Jürgen Rose © Wilfried Hösl
News

JÜRGEN ROSE – DIE STILLE AUTORITÄT DES RAUMS

Lebenswerkpreis für Jürgen Rose – Preisverleihung am 23. Februar 2026 in Regensburg.

Ein Bühnenraum, der atmet. Ein Kostüm, das Figuren denken lässt. So lässt sich das Schaffen von Jürgen Rose umreißen, dessen Gestaltungskraft das Theatersehen über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Für dieses Lebenswerk wird Rose mit dem Lebens- und Ehrenpreis der OPER! AWARDS 2026 ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird ihm am 23. Februar 2026 im Theater Regensburg persönlich überreicht.

Seit den frühen 1960er-Jahren gestaltet Rose Bühnenräume und Kostüme für führende Häuser in Deutschland, Europa und den USA. Hamburg, Stuttgart, Berlin, Wien, London, Paris, Mailand und New York zählen ebenso zu seinem Wirkungsfeld wie die Festspiele von Bayreuth und Salzburg. Seine Arbeiten verbinden dabei konsequent ästhetische Klarheit, dramaturgische Schärfe und poetische Tiefe, sodass jede Bühne, jedes Kostüm und jede Bewegung Teil einer untrennbaren Einheit wird.

Ein Schwerpunkt seines Schaffens liegt im Ballett. Für das Bayerische Staatsballett ebenso wie für zahlreiche weitere Ensembles weltweit entwarf Rose Bühnen- und Kostümbilder für zentrale Werke wie Onegin, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum und Die Kameliendame. In seinen Entwürfen verschmelzen Räume, Stoffe und Bewegung zu einer poetischen Einheit, die sowohl Ensembles als auch Publikum nachhaltig beeindruckt.

Über 300 Produktionen tragen seine Handschrift, doch die Zahl allein erfasst nicht, was Rose ausmacht: Er denkt Bühne und Kostüm als erzählendes Medium, in dem Musik, Tanz und Schauspiel nicht bloß begleitet, sondern verstärkt und interpretiert werden. Die Tiefe seiner Gestaltung beruht auf einem präzisen Blick für Räume, Körper und Bewegung – eine Kunst, die Generationen von Künstlerinnen und Künstlern geprägt hat.

Neben seinen internationalen Produktionen wirkte Rose als Professor für Bühnenbild und formte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zahlreiche Talente. Seine Zusammenarbeit mit Choreografen wie John Cranko und John Neumeier setzte Maßstäbe für die Verbindung von visueller Gestaltung und Bewegung.

Mit der Auszeichnung der OPER! AWARDS 2026 wird ein Künstler gewürdigt, der die Bühne nicht nur gestaltet, sondern in ihrem Denken mitentwickelt hat. Jürgen Rose zeigt, dass Räume, Stoffe und Licht mehr sind als Dekoration: Sie sind Sprache, Emotion und Intelligenz zugleich.