Eine Winterreise“, Ch. Wagner Moreira Theater Regensburg © Marie Liebig
DFY+Performance

Die Spielzeit 2024/25 – ein Rückblick

Höhe- und Tiefpunkte

von Vesna MLAKAR

Noch unlängst schien der Tanz auf mitteleuropäischen Bühnen ein nicht mehr überbietbares technisches wie ästhetisches Niveau erreicht zu haben. Ist es da nicht beinahe zwangsläufig, dass nach dieser Phase nun eher eine Diversifizierung zu konstatieren ist, die viele im Publikum gewiss als eine Art von „Zerfransen“ bisheriger Sehgewohnheiten wahrnehmen werden? Ein Hauptgrund hierfür mag die generell zu beobachtende Tendenz zu mehr kuratierenden denn selbst kreierenden Ballettchefs sein. Aber nicht allein…

Wichtige Sidenote an dieser Stelle: Vielleicht ist so auch das Scheitern von Demis Volpi als neuer Hamburger Ballettintendant und Nachfolger John Neumeiers zu erklären. Volpi sollte nicht nur eigene (möglichst abendfüllende) Stücke neu produzieren, sondern auch fürs zeitgenössische Repertoire repräsentative und angesichts der in Hamburg zuvor herrschenden weitgehenden Ballettmonokultur bislang fehlende Choreografien an Alster und Elbe holen. Zudem sollte – gemäß den Wünschen der Kulturpolitik vor Ort – das immense Neumeier-Erbe weiter gepflegt bzw. mustergültig aufgeführt werden und neben der Kompanie auch die Oberleitung der zugehörigen Ballettschule in den Händen des neuen Ballettintendanten liegen. Also Kreieren, Kuratieren, Konservieren und Administrieren zusammen. Wer bitte hätte diese mehrfache, noch die von John Neumeier mit seiner jahrzehntelangen Metier-Erfahrung übersteigende Aufgabenlast und -fülle überhaupt bewältigen können?!

Andrea Porro und Valbona Bushkola in „Fridas Welt“, Ch. Reginaldo Oliveira © Salzburger Landestheater,
Tobias Witzgall

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