v.l.n.r.: Staatsopern-Intendantin Laura Berman, Schauspiel-Intendantin Sonja Anders, Ministerpräsident Stephan Weil bei den Dreharbeiten zum Verleihungs-Film. Foto: Kerstin Schomburg
Aktuell

FAUST-PREIS DIGITAL

Die Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST am 21. November 2020 wird coronabedingt digital stattfinden. Noch vor einigen Wochen bestand die Hoffnung, den Preisträger*innen die Preisstatue in einer kleinen Veranstaltung im Niedersächsischen Staatstheater Hannover überreichen zu können und den Abend eventuell als Livestream zu übertragen. Aufgrund der aktuellen Situation wird die Preisvergabe nun digital vorproduziert.  Das Staastheater Hannover hat sowohl die Regie als auch die Dramaturgie des Verleihungs-Films übernommen und kümmert sich um die Dreharbeiten vor Ort. Moderieren werden die Schauspielerin Seyneb Saleh und der Opernsänger Michael Kupfer-Radecky. Wie gewohnt werden die Preisträger*innen erst am Abend des 21. November 2020 öffentlich bekannt gegeben.

Im Verleihungs-Film wird auch der niedersächsische Ministerpräsident Weil mitwirken.
Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST wird auf den Websites der Veranstalter und der Kooperations- und Medienpartner gezeigt, um viele Menschen zu erreichen. Zu sehen ist der Verleihungs-Film auf:
spectyou.com
staatstheater-hannover.de
kulturstiftung.de
darstellendekuenste.de
die-deutsche-buehne.de

Beim Deutschen Theaterpreis DER FAUST werden auch in diesem Jahr herausragende künstlerische Leistungen in acht Kategorien geehrt, den Preis für das Lebenswerk erhält der Choreograf William Forsythe.
Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2020 wird veranstaltet und gefördert durch die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Bühnenverein.
Veranstaltungspartner 2020 sind die Staatstheater Hannover, Medienpartner sind 3sat und Die Deutsche Bühne.

Die Nominierungen 2020 im Bereich Tanz:

Choreografie

Bryan Arias, „29 May 1913″, Hessisches Staatsballett Darmstadt/Wiesbaden, Im Rahmen des Doppeltanzabends „Le Sacre du Printemps”

Florentina Holzinger, „Tanz – Eine sylphidische Träumerei in Stunts”, Sophiensæle Berlin, Eine Produktion von Florentina Holzinger in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE (realisiert mit Mitteln aus dem Theaterpreis des Bundes), Spirit und Tanzquartier Wien, Spring Festival, Productiehuis Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm, Arsenic, Münchner Kammerspiele,Take Me Somewhere Festival, deSingel, Beursschouwburg, Frascati Productions, asphalt

Jeroen Verbruggen, „Dornröschen – Once upon a dream”, Oper Leipzig

Darsteller/Darstellerin Tanz

Alina Cojocaru, Laura Rose Wingfield in „Die Glasmenagerie”, Hamburg Ballett John Neumeier

Gesamtes Ensemble in der Produktion „New Ocean”, Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln

Lucy Wilke/Pawel Dudus, in „Scores that shaped our friendship”, Tanztendenz München/Schwere Reiter

 


ALIGNIGUNG | William Forsythe | Opéra national de Paris

William Forsythe wird in diesem Jahr mit dem Preis für das Lebenswerk ausgezeichnet. „In einem Jahr, das für alle Theater weltweit große Unsicherheiten bringt, ist William Forsythe mit seinem ästhetisch, pädagogisch wie strukturell in die Zukunft gerichteten Lebenswerk der ideale Preisträger für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Forsythe hat den zeitgenössischen Tanz durch seine unvergleichlichen Choreografien entscheidend beeinflusst. Ganze Generationen von Tänzer*innen und Choreograf*innen der Gegenwart hat Forsythe ausgebildet, gefördert und nachhaltig geprägt. Damit hat er Spuren hinterlassen, die für den Tanz kreativ nach vorne weisen,“ heißt es in der Begründung der Jury.

Der Choreograf William Forsythe hat den zeitgenössischen Tanz durch seine Arbeit entscheidend beeinflusst. Ganze Generationen von Tänzer*innen und Choreograf*innen der Gegenwart hat Forsythe ausgebildet, gefördert und damit nachhaltig beeinflusst.

