Richard Siegal, Foto von Luis Alberto Rodriguez
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Premio Danza&Danza 2017 für Richard Siegal

Weiterhin auf Erfolgskurs: Kurz nach der gefeierten Premiere der Richard Siegal/Ballet of Difference-Produktion On Body am 22. Februar 2018 in Köln und der Einladung zur Tanzplattform Deutschland 2018 im März 2018 kann sich Richard Siegal über eine tolle Ehrung freuen. Das führende italienische Fachmagazin Danza&Danza verkündet in seiner aktuellen Ausgabe für März und April die Gewinner der renommierten Premi Danza&Danza für das Jahr 2017. Das Gastspiel des Ballet of Difference mit dem Debüt-Programm My Generation im Juli 2017 beim Festival Tanz Bozen / Bolzano Danza scheint nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. Denn Richard Siegal wurde als – Zitat – „choreographische Offenbarung des Sommers 2017 in Italien“ zum Choreographen des Jahres gekürt.

Aus der Begründung der Jury: „Tanz als Beschreibung von Vielfalt – gleichgültig ob physisch, sexuell oder kulturell – das ist die Mission von Richard Siegal, einem der derzeit innovatisten amerikanischen Choreographen. Mit dem dreiteiligen Tanzabend My Generation gab dessen temperamentvolle Kompanie Ballet of Difference, die 2016 in München gegründet wurde, beim Festival Tanz Bozen ihre einzige Vorstellung in Italien. … Siegals Stücke entstehen in enger Zusammenarbeit mit Musikern, Designern, Architekten und Stylisten. Seine tänzerischen Erkundungen stehen stets in engem Zusammenhang mit der aktuellen sozialen und politischen Lage und entwerfen ein neues Verhältnis zwischen der Technik des Tanzens und unserer heutigen Gesellschaft. In My Generation fasst Siegal heiße Eisen an wie die Geschichte des Transgender-Soldaten Chelsea Manning; in dem umwerfenden Stück BoD zeigt er uns sein Konzept einer Tanzkompanie, mit Tänzern, die zu Musik von DJ Haram mit hohen Sprüngen den Raum durchmessen und dabei aufblasbare Kostüme von Chromat/Becca McCharen-Tran tragen, die auch für Madonna und Beyoncé Kostüme entwirft; in POP HD demonstriert er die Lebensfreude, die in seiner speziellen Mischung aus Spitzentanz, HipHop, Voguing und jeder Art von Bewegung steckt. Er denkt Tanz auf eine neue Weise, als Kunst für unsere Gegenwart.“

Für Richard Siegal und seine neue Kompanie bedeutet der Preis eine große Ermutigung und bestärkt ihn auf seinem durchaus mutigen künstlerischen Kurs. Schließlich basiert Ballet of Difference auf einem äußerst unorthodoxen Koproduktionsmodell zwischen den Veranstaltern Muffatwerk München und Schauspiel Köln/Tanz Köln sowie der Stadt München und dem Land Nordrhein-Westfalen. Der nächste Streich steht kurz bevor: Am 28. April 2018 gestaltet Siegal einen interdisziplinären Medienkunst-Event in Köln. Flankiert von digitaler Kunst und elektronischen Konzerten, präsentiert NOISE SIGNAL SILENCE die Ergebnisse des Workshops IF/THEN FÜR ALLE und des Diskurs-Formats Thought Tank. Leitthema ist die Frage nach Identität in einer zunehmend digitalisierten Lebenswelt.

Über Richard Siegal
Gründer und künstlerischer Leiter von The Bakery (2006) und Ballet of Difference (2016). Ausgezeichnet mit dem New York Dance and Performance Bessie Award, dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST, S.A.C.D. Prize, einem Beaumarchais, dem Mouson Award, dem Münchner Tanzpreis und dem Premio Danza&Danza, genießt Richard Siegal internationales Renommee für eine Vielzahl von Performances, Projekten mit Neuen Medien, Workshops und Veröffentlichungen. Er kreierte unter anderem für das Bayerische Staatsballett, GöteborgsOperans Danskompani, Cedar Lake Contemporary Ballet, São Paulo Dance Company, Bodytraffic, Festival d’Automne, The Forsythe Company, Rencontres Chorégraphiques, Ircam, Centre Pompidou, YCAM, Tanz im August, Ballett Frankfurt, Danspace / NYC, Théâtre National de Chaillot und die Ruhrtriennale.
Seine Arbeiten mit Live-Musik entstanden in Zusammenarbeit mit Alberto Posadas (Glossopoeia), Diane Labrosse (Double Story), Lorenzo Bianchi Hoesch (©oPirates, Homo Ludens, Black Swan), Eric-Maria Couturier (Op. Infinity und Homo Ludens), Wolfgang Zamistil (Homo Ludens, As If Stranger), Arto Lindsay (Muscle) und Hubert Machnik (Civic Mimic).

Er arbeitet mit Architekten und Industrie-Designern wie Konstantin Grcic (UNITXT), François Roche (Civic Mimic), Didier Faustino (Still Life, The World to Darkness and to Me), Virginie Mira (Stranger Trilogy, Glossopoeia), Peter Zuspan (Multinatural (blackout), Muscle) und Alexander Kada (Venice Biennale of Architecture) zusammen. In Kollaboration mit der Stylistin Edda Gudmundsdottir enstanden Kostüme mit Modedesignern wie Bernhard Willhelm, Becca McCharen/Chromat und Marta Jakubowski sowie der Kostümbildnerin Alexandra Bertaut.

Richard Siegal war Artist-in-Residence am ZKM/Karlsruhe, Bennington College und am Baryshnikov Arts Center, am Festspielhaus St. Pölten und am Muffatwerk München. Von 2005 bis 2015 war er Associated Artist der Forsythe Company. Er ist ein MacDowell Fellow und Ehrenmitglied des Benoit de la Danse des Bolshoi Ballet.

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