1911w\" sizes=\"auto, (max-width: 764px) 100vw, 764px\" \/><figcaption>Judith Turos und Jan Broeckx in Giselle 1986 \u00a9 Anne Kirchbach<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Welche Lernprozesse durchgeht eine Ballerina, wenn sie diese Rolle einstudiert?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das erste, was einer jungen Ballerina in dieser Rolle beigebracht\nwird, ist die Geschichte und die romantische Stilrichtung, die multiple dramatische\nReihenfolge, w\u00e4hrend sie schrittweise die Choreografie lernt. Sie sollte im 1.\nund auch im 2. Akt wie eine Schauspielerin agieren. Diese Rolle ist allerdings sehr\nkomplex und stilistisch gar nicht \u00e4hnlich mit anderen Partien des sp\u00e4teren\nklassischen Ballett-Repertoires. Sie erfordert viel Sensibilit\u00e4t, denn es dominiert\nhier nicht nur der Oberk\u00f6rper, die Armf\u00fchrung oder die Beinarbeit. Es ist die\nunglaubliche Genauigkeit in der Fu\u00dfarbeit auf Spitze, die geschmeidig und\nleicht bleibt, der Gesichtsausdruck, der stets nat\u00fcrlich bleiben muss, nicht zu\nvergessen Atmung und B\u00fchnenpr\u00e4senz. Diese ganzen Elemente: Tanz, Schauspiel,\nstilistische Darstellung sind in der Dramatik des ersten Aktes \u00e4u\u00dferst\nschwierig zu kombinieren. Der Tanz dr\u00fcckt nonverbal alle Gef\u00fchle aus, die sie erlebt.\nGiselle und Albrecht entdecken beide ihre Liebe zueinander, tanzen gemeinsam,\nehrlich in ihrer Neugier und Naivit\u00e4t. Jeder Schritt, jede Ber\u00fchrung, ist mit so\nviel zarten Gef\u00fchlen verbunden, als k\u00f6nnte niemals einer den anderen verletzten.\n<\/p>\n\n\n\n<p><em>Im 1. Akt ist die Giselle ein einfaches und unschuldiges naives Bauernm\u00e4dchen, das mit seiner Mutter im Wald lebt. Sie kennt das opulente, moralisch verruchte Leben der Reichen nicht und glaubt Albrecht sein Verlobungsversprechen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"764\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-764x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31984\" srcset=\"https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-764x1024.jpg 764w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-300x402.jpg 300w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-600x804.jpg 600w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-224x300.jpg 224w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-768x1029.jpg 768w, https:\/\/www.danceforyou-magazine.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Giselle-1986-Foto-Anne-Kirchbach-scaled.jpg 1911w\" sizes=\"auto, (max-width: 764px) 100vw, 764px\" \/><figcaption>Judith Turos in Giselle 1986 \u00a9 Anne Kirchbach<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier entfaltet die Ballerina die ganze Kraft ihrer\ndramatischen Schauspielkunst, aber ohne es zu \u00fcbertreiben. Giselle ist\nnat\u00fcrlich, sensibel und leidenschaftlich, ein Wesen mit weit aufgerissenen\nAugen, s\u00fc\u00df, aber bedroht durch ihre Herzkrankheit. Das Drama entfaltet sich,\nals der Betrug Albrechts, der eigentlich mit einer Adeligen, Bathilde, verlobt\nist, aufgedeckt wird. Giselle erlebt einen Schock, bricht vor den Augen Ihrer\nMutter zusammen und stirbt. Ihr Sterbensakt, ihre krampfhaft zitternden Finger\nund ihr blasses Gesicht, lassen das Publikum den Atem anhalten. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Welchen Erfahrungen haben Sie pers\u00f6nlich mit dieser Rolle gemacht? <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Herausforderung ist, die Rolle in beiden Akten zu\nbeherrschen. Beide Partien sind stilistisch grundverschieden; entweder sind T\u00e4nzerinnen\ngut im ersten oder eben im zweiten Akt, der generell als technisch viel\nschwerer betrachtet wird. W\u00e4hrend meiner Ausbildung an der Bolshoi Ballettakademie\nin Moskau hatte ich zum Gl\u00fcck Repertoire-Unterricht bei bedeutenden\nBallettp\u00e4dagoginnen und habe viele Vorstellungen als Studentin mitgetanzt. So\nkonnte ich den Zweiten Akt perfekt in den Griff bekommen. Aber mit meinem\nersten Engagement am Theater musste ich pl\u00f6tzlich auch die dramatische Partie\ndes