In einem Jahr, das für alle Theater weltweit große Unsicherheiten bringt, ist William Forsythe mit seinem ästhetisch, pädagogisch wie strukturell in die Zukunft gerichteten Lebenswerk der ideale Preisträger für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Er hat die deutsche Theaterlandschaft durch unvergleichliche, zeitgenössische Choreografien geprägt. Damit hat er Spuren hinterlassen, die für den Tanz kreativ nach vorne weisen.
William Forsythe, geboren 1949, wuchs in New York auf und begann seine Ausbildung bei Nolan Dingman und Christa Long in Florida. Er tanzte mit dem Joffrey Ballet und später mit dem Stuttgarter Ballett, dessen Hauschoreograf er 1976 wurde. Ab 1984 leitete er als künstlerischer Direktor und später als Intendant das Ballett Frankfurt, mit dem er einige der herausragenden Werke des zeitgenössischen Tanzes kreierte, z.B. „Artifact“ (1984), „Impressing the Czar“ (1988), „Limb’s Theorem“ (1990), „A L I E / N A(C)TION“ (1992), „Eidos:Telos» (1995), „Endless House“ (1999) und „Decreation“ (2003). Nach der Auflösung des Balletts Frankfurt im Jahr 2004 gründete Forsythe „ The Forsythe Company“, die er bis 2015 leitete. Hier entstanden Arbeiten wie z.B. „Three Atmospheric Studies“ (2005), „Heterotopia“ (2006), „The Defenders“ (2007), „I don’t believe in outer space“ (2008), „The Returns“ (2009) und „Sider“ (2011). Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die William Forsythe und sein Ensemble erhielten, sind der New Yorker Tanz- und Performance Bessie Award (1988, 1998, 2004, 2007) sowie der Laurence Olivier Award der Stadt London (1992, 1999, 2002). 2008 erhielt er für „Yes, we can’t“ den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Forsythe entwickelte Architektur- und Performance-Installationen für Daniel Libeskind in Groningen und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Seine Installationen und Film-Arbeiten wurden in zahlreichen Museen und Ausstellungen gezeigt. In Zusammenarbeit mit Medien-Spezialisten und Pädagogen entwickelt William Forsythe darüber hinaus auch innovative Ansätze der Tanz-Dokumentation, -Forschung und -Lehre. Forsythe leitet regelmäßig Workshops und hält Vorträge an Universitäten und anderen kulturellen Einrichtungen. Von 2009-2015 war er A.D. White Professor-at-Large an der Cornell University, seit 2015 ist er als Professor of Dance und Künstlerischer Berater des Choreographischen Instituts an der University of Southern California Glorya Kaufman School of Dance tätig.
Nach seiner Zeit als Tänzer bei John Cranko in Stuttgart war er vom klassischen Ballett geprägt, das er doch als Choreograf radikal zu revolutionieren wusste: Besonders als Ballettdirektor in Frankfurt (von 1984 bis 2004), aber auch anschließend als Leiter der Forsythe Company brach er bewusst immer wieder mit Konventionen, erweiterte und vervielfältigte das traditionelle Vokabular und rückte die Bedeutung des Tänzers in den Vordergrund. Als ewig Forschender hat er die Kunstform Tanz, aber auch seine eigene strenge und zugleich sinnliche Tanzsprache immer wieder neu erfunden. Auch die digitale Zukunft spielte direkt und indirekt in seinen Choreografien immer eine große Rolle. Er entwickelte mit der „Motion Bank“ eine digitale Bibliothek für die Notation von Tanzchoreografien und zeigte damit in mühevoller Pionierarbeit, dass digitale Techniken helfen können, Tanz überlieferbar zu machen.


 „I’m one of a group of artists who had their shows stopped by audience dissatisfaction.When I first began in Frankfurt, at the end of the performance at the Opera House, there were only 60 people left in the audience: 30 of them were booing and 30 of them were cheering! The show was called „Gänge“ and it started out full because it was by subscription. And then all hell broke loose! I thought it was great that people felt so strongly about culture.“ 

Quelle:  Deutscher Bühnenverein

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