Ballettdirigenten

19.03.2016

Sie stehen weniger im Licht der Öffentlichkeit als die Choreografen oder gar die Tänzer und sind doch deren wesentliche Partner für eine gelungene, künstlerisch stimmige Aufführung. Sie agieren meist unsichtbar im Orches-ter, abgesehen vom Auftrittsapplaus und, von der Ballerina charmant herbei-gebeten, einer kurzen Verbeugung im Schlusstableau.
Ballettdirigenten – sind sie die heimlichen Strippenzieher hinter der Produktion oder „nur“ die dienstbaren musikalischen Geister im Auftrag des Komponisten? Was bewegt, was treibt sie an? Volkmar Draeger hat einige Vertreter dieser raren Zunft, junge wie erfahrene, nach ihrer Motivation be-fragt. Den Anfang macht Garrett Keast.

© Marco Borggreve

Wie wird man Ballettdirigent?

Bei mir eher durch Zufall. Mein Agent in den USA war Assis-tent von Leonard Bernstein und kennt sowohl John Neumeier als auch seine Ballettbetriebsdirektorin Ulrike Schmidt. Bei einer Reise nach Deutschland sprach er mit ihr, außerdem ist Christoph Eschenbach, bei dem ich damals Assistent war, ein enger Freund von Neumeier. Eschenbach nahm mich mit in eine Aufführung von Neumeiers „Sommernachtstraum“, ein Erlebnis. So kam es zu meinem Debüt in Hamburg, und zwar ohne vorheri-ge Probe und daher ziemlich aufregend für mich: „Purgatori-o“. Den ersten Akt tragen acht Lieder von Alma Mahler, Akt zwei läuft zu Gustav Mahlers 10. Sinfonie, die aus nachgelassenen musikalischen Fragmenten von Deryck Cooke kompiliert wurde. Und weil Neumeier das ganz „exci-ting“ fand, entwickelte sich eine feste Bindung an seine Compagnie. In der Spielzeit 2015/16 habe ich in Hamburg fünf Ballette dirigiert und begleite das Ensemble bei mehreren Gastspielen, so im März nach Tokio. Nächste Saison werde ich „Othello“ übernehmen.

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