Ersten Aktes tanzen. Ich habe mich nicht wohl gef\u00fchlt und oft \u00fcbertrieben,\nwenn ich Prinz Albrecht zu stark angestrahlt habe oder ihm zu schnell hinterhergelaufen\nbin (lacht herzlich). Die Finnesse fehlte. Ich dachte, Giselle ist ein\nBauernm\u00e4dchen, das einfach und gl\u00fccklich ist. Die erste Ballettmeisterin, mit\nder ich die Rolle f\u00fcr die Giselle-Premiere hier in M\u00fcnchen erarbeitet habe, war\nAnnette Page. Sie brachte mir zwar eine Menge Details bei, aber um die Rolle zu\nbeherrschen, habe ich vor allem Zeit gebraucht. Die erste Vorstellung war f\u00fcr\nmich, was den Ersten Akt betrifft, nicht zufriedenstellend, w\u00e4hrend der Zweite\nAkt perfekt lief. Das \u00e4nderte sich erst durch weitere Vorstellungen, viel Lesen\nund Vertiefung der Rolle in stilistischer Hinsicht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Welche Ballerina haben Sie in Erinnerung als die perfekte Giselle?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In Moskau habe ich viele Giselles erlebt, aber eine\nOffenbarung war f\u00fcr mich das Traumpaar: Marina Kondratyeva und M\u0101ris Liepa, die\nich noch Ende der 1970-er Jahre erleben durfte. Sp\u00e4ter, im Westen, als meine Tanzkarriere\nbegann, war es Carla Fracci, die mir viel Inspiration f\u00fcr die Rolle gegeben\nhat. Es gibt nat\u00fcrlich auch andere Beispiele, die mir w\u00e4hrend der Jahre imponierten,\nwie z. B. Alicia Alonso, Natalia Makarova oder Alessandra Ferri.<\/p>\n\n\n\n<p><em>War der zweite Akt f\u00fcr Sie leicht zu tanzen? <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, absolut, ich f\u00fchlte mich im zweiten Akt zuhause. Hier\ntanzt Giselle als Willis so leicht wie eine Feder und bringt die Art der \u201eSylphide\u201c\nin ihrer ganzen Haltung zur Geltung: Sie kann Albrecht nicht anschauen, nichts\nsagen, ihn nicht ber\u00fchren, nur sp\u00fcren, riechen und f\u00fchlen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es sind diese immer wiederkehrenden Verbindungsbewegungen, Bourr\u00e9es,\nSchritte und Spr\u00fcnge, die den Eindruck erwecken, dass sie nicht mal den Boden\nber\u00fchrt. Die Schultern der Ballerina haben eine andere Art von \u00c9paulement (die\nleichte Wendung der Schulter nach rechts oder links) ihre Arabesques m\u00fcssen leicht\nwirken, die Arme sind weit ausgestreckt und sie ist faszinierend in ihrem \u00dcbergang\nin die transzendente Welt, in der sie wie ein Apostroph in der Luft schwebt. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist das typische Motiv f\u00fcr die klassische Ausf\u00fchrung der Giselle und warum hat dieses Ballett einen solchen Erfolg beim Publikum? &nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Giselle ist eine fesselnde Geschichte mit tiefromantischen Handlungselementen: Liebe, Untreue, die Kr\u00e4fte der Natur und Tod, tanzende Waldgeister. Es ist die Kombination der pantomimischen und t\u00e4nzerischen Ausdrucksmittel, die sich immer abwechseln. Die Hauptfiguren Giselle-Albrecht, das wiederkehrende Liebesthema, das sich auch durch die Musik zieht. Das ganze Ballett ist auf einen Ausgleich der Elemente angelegt, weil die Macht des Schicksals, die beide Darsteller verbindet, irgendwo auch asymmetrisch zu sein scheint. Giselle ist eine bescheidene, sterbende und doch transzendente Figur, der faszinierende Albrecht ist m\u00e4chtig, aber schwankend, moralisch ambivalent. Doch die \u00fcberirdische Verbindung zwischen ihnen ist das, was Giselle als romantisches Ballett wirklich in ein gro\u00dfes Ereignis verwandeln kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Interview von Mihaela Vieru<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Interview wurde in Dance for You Magazine Fr\u00fchlingsausgabe 59\/2013 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr manche Ballerinen ist es die Giselle, Aurora, Odette\/Odile, f\u00fcr andere ein modernes Ballett, doch jeder hat sie: die Rolle, die das T\u00e4nzerinnen-Leben auf wundersame Weise \u00e4ndert und in Erinnerung bleibt als die Herausforderung schlechthin. 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