Miriam Kacerova, Anna Osadcenko, Diana Ionescu, Friedemann Vogel, Elisa Badenes und Alicia Amatriain, © Roman Novitzky
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18.05. Stuttgarter Ballett: ‘Mayerling’ Premiere

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Am 30. Januar 1889 erschießt Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn auf dem Jagdschloss Mayerling zunächst seine 17-jährige Geliebte Baroness Mary Vetsera und anschließend per Kopfschuss sich selbst. „Wir gehen beide selig in das ungewisse Jenseits… da ich der Liebe nicht widerstehen konnte, so gehe ich mit ihm“, schrieb Mary unmittelbar vor ihrem, allen Anschein nach freiwilligen Tod. Rudolf – einziger männlicher Nachkomme der 600 Jahre alten Habsburger-Monarchie – war zu diesem Zeitpunkt 41 Jahre alt, gezeichnet von Syphilis, Alkohol und Drogen, von seiner Mutter Kaiserin Elisabeth (Sisi) entfremdet, von seinem Vater Kaiser Franz-Joseph verachtet, von ungarischen Separatisten in Intrigen hineingezogen, von allen Seiten bespitzelt und bewacht und obendrein in einer arrangierten, lieblosen Ehe gefangen.

Den Geschehnissen kurz vor Rudolfs Tod, seinem Abstieg in Verzweiflung und Wahn spürte Kenneth MacMillan in seinem 1978 entstandenen abendfüllenden Handlungsballett Mayerling nach. MacMillan, Meisterchoreograph des psychologischen Dramas und der menschlichen Abgründe, hatte in Rudolf seinen perfekten Protagonisten gefunden. Er wollte die historischen, politischen und persönlichen Kräfte, die zu Rudolfs Untergang führten, untersuchen und auf die Bühne bringen. Mayerling ist eines seiner stärksten Ballette, mit vielen komplexen Rollen, allen voran für den Hauptdarsteller. Die Rolle wird als der „Mount Everest“ der männlichen Hauptrollen im Ballett bezeichnet, nicht nur wegen ihrer emotionalen Intensität, sondern auch weil sie fünf kräftezehrende Pas de deux mit sich bringt: mit seiner Mutter, der Kaiserin; mit seiner ehemaligen Mätresse Gräfin Larisch, die inzwischen für Rudolf als Mutterersatz und Kupplerin fungiert; mit seiner nichtsahnenden Ehefrau und natürlich mit Mary Vetsera, deren erotischer Ausstrahlung sowie obsessiver Verehrung Rudolf nicht widerstehen kann. Als sie sich bereit erklärt, ihm in den Tod zu folgen, besiegelt sie nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das eines ganzen Kaiserreichs.

Miriam Kacerova, Anna Osadcenko, Diana Ionescu, Friedemann Vogel, Elisa Badenes und Alicia Amatriain, © Roman Novitzky

Ballettintendant Tamas Detrich hat für die Stuttgarter Erstaufführung von MacMillans Mayerling Theaterlegende Jürgen Rose gewinnen können. Rose, der für John Crankos Romeo und Julia, Onegin und Schwanensee sowie John Neumeiers Die Kameliendame und Marcia Haydées Dornröschen sowohl Bühnenbild als auch Kostüme entworfen hat, widmet sich nun Mayerling, das sicherlich eines der größten, opulentesten Ballette wird, die das Stuttgarter Ballett je herausgebracht hat. Von der pompösen kaiserlichen Hofburg über Sisis Gemächer und Rudolfs Schlafzimmer bis hin zu einem verruchten Wirtshaus und dem entlegenen Jagdschloss Mayerling samt einer Vielzahl von Hauptrollen sowie eines großen Corps de ballets: mit Mayerling wird sich Roses Genie in Gänze entfalten können.

PREMIERE 18. Mai 2019 um 19:00 Uhr Opernhaus Stuttgart
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Spielplan 

Choreographie

Kenneth MacMillan
Musik
Franz Liszt
Orchestriert
John Lanchbery
Libretto
Gillian Freeman
Bühnenbild und Kostüme
Jürgen Rose
Licht
Reinhard Traub
Uraufführung
4. Februar 1978, Royal Ballet
Premiere der Neuproduktion
18. Mai 2019, Stuttgarter Ballett
Musikalische Leitung
James Tuggle
Staatsorchester Stuttgart

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