Das Theater Magdeburg verlängert den Vertrag von Ballettdirektor Jörg Mannes bis zum Ende der Spielzeit 2029/30. Drei weitere Jahre für einen Direktor, der die Compagnie seit 2022/23 merklich verändert hat – mit internationalen Kooperationen, ungewohnten choreografischen Positionen und, erstmals, echten Verbindungen zu anderen Kulturinstitutionen der Stadt. Das Ballett in Magdeburg hat in dieser Zeit an Reichweite gewonnen und sich innerhalb der Ballettszene eine eigene internationale Ausstrahlung erarbeitet. Für ein Haus der Größe des Theater Magdeburg ist das keine Kleinigkeit.
Generalintendant Julien Chavaz lobt die Entwicklung der Sparte offen. Mannes habe das Ballett modernisiert, neue choreografische Handschriften ins Haus geholt und das Publikum dabei mitgenommen und begeistert – so Chavaz wörtlich. Das ist keine leere Formel. Internationale Kooperationen sind kein Selbstläufer an einem Haus dieser Größe. Sie erfordern Netzwerke, Überzeugungskraft und die Bereitschaft, künstlerische Risiken einzugehen. Dass Mannes beides zusammengebracht hat – die Öffnung nach außen und die Bindung des Publikums – beschreibt den Kern dessen, was in Magdeburg in den vergangenen Spielzeiten entstanden ist.
Mannes selbst reagiert auf die Verlängerung mit klaren Worten: Er freue sich über das Vertrauen und wolle die Entwicklung seiner Compagnie weiterführen. Kein großes Programm, keine Ankündigung – aber ein eindeutiges Bekenntnis zu dem, was begonnen wurde. Denn Compagnien brauchen Zeit, um eine gemeinsame künstlerische Sprache zu entwickeln, um Ideen nicht nur anzudenken, sondern wirklich auszuarbeiten. Drei weitere Jahre geben genau diesen Raum. Was Mannes in Magdeburg begonnen hat, bekommt jetzt die Möglichkeit, zu reifen.

Mindestens ebenso bedeutsam ist die gleichzeitige Verlängerung von Bettina Pesch. Als Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Generalintendantin ist sie seit der Spielzeit 2017/18 für die wirtschaftliche und organisatorische Steuerung des Theater Magdeburg verantwortlich. Während künstlerische Leitungen naturgemäß im Rampenlicht stehen, ist es die Verwaltung, die den Betrieb trägt – durch Haushaltsdisziplin, strategisches Denken und die Fähigkeit, komplexe institutionelle Prozesse zu gestalten. Pesch verkörpert genau das.
Ihr jüngster Erfolg ist greifbar und konkret. Die Baugenehmigung für den neuen Orchesterprobensaal in der Brandenburger Straße – von Chavaz als Meilenstein für die Zukunft des Orchesters bezeichnet – trägt maßgeblich ihre Handschrift. Chavaz betont ausdrücklich, dass Pesches Engagement für dieses Projekt entscheidend war. Solche Vorhaben scheitern nicht selten an bürokratischen Hürden oder fehlender Ausdauer. Dass der Saal kommt, ist auch ein Verdienst von Pesch. Ihr Vertrag wurde bis zum Ende der Spielzeit 2028/29 verlängert – und das in einem Moment, in dem die nächste große Aufgabe bereits wartet: 2027 werden die Verhandlungen über den neuen Theatervertrag beginnen, der die langfristige Finanzierungsgrundlage des gesamten Hauses neu regeln wird. Ein Prozess, bei dem institutionelle Erfahrung und Verlässlichkeit zählen – beides bringt Pesch mit.
Zwei Verlängerungen, eine Botschaft. Das Theater Magdeburg setzt auf die Menschen, die in den vergangenen Jahren Verantwortung getragen und Ergebnisse geliefert haben. Mannes bekommt die Zeit, seine Compagnie weiterzuentwickeln. Pesch bekommt den Rückhalt, das Haus durch eine finanziell und politisch anspruchsvolle Phase zu steuern. Und das Theater bekommt das, was eine Kulturinstitution braucht: die Chance, einen begonnenen Weg wirklich zu Ende zu gehen.
Quelle: Theater Magdeburg





