Karge Kost im Fernsehen
von Volkmar DRAEGER
Tanz und TV – nicht gerade eine heiße Liebesgeschichte, was auch damit zu tun haben mag, dass sich eine dezidiert dreidimensionale Kunst eben schwer in die Fläche des Bildschirms quetschen lässt. Gleiches gilt aber dann ebenso für Schauspiel, Oper, Plastik etc. Und dennoch. Es liegt gefühlt unvordenkliche Zeiten zurück, dass im ZDF meist sonntäglich die Reihe „Musica“ lief, mit dem perfekten grand battement auf die letzten Takte der Dvořák-Musik des Vorspanns. Neben Konzertmitschnitten konnte man da auch Tanzproduktionen sehen. So lange ist das her, wohl in den 1990ern, dass die schlaue KI-gestützte Netz-Info von heute davon keine Kenntnis mehr hat. In diesen Jahren durfte man sich gleichsam zu den hehren Weihnachtstagen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ARD und mehr noch ZDF, auf einen Ballettklassiker freuen. Nicht zu vergessen John Neumeiers abgefilmte öffentliche Balletteinführungen – ja, so etwas gab es mal. Das alles ist längst vorbei, in die Bresche springen bisweilen die dritten Programme. Wenn es etwa bei 3sat Schauspiel und Oper auf den besten Sendeplatz um 20:15 Uhr bringen, ist das dem Quotengift Tanz kaum je vergönnt.

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