Cover
Alle unsere Leser mögen sich verblüfft fragen, nachdem sie das Cover dieser Ausgabe betrachtet haben: Wechselt dance for you etwa sein Genre? Keine Angst, liebe Leserinnen und Leser, Ihr Magazin...
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News und Events

  • 12 Dec 2008

    Autostadt verleiht Internationalen Movimentos Tanzpreis 2009. Der taiwanesische Choreograph Lin Hwai-min wird für sein Lebenswerk geehrt. Er prägt die Company Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan seit Jahrzehnten und hat mit ihr die asiatische Tanzkunst grundlegend beeinflusst: „Als großer Erneuerer des Tanzes gehört Lin Hwai-min in eine Reihe mit Jahrhundertkünstlern wie William Forsythe, George Balanchine, Birgit Cullberg und Maurice Béjart, der 2004 den Movimentos Tanzpreis für sein Lebenswerk erhielt“, so Bernd Kauffmann, der als künstlerischer Leiter von Movimentos der Jury vorsitzt. Lin ist ein profunder Kenner der asiatischen und der abendländischen Kultur sowie des zeitgenössischen Kunstgeschehens, als dessen wichtigster Vertreter er gilt. „Er hat die taiwanesische Tanzkunst aus ihrer Erstarrung in der chinesischen Tradition befreit, ohne diese zu beschädigen, und hat so ein gewaltiges Erbe nahtlos und zeitgemäß in die Gegenwart geführt. Damit ist es ihm gelungen, die Kultur seiner Heimat nicht nur zu retten und zu bewahren, sondern weiterzuentwickeln und zu bereichern.“ Das Cloud Gate Dance Theatre war bereits 2004 in der Autostadt bei Movimentos zu Gast und gestaltete insbesondere mit seiner Choreographie „Cursive II“ einen Abend reinster Poesie, der das Publikum in einer besonderen Weise mitnahm: so enigmatisch, so vertraut, dass man den Herzschlag einer fremden Kultur zu vernehmen glaubte.Vom 18. April bis zum 31. Mai 2009 steht der internationale Tanz im KraftWerk erneut im Zentrum des Programms, das vertieft wird durch Jazz-, Pop- und Klassik-Konzerte sowie Gespräche, szenische Lesungen und die Movimentos Akademie. Als einer der Höhepunkte verleiht die Autostadt zusammen mit dem ZDF und ARTE zum zweiten Mal den Internationalen Movimentos Tanzpreis während eines Festakts im KraftWerk.

