4/2008 Juli-August

Editorial

 

 

Welche Impressionen haben Sie, wenn Sie das Wort „Gala“ hören? Vermutlich so etwas, wie: Kronleuchter, Ballkleider, Champagner und vor allem - hervorragende Kunst. Tänzer, die im Rahmen einer Gala auf der Bühne stehen, spüren dagegen den Druck, die hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden. Vor allem dann, wenn sie noch am Anfang ihrer Karriere stehen.  Eine entscheidende Hürde haben sie dann allerdings schon genommen: Überhaupt eingeladen worden zu sein. Was es für einen Tänzer bedeutet,  zum ersten Mal bei einer Gala aufzutreten und welche Chancen sich damit eröffnen können, berichtet entwaffnend ehrlich Lucia Lacarra, erste Solistin und Kammertänzerin des Bayerischen Staatsballetts.  Dabei wird klar, dass es wohl immer auch ein Quentchen Glück ist, das dafür sorgt, dass sich Gelegenheiten eröffnen, die einen weiter bringen.

Für junge Tänzer dürfte sich der Erwartungsdruck nach diesem Artikel noch verstärken, wenn sie lesen, wie bedeutend solche Veranstaltungen für weitere Engagements sein können. Das beweist wieder einmal: auf der Bühne kommt es nicht nur auf Technik und künstlerische Ausdruckskraft an, sondern auch auf starke Nerven.

 

Die Gewinner des zweiten World Ballet Competition Wettbewerbs in Orlando dürften wohl kaum unter Prüfungsangst gelitten haben, sonst hätten sie keine derart hervorragenden Leistungen zeigen können. Mihaela Vieru war dabei und berichtet über Performances, von denen man nicht gedacht hätte, dass Kinder sie schon zeigen können. Das erfreut und fasziniert, macht aber auch nachdenklich. Ob Drill und elterlicher Ehrgeiz dies hervorgebracht haben, oder ob es Tanzbegeisterung und außerordentliche Begabung sind, wird man wohl kaum erfahren. Junge Tänzer schon so früh in Wettbewerbssituationen hineinzubringen, ist eine zweischneidige Sache: einerseits kann Förderung gar nicht früh genug beginnen, andererseits macht es den Tanz für die Kinder gänzlich zum Lebensinhalt. Wie es mit dem Mädchen weitergeht, das wie aufgezogen über die Bühne wirbelte, wird die Zukunft zeigen. Wir sind gespannt!

 

Ihre dance for you -Redaktion

Inhalt 4/2008 Juli-August

Back