Ralf Rossa, Foto von Konrad Kästner
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RALF ROSSA VERABSCHIEDET SICH IN DEN RUHESTAND – OBERBÜRGERMEISTER WÜRDIGT HALLES LANGJÄHRIGEN BALLETTCHEF

Zwei Jahrzehnte lang gehörte er als Ballettdirektor und Chef-Choreograph des halleschen Opernhauses zu den prägenden Akteuren der städtischen Kulturlandschaft – zum 1. April 2019 nun hat sich Ralf Rossa in den Ruhestand zurückgezogen. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand würdigte die Arbeit des scheidenden Ballettdirektors: „Wir verdanken Ralf Rossa zahlreiche ebenso spektakuläre wie berührende Ballettabende. In den 20 Jahren, die er die hallesche Ballett-Compagnie leitete, hat er Tanzfreunde in allen Altersschichten angesprochen und das Ensemble durch zahlreiche Gastspiele auch überregional bekannt gemacht.“

Ralf Rossa debütierte 1998 in Halle (Saale) mit „Schwanensee“, es folgten Dutzende weiterer Choreographien. Die von ihm einstudierte Nussknacker-Inszenierung hatte im Jahr 2000 Premiere und ist seither feste Tradition auf dem Spielplan der Vorweihnachtszeit. Seit März 2001 trägt die Compagnie den Namen Ballett Rossa.

Die künstlerische und organisatorische Leitung übernimmt nach Rossas Abschied kommissarisch Michal Sedláček, der als Erster Solotänzer, choreografischer Assistent und stellvertretender Ballettdirektor seit Jahren Rossas Arbeit begleitet: „Für mich, der ich 1999 als junger Tänzer Mitglied der Ballett-Compagnie in Halle wurde, war Ralf Rossa zugleich Mentor und Förderer. Ihm verdanke ich nicht nur wunderbare Herausforderungen als Erster Solotänzer, sondern auch, dass er mich früh in die Leitung des Balletts eingebunden hat. Ich bin ihm unendlich dankbar für sein großes Vertrauen.“

Opern-Intendant Florian Lutz lobt Rossa als „prägende Künstler-Persönlichkeit und Leitungsfigur“ sowie den „fantastischen Team- und Ensemblegeist“, den der Ballettdirektor entwickelt hat. „Es war mir eine große Freude und Ehre zugleich, mit diesem  legendären Choreographen und Ballettdirektor zusammen die ersten Jahre meiner Intendanz hier in Halle planen und erleben zu können.“

Geschäftsführer Stefan Rosinski erklärt: „Die kontinuierliche künstlerische Arbeit von Ralf Rossa hat über die vielen Jahre einen hohen Wiedererkennungswert entwickelt, der durch die Treue des Publikums honoriert wird. Auch wenn Herr Rossa nun in den Ruhestand geht, hoffe ich, dass sein Erbe lange in Halle weiterwirken wird.“

Ralf Rossa feiert in der Spielzeit 2018/2019 sein zwanzigstes Jubiläum in Halle. Seit 1998 ist er Ballettdirektor und Chefchoreograf und debütierte hier mit Schwanensee, eine Choreografie die 2014 ihr Revival erlebte. Nach Engagements als Solotänzer an zahlreichen deutschen Theatern wurde er Assistent von Youri Vámos. In Dortmund entstanden eigene Ballettabende. Gastchoreografien führten ihn nach Wien und Innsbruck. 1994 wurde er Ballettdirektor in Dortmund, wo er Choreografien für Ballettabende, Opern, Operetten und Musicals schuf. Bei Non(N)Sens führte er zum ersten Mal Regie. In Oslo choreografierte er Sofies Welt. Nach den Ballettabenden Ananas Polly / Der wunderbare Mandarin sowie Und heimlich schauernd sehn’ ich mich hinüber / nach jenem Nebelreich … stellte er sich in Halle 2002 mit Im weißen Rössl ebenfalls als Regisseur und Choreograf vor. Im selben Jahr wurde sein Ballett Dr. Jekyll and Mr. Hyde uraufgeführt. The Juliet Letters im April 2003 war der zweite Teil seiner Rosen-Trilogie, die im Herbst 2002 mit Dornröschen begonnen und im Herbst 2003 mit Romeo und Julia vollendet wurde. Ältere Arbeiten in Halle sind die Uraufführung Schlafes Bruder, Cinderella, Vier Temperamente / Le sacre du printemps, Endstation Sehnsucht, Amadeus, Der Feuervogel / Josephs Legende und Peter Pan. In seiner 10. Jubiläumsspielzeit 2008/2009 brachte er Ein Sommernachtstraum und Petruschka / Daphnis und Chloe in neuen Choreografien auf die hallesche Bühne. Darüber hinaus inszenierte und choreografierte er im Frühjahr 2009 Glucks Orphée et Eurydice an der Opéra de Nice. Für Halle entwickelte Ralf Rossa ebenso die Ballette Die Geschichte vom Soldaten / Carmina Burana, Nijinsky, Die Schöne und das Biest, Bernarda Albas Haus / Die vier Jahreszeiten, Die Schneekönigin, Das Phantom der Oper, Die Zähmung der Widerspenstigen und Messias. Nachdem Ralf Rossa 2013 für die Oper Halle bereits das Musical Young Frankenstein – Frankenstein Junior (Deutschsprachige Erstaufführung) in Szene setzte, inszenierte und choreografierte er 2014 Leonard Bernsteins West Side Story. Darüber hinaus gastierte er am Opéra-Théâtre Metz Métropole (Le sacre du printemps), am Landestheater Linz (Choreografie zu Purcells King Arthur), am Staatstheater Schwerin (Schlafes Bruder) und am Staatstheater Cottbus (Romeo und Julia). Im Herbst 2015 feierte ein Ballettabend mit seinen Choreografien Carmina Burana und Bernarda Albas Haus, beide erstaufgeführt von dem Ballett Rossa, in Metz mit dem dortigen Ballett Premiere. In Halle bringt er in der Spielzeit 2015/2016 mit Casanova zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart eine weitere Ballett-Uraufführung heraus. Ralf Rossa setzt sich für das Lebenswerk von Jochen Ulrich ein. Nach Anna Karenina kommt nun – gefördert von TANZFONDS ERBE – das Tanzstück Lulu des Wegbereiters des Modernen Tanzes in Deutschland mit dem Ballett Rossa auf die Bühne der Oper Halle.
In der Spielzeit 2016/2017 begeisterte Ralf Rossa mit dem zeitgenössischen Ballett Groovin‘ Bodies in der Raumbühne HETEROTOPIA sowie mit dem Handlungsballett Werther – Oder ich werde geliebt frei nach Johann Wolfgang von Goethe. Mit Der Kameliendame, einem weiteren Klassiker der Weltliteratur, nach Alexandre Dumas d. J. eröffnete das Ballett Rossa die Saison 2017/2018, gefolgt von dem Doppelabend Inferno / Le sacre du prinntemps, in welchem das epochale Werks Strawinskys in der Deutung des halleschen Ballettdirektors erneut auf der Bühne gezeigt wurde. In der aktuellen Spielzeit überlässt Ralf Rossa die große Bühne seinem langjährigen ersten Solisten Michal Sedláček, welcher das Ballettspektakel #BIZARR choreografiert und der renommierten zeitgenössischen Choreografin Nanine Linning, die ihr Tanztriptychon Hieronymus B. erstmal in Mitteldeutschland zeigen wird.

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