  • 04 Dec 2008

    Türöffner für den Tanz – Zum Tod von Fred G. Hoffmann, Vorstandsvorsitzender und Mitbegründer der Heinz-Bosl-Stiftung Manchmal gleicht das Leben eines engagierten Menschen einer Sanduhr: Es rinnt und rinnt, schiebt sich vorwärts von Erfolg zu Erfolg, um plötzlich – mit dem letzten Körnchen, das durch die Verengung des Glasbehälters fällt – abrupt zu enden. Wir müssen vom Tod eines Mannes erfahren, der seiner Frau Konstanze Vernon 45 Jahre lang in allen Belangen und bei allen Projekten, die sie anpackte, ein bedachter und eifriger Ratgeber, getreuer Begleiter, tatkräftiger Unterstützer und finanzieller Mitstreiter war. Dabei zog er es vor, neben der bühnenerprobten Tänzerin, Pädagogin, Ballettdirektorin und Schulleiterin die Fäden im Hintergrund zu ziehen, Kontakte zu knüpfen und immer neue Sponsoren zu gewinnen. Nie werde ich jene Autofahrt vergessen, als wir zwischen Unterricht und Proben an Villen vorbei zum Prinzregententheater fuhren, wo im heutigen Café Prinzipal der Ballettsaal eingerichtet war. Fred Hoffmann deutete auf eines der schönen Eckhäuser und schwärmte: „Daraus könnten wir einmal ein Wohnheim für unsere Studenten machen, mit allem was dazugehört!“ Das war Anfang der 1980er Jahre und die Stiftung hatte ihre auswärtigen Zöglinge im Internat des Max-Joseph-Stifts untergebracht. 1998 waren dann – in Schwabing zwar, dafür aber nur fünf Gehminuten von den bereits 1989 in den ehemaligen Trambahndepots errichteten Trainingssälen – 42 Appartements im Prinz-Joseph-Clemens-Haus, dem neuen Zuhause für Münchens Ballettstudenten, bezugsfertig. Beginnend mit der Ernennung zur Ballett-Akademie 1987 war dies der dritte Meilenstein, der durch eine Initiative der Heinz-Bosl-Stiftung ermöglicht wurde. Vor 30 Jahren, als beide gemeinsam in München begannen, eine vernünftige Ausbildungsstruktur für junge Tänzer aufzubauen, hatte Fred Hoffmann die zukunftsweisende Idee, die Form einer Stiftung zu wählen. Damit sicherte er der Institution den Vorteil, ihr Geld steuerfrei nach vielerlei Möglichkeiten und eigenen Prioritäten flexibel und gezielt für die Ballett-Ausbildung einzusetzen. So wurde 1978 die Heinz-Bosl-Stiftung gegründet. Konstanze Vernon, Ballerina des damaligen Balletts der Bayerischen Staatsoper und spätere Gründerin des Bayerischen Staatsballetts, gab der Stiftung den Namen ihres langjährigen Bühnenpartners Heinz Bosl, der 1975 im Alter von nur 28 Jahren an Leukämie verstorben war. In dieser verlustgeprägten Zeit, ebenso wie in Augenblicken größter Freude, stand ihr Fred Hoffmann zur Seite. Offiziell betraut war er mit der Vorstandsleitung des Stiftungsrates, bestehend aus Persönlichkeiten der Wirtschaft, Kunst und Politik. Fred Hoffmann selbst kam vom Leistungssport. Später war er als Dramaturg, Filmverleiher und schließlich Produzent tätig. Sein Herz jedoch schlug in den vergangenen 30 Jahren vor allem für die jungen Tänzerinnen und Tänzer, die seine Frau und ihr Professorenstab für ein Leben auf der Bühne vorbereiteten. Für die Studenten fern ihrer Elternhäuser war er ein väterlicher Freund, der in den schweren Jahren am Anfang, als die Schüler noch gezwungen waren, in angemieteten Turnhallen zu trainieren, auch als Hausmeister, Chauffeur, Begleiter bei Gängen zu Ämtern oder Ärzten einsprang. Lastete einem der Drill im schweißtreibenden Alltag an der Stange zu sehr auf dem Gemüt, fand er bei seinen immer freudig begrüßten Besuchen aufmunternde Worte. Besonders stolz war er darauf, im Jubiläumsjahr noch ein weiteres, selbst gestecktes Ziel erreicht zu haben, das in der Satzung bereits fixiert war: Die Verleihung eines stiftungseigenen Ballett-Preises, des „Classique“. Vergeben wurde der erste „Classique 2008“ an die beiden Solisten Norbert Graf (Bayerisches Staatsballett) und Michael Banzhaf (Berliner Staatsballett) im Anschluss an die zweite Bosl-Matinée zur Feier des 30-jährigen Bestehens am 23. November 2008. Dafür holte Konstanze Vernon ihren Mann zum ersten Mal überhaupt vor den Vorhang des Nationaltheaters. Die Präsentation dieses mit 15 000 Euro dotierten Tanzpreises – einem „Tanzpreis des Herzens“, wie Hoffmann ihn nannte – sollte sein letzter öffentlicher Auftritt bleiben. Mit seinem fürsorglichen Wesen gab er der Stiftung eine Seele, um die Schüler wie Lehrer, Aktive wie Ehemalige betroffen trauern. Von den zwei Herzen der Heinz-Bosl-Stiftung hörte eines in der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember auf zu schlagen. Vesna Mlakar


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