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15.12.2018 ‘A Midsummernight`s dream’ Staatstheater Nürnberg Tanzstück von Goyo Montero (nach William Shakespeare)

Das krasse Aufeinanderprallen zweier Welten: Nach „Romeo und Julia“ und „Desde Otello“ widmet sich Goyo Montero in seinem neuesten Tanzstück nun einem weiteren Klassiker William Shakespeares: In „A Midsummernight’s Dream“ geht der Choreograf den Schattenseiten der Protagonisten und den Unwägbarkeiten auf jeglichen Lebenswegen nach. Inspiriert von Goethes Ballade vom „Erlkönig“ bildet die Keimzelle der Inszenierung das Thema des verlorenen Sohnes.
Die klassische Vorlage von William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ dient Goyo Montero als Inspirationsquelle und Sprungbrett in eine Interpretation, die ihren ganz individuellen Zugang zu diesem Werk der Weltliteratur und vor allem zu dessen Protagonisten sucht. Der Shakespeare‘sche „Sommernachtstraum“ bietet per se eine komplexe literarische Struktur, verbindet reale und Traum-Welten, verwischt Ebenen der Wahrnehmung und stellt seine Figuren vor existenzielle Fragestellungen. Nicht umsonst gehört es seit seiner Uraufführung 1598 zu den meistgespielten Stücken Shakespeares und wird immer wieder neu durchdrungen. Was die Komödie im Original charakterisiert, sind die stark miteinander verflochtenen Handlungsebenen: Die Rahmenhandlung der Hochzeitsvorbereitungen von Theseus und Hippolyta, die Erlebnisse der Handwerker, die für diese Feierlichkeiten ein Theaterstück proben, der Konflikt ungleicher Paare, der Streit zwischen Oberon und Titania und letztlich das Zusammenprallen zweier Welten mit je sehr unterschiedlichen Werten, Rechten und Gesetzen.
Goyo Montero kreiert sein neues Tanzstück mit Treue gegenüber dem Original und greift die markantesten Bausteine und Charaktere für seine Erzählweise auf: die reiche Personage an extravaganten Figuren reduziert er dabei auf das Wesentliche. Dramaturgische Motive wie das „Spiel im Spiel“, das Verwandlungsmotiv, Täuschung und Verwechslung, Machtspiele, Intrigen – und immer wieder Missverständnisse – das kann nicht nur zu komischen Situationen, sondern vor allem auch zu tragischen Missverhältnissen führen. Zentral für die Interpretation ist auch der machtvolle Aspekt des Sexualtriebs, der die handelnden Personen in diesem Shakespeare-Stück bestimmt, und zwar in seiner männlichen wie weiblichen Ausprägung, physisch wie intellektuell – und stets auch am Umschlagspunkt zur Gewalt.
Ebenso sorgt das Ringen um Identität für ein hochenergetisches Spannungsfeld: In einem Dialog zwischen Vater und Sohn, im Konflikt zwischen Nähe und Abgrenzung und auf der Suche nach der eigenen Identität irren die Protagonisten durch ein dichtes Geflecht an Unwägbarkeiten.
Seine intensive künstlerische Zusammenarbeit mit Tonkünstler Owen Belton setzt Goyo Montero auch in dieser Arbeit fort. In seinem Musikkonzept werden sich historische und zeitgenössische Dimensionen verschränken: Owen Belton greift die Texturen der Musik von Mendelssohn-Bartholdy, Schubert, Schumann und Brahms – live musiziert von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Lutz de Veer – auf und entwirft mit seinen elektronischen Klangräumen die passgenaue Atmosphäre zu Goyo Monteros Inszenierung. Im Ausstattungsteam gibt es neben der bewährten Zusammenarbeit mit Eva Adler für das Bühnenbild erstmals Kostüme von Jordi Roig, der bereits für Institutionen und Ensembles wie u. a. dem Stuttgarter Ballett, der Wiener Staatsoper, der Semperoper Dresden, mit Les Ballets de Monte Carlo, für die die Deutsche Oper Berlin und für die Staatsoper Unter den Linden in Berlin arbeitete.

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