BERUFSSCHUTZ - Qualitätssiegel für den Beruf der Tanzpädagogen

29.06.2017

Seit Jahren wird heiß diskutiert, jetzt endlich beginnt es Form anzunehmen: die Ankerkennung des Berufsbildes Tanzpädagogik für künstlerischen Tanz. Wir wollten wissen, welche die Qualitätskriterien für Tanzpädagogen und deren Ausbildung sind und sprachen dazu mit dem Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Tanzpädagogik, Jaš Otrin sowie mit  Prof. Fernando Coelho (Palucca Hochschule Dresden) und Katja Kelping (Tanzpädagogin und Dozentin / Ballettmeisterin.

v.l.: Lina Maidhof, Prof. Fernando Coelho, Katja Kelping, Tobias Ehinger, Justo Moret,
Prof. Martin Puttke, Fotos von Rudolf Kubicko 

1. Kongress des Deutschen Berufsverbandes für Tanzpädagogik in Dortmund

Herr Otrin, was macht die Qualität eines Tanzpädagogen aus?

An allererster Stelle die fachliche Kompetenz. Allein die professionellen Fähigkeiten eines Tanzpädagogen gewährleisten ein gesundes Unterrichten. Hierzu bedarf es guter Kenntnisse der Ontogenese, der funktionellen Anatomie, der Physiologie, der Bewegungsanalyse und der Fehlerkorrektur. Des Weiteren erfordert die Arbeit eines Tanzpädagogen künstlerische Kreativität. Er muss in der Lage sein, Neugierde und Begeisterung für den Tanz und die Kunst zu wecken, zu motivieren, Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten individuell zu fördern und ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, Stärken auszubauen und an Schwächen zu arbeiten. Hier ist ein Fachwissen der angewandten Methodik und Didaktik unabdingbar. Der Tanzpädagoge muss darüber hinaus über sehr gute Kenntnisse der Musiklehre und auch der Rhythmik verfügen und die unterschiedlichen Entwicklungen der Tanzgeschichte kennen. Um all diese Aspekte gewährleisten zu können, bedarf es regelmäßiger Fort – und Weiterbildungen, welche auch fächerübergreifend erforderlich sind.

 Kongress des Deutschen Berufsverbandes für Tanzpädagogik in Dortmund - Die Teilnehmer 

Was ist im Unterricht zu beachten?

Nur durch gute Fachkenntnisse der allgemeinen Pädagogik - unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lerntypen - ist ein seelisch gesunder Unterricht gewährleistet und kann den Nachwuchs in seiner Persönlichkeitsentwicklung stärken und voranbringen. Qualitativ guter Unterricht verlangt vom Unterrichtenden ein hohes Maß an Persönlichkeit,
Authentizität, Charisma und Ausstrahlung. Empathie, menschliche Intuition, emotionale Intelligenz dürfen auf keinen Fall fehlen. Ein guter Tanzpädagoge benötigt Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis. Er muss verständnisvoll und vertrauenserweckend sein und sollte über sprachliches Ausdrucksvermögen und generell über eine positive Sprache verfügen, die es ihm ermöglicht, sich respektvoll den Schülern gegenüber zu äußern und zu handeln...


Prof. Fernando Coehlo beim Training mit Studenten der Palucca Hochschule für Tanz, Foto Andreas Siegel

Katja Kelping (Foto privat)

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