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TANZPAKT Stadt-Land-Bund

TANZPAKT Stadt-Land-Bund
Gemeinsames Projekt des Tanztheaters Erfurt, des Deutschen Nationaltheaters Weimar und des Theaters Erfurt, gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit dem Projekt TanzWert etablieren das Tanztheater Erfurt, das DNT Weimar und das Theater Erfurt erstmals in Thüringen ein stabiles Netzwerk zwischen einer freien Tanzcompany und zwei strukturell fest verankerten Institutionen. Die zunächst auf drei Jahre angelegte Kooperation wird vom Freistaat Thüringen mit 90.000 Euro kofinanziert und durch den Fonds TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 180.000 Euro gefördert. Als eines von acht Projekten wurde TanzWert von einer Jury Ende Januar 2018 aus insgesamt 26 Anträgen für die erste Runde dieses neuen Förderprogramms (weitere Informationen dazu siehe weiter unten) ausgewählt. Das DNT Weimar und das Theater Erfurt bringen jeweils 65.000 Euro sowie zusätzlich ihre Ressourcen und Infrastrukturen mit ein. In diesem Rahmen werden so unter optimalen Produktionsbedingungen drei Tanzinszenierungen unterschiedlicher Formate realisiert. Ergänzend dazu gibt es ein tanzspezifisches inno-vatives Vermittlungsangebot, das dem Publikum den Wert des Genres nahebringen soll.
Ziel des Projekts TanzWert ist es, den zeitgenössischen Tanz in Thüringen als aktiven Gestalter kultureller Bildung zu profilieren, und Tanzproduktionen perspektivisch wieder zu einem festen Bestandteil der Spielpläne beider Häuser zu machen. Das DNT Weimar verfügt seit der Spielzeit 2000/01, das Theater Erfurt seit dem Jahr 2002 nicht mehr über eine eigene Sparte Tanz bzw. Ballett. Trotz Gastspielen und Koproduktionen entstand infolge dessen ein Angebotsdefizit, das sich sowohl beim Publikum als auch in der künstlerischen Identität der zwei Theater bemerkbar macht.
TanzWert startet am DNT Weimar mit der Produktion „Reprise“ von Ester Ambrosino, einer tänzerischen Auseinandersetzung mit der Weimarer Republik und den Auswirkungen ihres Scheiterns, die als Beitrag zur „Woche der Demokratie“ Anfang Februar 2019 für die Studiobühne entsteht. Zur Saisoneröffnung 2019/20 folgt dann im Großen Haus des DNT die Uraufführung der Inszenierung „face me – sacre“. Ester Ambrosino verknüpft in dieser Arbeit Strawinskys „Le sacre du printemps“ mit einem zeitgenössischen Blick auf das erschreckende und erschreckend aktuelle Phänomen der rituellen Selbst-Opferung. Zugleich bricht sie die konventionelle Hör- und Seh-weisen durch elektronische Musik und 3D-Projektionen auf. Inhaltlich angelehnt an ein gesellschaftspolitisch relevantes Thema wird in der Spielzeit 2020/21 am Theater Erfurt eine zweite große Produktion von Ester Ambrosino erarbeitet und uraufgeführt. Eine literarische Text soll dabei zusammen mit einer zeitgenössischen Bearbeitung eines Orchesterwerks durch einen jungen Komponisten eine reibungsvolle Vorlage bieten, die alle beteiligten KünstlerInnen zur kritisch-konstruktiven Auseinandersetzung herausfordert.
Beide Inszenierungen werden mit großem Orchester realisiert und sowohl in Weimar als auch in Erfurt gezeigt. Bei den Aufführungen im DNT spielt die Staatskapelle Weimar, im Theater Erfurt das Philharmonische Orchester Erfurt.

Das 2007 gegründete Tanztheater Erfurt (TTE) unter der künstlerischen Leitung der Sizilianerin Ester Ambrosino ist Thüringens einzige freie professionelle Tanztheater-Company. Der Verein fördert darüber hinaus durch sein pädagogisches Tanzangebot und Produktionen mit der Junior-Company generationenübergreifend das Verständnis für Tanz, Tanztheater und verwandte Kunstformen. Die Arbeitsweise des TTE ist durch die Symbiose verschiedener Kunstsparten gekennzeichnet und schafft in der Verbindung mit anderen Künsten neue und einzigartige künstlerische Ausdrucksformen.
Die Arbeiten von Ester Ambrosino, geprägt durch ihre Erfahrung als Tänzerin mit Kory-phäen wie Pina Bausch, Susanne Linke und Catherine Diverèss, reflektieren aktuelle und gesellschaftlich relevante Themenbereiche. Diese setzt sie mit ihrer international besetzten Company und mit Partnern vor Ort um. Sie zeigen, welche Relevanz Tanz als Kunstform hat. Nicht nur ihre Inszenierungen der Gluck-Oper „Orpheus und Eurydike“ sowie Händels „Hercules“ am Theater Erfurt, die dort 2016 und 2017 jeweils den Publikumspreis gewannen, setzen deutlich sichtbare Maßstäbe. Auch die Eigenproduktionen und das zweijährig stattfindende Internationale Tanztheater Festival sind ein Publikumsmagnet weit über Erfurt hinaus. 2015 wurde Ester Ambrosino mit dem Kultur¬preis der Stadt Erfurt ausgezeichnet.

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