3/2017

Editorial

Die politische Weltlage macht Angst, und es wird immer schlimmer: Zivilisten sterben als armselige Kriegsopfer in Syrien, irre Attentäter morden im Namen des Islamischen Staates, Diktatoren drohen: Atomwaffen aus Nordkorea, eine Mauer in den USA, Alleinherrschaft in der Türkei. Europa zittert, und man kann nur hoffen, dass Werte, die hier noch selbstverständlich sind – allen voran Demokratie und Pressefreiheit – auch weiterhin unangetastet bleiben. Angesichts solchen Machtgeprotzes und atemberaubender Ignoranz gegenüber Menschenrechten sehnt man sich nach weltweitem Frieden und Mitmenschlichkeit, wie lange nicht mehr, nach einem verbindenden Element in universeller Sprache, das grenzenlos wirkt.

Wer die Botschaften zum Welttanztag liest (Seite 16), glaubt an die Utopie von Gerechtigkeit, und sei es nur für einen kurzen Moment. Zu schön sind die Momente, in der Kathak Tänzer Chetna Jalan das Leben feiert, wenn er von Solidarität unter den Nationen spricht. So nah an Ursprünglichkeit und Natur, die unserer technisierten Welt immer öfter fehlt. Die „Mutter“ des Afrodance, Germaine Acogny, behält Recht, wenn sie von der Magie des Tanzes spricht, die Menschen näher zusammenrücken lässt. Man muss sich nur einfangen lassen, in die Bewegung, die uns Menschen näher ist, als kalte Rationalität oder politisches Kalkül.

„Dance is a link between people, connecting heaven and earth“, sagte die große belgische Choreografin, Anne Teresa de Keersmaeker, 2011 und kommt der Botschaft zum Welttanztag 2017 dabei ungeahnt nah: „Ich bin Tänzerin geworden, weil ich fliegen wollte“, erzählte die jüngst verstorbene, legendäre Trisha Brown ihrem Publikum. Sie sprach davon, Grenzen zu überwinden, nicht nur mit Kreativität, sondern auch durch Menschlichkeit. Auch für Choreografin Gladys Faith Agulhas (Südafrika) ist der Tanz etwas Wunderbares: „Dance is the mirror reflecting the impossible made possible.“ Machen wir scheinbar Unmögliches möglich, bringen wir Menschen zum Tanzen, über alle Grenzen hinweg...

Ihre Dance For You - Redaktion

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Inhalt 3/2017

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