Marius Stravinsky: Zwischen Ballett, Oper und Konzert

15.05.2016

Sie stehen weniger im Licht der Öffentlichkeit als die Choreografen oder gar die Tänzer und sind doch deren wesentliche Partner für eine gelungene, künstlerisch stimmige Aufführung. Sie agieren meist unsichtbar im Orchester, abgesehen vom Auftrittsapplaus und, von der Ballerina charmant herbeigebeten, einer kurzen Verbeugung im Schlusstableau. Ballettdiri-genten: Sind sie die heimlichen Strippenzieher hinter der Produktion oder „nur“ die dienst-baren musikalischen Geister im Auftrag des Komponisten? Was bewegt, was treibt sie an? Volkmar Draeger hat einige Vertreter dieser raren Zunft, junge wie erfahrene, nach ihrer Motivation befragt. Diesmal im Gespräch: Marius Stravinsky.

© Elena Glazkova 

Eine erste Frage liegt in der Luft: Sind Sie verwandt mit Ihrem großen Namensvetter Igor?

Ja, aber sehr entfernt und über mehrere Linien. Unsere ge-meinsamen Vorfahren kamen aus Polen und Litauen.

Seit wann dirigieren Sie Ballett?

Erst seit etwa anderthalb Jahren. Begonnen hat das am Mikhailovsky-Theater in St. Petersburg unter der Direktion von Nacho Duato. Es gibt einen großen Unterschied zwischen westlichem und russischem Denken: In Russland genießt das Ballett einen hohen Stellenwert, fast höher als die Oper. Jeder Dirigent muss und will daher alle drei Säulen seines Berufes bedienen: Ballett, Oper, Konzert. Ballettdirigenten sind bei uns sehr angesehen. Mein Start lief eher per Zu-fall: Man lud mich ein, „La Bayadère“ zu dirigieren. Das ging offenbar ziemlich gut. Es folgten „La Halte de Cavale-rie“, „Schwanensee“, „Don Quixote“, „La Fille mal gardée“ und auch Duatos „White Darkness“. Für mich begann damit eine wichtige Periode in meiner Karriere, die mich einen besseren Dirigenten werden ließ. Es geht darum, eine „Stimme“ für die Tänzer zu finden, denn sie können sich verbal meist nicht so gut artikulieren. Ohne Zweifel ist Ballett am schwierigsten zu dirigieren.

© Elena Glazkova 

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