Michael Ostenrath, Barbora Kubátová, Zoe Lenzi Allaria, Felix Berning, Tamás Darai in ‚Ultimatum‘ Ch. Jacopo Godani © Dominik Mentzos
Performance

Gespräche nach Jacopo Godanis Uraufführung „Ultimatum“ mit der Dresden Frankfurt Dance Company

Die ultimative Chance des Tanzes als Vision einer Gesellschaft

Als vor fünf Jahren die neu gegründete Dresden Frankfurt Dance Company unter der künstlerischen Leitung von Jacopo Godani mit „The Primate Trilogy“ debütierte, gab es bei aller Begeisterung angesichts der künstlerischen und vor allem der ungewöhnlichen tänzerischen Kraft dieser Kompanie auch kritische Stimmen, auf jeden Fall abwartend skeptische Haltungen. Vorangegangen war die Auflösung der Forsythe Company nach zehn Jahren ihrer Residenzen in Frankfurt und Dresden. Zu dieser Kooperation der Städte und Länder war es gekommen, nachdem die Stadt Frankfurt das bis dahin über 20 Jahre von Forsythe geleitetet Ballett der Stadt aufgelöst hatte.

Jacopo Godani, Foto Rahi Rezvani

Nach dieser Auflösung, die sich nicht als eine Weiterführung des Balletts allgemein verstanden hatte, wollten beide Städte und Länder an der Kontinuität des zeitgenössischen Tanzes und des modernen Balletts mit einer speziellen Kompanie festhalten:  sowohl im Bockenheimer Depot in Frankfurt als auch im Festspielhaus des Europäischen Zentrums der Künste in Dresden. William Forsythe schlug seinen ehemaligen Solotänzer Jacopo Godani für die Leitung der neu zu gründenden Kompanie vor. Die Verantwortlichen in Frankfurt und Dresden nahmen diesen Vorschlag an, sicherten die Finanzierung zunächst bis 2018, inzwischen konnte sie bis 2021 erweitert werden.

Anne Jung, Sam Young-Wright,
Zoe Lenzi Allaria, David Leon in
‚Ultimatum‘ Ch. Jacopo Godani
© Dominik Mentzos

Damit war von Beginn an klar, auch im Sinne Forsythes, dass es sich hier auf keinen Fall um die Fortsetzung seiner künstlerischen Ästhetik handeln würde und sollte. Godani hat dies ebenfalls immer betont. Dennoch wurden zunächst immer wieder weniger konstruktive als eher ablehnende Vergleiche ins Feld geführt.

Godani ging mit seinen zunächst 15 Tänzerinnen und Tänzern seinen Weg, brachte eigene Kreationen in den Residenzen zur Uraufführung, nahm in spannenden Korrespondenzen ältere Choreografien wieder auf und sorgte auch, soweit möglich, für Neueinstudierungen von Forsythe-Choreografien. Dass jetzt, nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit, die neueste, bei der Frankfurter Premiere euphorisch bejubelte Uraufführung „Ultimatum“ heißt, dürfte – wenn auch sicher so nicht beabsichtigt – von signalhafter, eben ultimativer Wirkung sein.

Bei den Kulturverantwortlichen in Dresden und Frankfurt sind diese Signale angekommen. So sagt die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch: „Die Dresden Frankfurt Dance Company schreibt die Geschichte des Modernen Tanzes in Dresden-Hellerau auf besondere Weise als Ensemble fort…

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